Kommt ein verurteilter Polizistenmörder bald auf Bewährung aus dem Knast?

Polizisten und ein Einsatzfahrzeug stehen in Bredenborn im Kreis Höxter vor dem Haus, in dem drei Brüder als mutmaßliche Mörder der Polizisten Andreas Wilkending und Jörg Lorkowski festgenommen wurden.
Polizisten und ein Einsatzfahrzeug stehen in Bredenborn im Kreis Höxter vor dem Haus, in dem drei Brüder als mutmaßliche Mörder der Polizisten Andreas Wilkending und Jörg Lorkowski festgenommen wurden.  © DPA

Holzminden - Vor über 25 Jahren, am 12. Oktober 1991, wurden die damals 34- und 30-jährigen Polizeibeamten Andreas Wilkending und Jörg Lorkowski in einem abgelegenen Waldgebiet Niedersachsens in eine tödliche Falle gelockt (TAG24 berichtete).

Die zweiköpfige Besatzung des Zivilstreifenwagens "Hilde 10-35" der Polizei in Holzminden war zunächst aus ungeklärter Ursache verschwunden. Die Beamten waren auf dem Weg zu einem vermeintlichen Wildunfall.

Nach einem Funkspruch meldeten sie sich allerdings nicht mehr. Später wurden sie ermordet aufgefunden: Erschossen und im Sand des Truppenübungsplatzes Sennelager verscharrt.

Einer der mutmaßlichen Täter, Dietmar J. aus Bredenborn, führte die Polizei zum Fundort der Leichen. Sein Komplize: Der eigene Bruder. Er hatte ihm geholfen, die leblosen Körper zu bewegen. Das Polizeiauto fackelten sie ab.

Der ausgebrannte Dienstwagen der beiden erschossenen Holzmindener Polizisten wird von Experten des Bundeskrimalamtes in Mainz auf Spuren untersucht.
Der ausgebrannte Dienstwagen der beiden erschossenen Holzmindener Polizisten wird von Experten des Bundeskrimalamtes in Mainz auf Spuren untersucht.  © DPA

Der Fall ging als eines der spektakulärsten Verbrechen an Polizisten in die Geschichte der Region ein und hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. An der Stelle, an der die Polizisten erschossen wurden, steht heute ein Gedenkstein.

Dietmar J. wurde in Hildesheim zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Ihm wurde eine besondere Schwere der Schuld attestiert. Sein Bruder bekam zehn Jahre.

"Lebenslange Freiheitsstrafe kann bei schlechter Prognose auch lebenslang bedeuten und ist nicht nach 25 Jahren erledigt", wird Christina Pannek, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Hildesheim, in der Neuen Westfälischen zitiert.

2018 laufen die 25 Jahre ab. Der Verurteilte darf sich jetzt Hoffnungen machen, auf Bewährung frei zu kommen. Anfang Januar wurde das geprüft. Allerdings ist bisher unklar, ob die Strafvollstreckungskammer der Aussetzung der Strafe zustimmt.

Das soll vermutlich erst Ende des Monats feststehen, so Pannek. Aber selbst dann könne von beiden Seiten immer noch Beschwerde gegen eine Entscheidung eingereicht werden.

Beamte der Polizeiwache Holzminden halten Totenwache an den mit Flaggen bedeckten Särgen bei einem Trauergottesdienst in Holzminden (Niedersachsen).
Beamte der Polizeiwache Holzminden halten Totenwache an den mit Flaggen bedeckten Särgen bei einem Trauergottesdienst in Holzminden (Niedersachsen).  © DPA
Ein Gedenkstein in Erinnerung an die beiden vor über 25 Jahren erschossenen Polizisten Jörg Lorkowski und Andreas Wilkending steht in der Nähe von Boffzen im Landkreis Holzminden(Niedersachsen).
Ein Gedenkstein in Erinnerung an die beiden vor über 25 Jahren erschossenen Polizisten Jörg Lorkowski und Andreas Wilkending steht in der Nähe von Boffzen im Landkreis Holzminden(Niedersachsen).  © DPA

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