Holocaust-Leugnerin drückt sich vor erneutem Prozess

Ursula Haverbeck sitzt am 21. November 2016 vor Prozessbeginn mit ihrem Anwalt Wolfram Nahrath im Landgericht in Verden (Niedersachsen).
Ursula Haverbeck sitzt am 21. November 2016 vor Prozessbeginn mit ihrem Anwalt Wolfram Nahrath im Landgericht in Verden (Niedersachsen).  © DPA

Detmold - Die 88-jährige Ursula Haverbeck hätte eigentlich am Donnerstag wieder mal vorm Landgericht Detmold stehen sollen. Allerdings musste der Prozess kurzfristig abgesagt werden.

Die Holocaust-Leugnerin hatte Berufung gegen zwei Urteile des Amtsgerichts Detmold eingelegt. Sie war wegen Volksverhetzung zu mehrmonatigen Haftstrafen verurteilt worden.

Die Seniorin aus Vlotho im Kreis Herford leugnet seit Jahrzehnten immer wieder den Völkermord an den Juden in Europa. Deutschlandweit wurden bereits Prozesse gegen sie geführt.

Zuletzt händigte die alte Frau sogar Hetzschriften im Gerichtssaal aus. Nach der Hauptverhandlung am 2. September 2016 vor dem Amtsgericht Detmold verteilte die Angeklagte an die anwesenden Pressevertreter eine Blattsammlung sowie ein Heft.

Sie legte diese Schriften nach den Plädoyers, als sich das Gericht zur Urteilsberatung zurückgezogen hatte, jeweils auch auf den Richtertisch sowie auf den Tisch der Staatsanwaltschaft.

Nach Angaben eines Gerichtssprechers hat die 88-Jährige am Mittwoch ein Attest vorgelegt. Wie ihr Arzt demnach behauptet, ist Haverbeck momentan nicht verhandlungsfähig.

Das Landgericht Detmold ordnete daraufhin die Untersuchung durch einen Amtsarzt an. Ein neuer Prozesstermin sei noch nicht abzusehen, sagte Gerichtssprecher Wolfram Wormuth.

Titelfoto: DPA


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