Wegen ihrer Postleitzahl wird für diese Mieter jeder Tag zum Alptraum

An manchen Wochenenden bekommen die Bewohner manchmal jeweils 10 Pakete. Bestellt haben sie diese jedoch nicht.
An manchen Wochenenden bekommen die Bewohner manchmal jeweils 10 Pakete. Bestellt haben sie diese jedoch nicht.  © DPA

Holland - Kein Wochenende vergeht, an dem sie nicht Dutzende Pakete ablehnen müssen, manchmal zehn Stück pro Tag. Dazu kommen Werbebriefe, Rechnungen und Mahnungen. Doch die Menschen, die in einem kleinen Eckhaus im Norden Hollands wohnen, können weder was dafür, noch etwas dagegen tun.

Schuld ist die Postleitzahl, beziehungsweise eine bestimmte Codierung. Wie Motherboard berichtet, ist ihre Adresse nämlich 1234 AB, Hausnummer 123. Und wer eben keine Lust hat seine richtige Adresse anzugeben, macht es sich einfach und gibt sich einfach mal als T. Test aus, der genau hier wohnt. Viele der Menschen, die dahinter stecken, wissen oft nicht, was sie damit eigentlich anrichten - oder sie machen sich eben einen Spaß daraus.

Doch woher stammt diese seltsame Adresse? In den Siebzigern wurde die holländische Post umgestellt. Die Neuerung: Man konnte statt Name, Straße, Hausnummer, Postleitzahl und Ort auch einfach einen Code aus zwei Buchstaben für das Stadtviertel und die Straße inklusive Hausnummer angeben. So konnte die genaue Adresse zweifelsfrei von der Poststelle ermittelt werden.

Doch in den Siebzigern dachte man wohl noch nicht an Verträge, die im Netz mit ein paar Klicks abgeschlossen sind, geschweige denn Online-Versand oder zwielichtige Darknet-Geschäfte.

Jeden Tag landen an dieser Adresse stapelweise Briefe und Pakete. (Symbolbild)
Jeden Tag landen an dieser Adresse stapelweise Briefe und Pakete. (Symbolbild)  © 123RF

Als ein junger Mann vor wenigen Jahren eine der vier Wohnungen in dem Mietshaus bezieht, ahnte er auch noch nicht, dass von nun an ein regelrechter Alptraum beginnen sollte.

Plötzlich funktioniert weder sein Telefon, noch sein Internet, ein anderes Mal werden ihm Strom, Gas und Wasser abgestellt. Jemand war beim sogenannten Umzugsservice wohl genauso freigiebig mit seiner eigenen Adresse, wie kreativ beim Ausdenken. Wohnung 123 in 1234AB wurde dann mal eben alles abgedreht.

Dann flatterten eines Abends stapelweise Abendzeitungen ins Haus. Testschreiben aus Callcentern überschwemmten seinen Briefkasten. Um Abmahnungen und Inkassoschreiben muss er sich auch noch kümmern. An manchen Tagen ist er stundenlang damit beschäftigt, die Unternehmen davon zu überzeugen, was hier vor sich geht.

Bei der Polizei war er auch schon. Doch er weiß nicht, wer da seine Adresse in irgendein Feld im Netz eingeben hat.

Bisher bleibt ihm wohl nur noch eines übrig. Umziehen...


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