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Wie schwul dürfen Sachsens Pfarrer sein?

Leipzig - Es ächzt im Gebälk der evangelischen Landeskirche. Anfang der Woche sorgte ein schwules Pfarrerpaar für Konflikte, das Sachsen verlassen, und gemeinsam im Norden eine Gemeinde übernehmen will.
Bis heute ist Homosexualität in der Kirche noch nicht überall akzeptiert.
Bis heute ist Homosexualität in der Kirche noch nicht überall akzeptiert.

Von Pia Lucchesi

Leipzig - Es ächzt im Gebälk der evangelischen Landeskirche. Anfang der Woche wurde bekannt, dass die Pfarrer Stephan Rost (38) und Ciprian Matefy (33) Sachsen verlassen, um als schwules Paar im Norden eine Gemeinde zu übernehmen. Der Fall entfacht einen alten, schwelenden Konflikt neu.

Das Thema Homosexualität bleibt in der evangelischen Kirche Sachsens ein heißes Eisen.

Offiziell gilt: Schwule und lesbische Paare dürfen in Ausnahmefällen und mit ausdrücklicher Zustimmung der Gemeinde im Pfarrhaus wohnen.

Um diesen Beschluss der Landessynode haben liberale und konservative evangelische Christen jahrelang miteinander gerungen.

Sachsens evangelischer Landesbischof Carsten Rentzing (48) hat sich in der Vergangenheit klar gegen die "Homo-Ehe" im Pfarrhaus ausgesprochen.
Sachsens evangelischer Landesbischof Carsten Rentzing (48) hat sich in der Vergangenheit klar gegen die "Homo-Ehe" im Pfarrhaus ausgesprochen.

De facto gibt es jedoch nur einige wenige homosexuelle Pfarrerinnen und Pfarrer, die in eingetragenen Lebenspartnerschaften leben und seelsorgerisch in der Landeskirche arbeiten. Kirchen-Kritiker führen das auf ein latent schwulenfeindliches Klima zurück.

Tatsächlich steht die sächsische Landeskirche national in dem Ruf, fest in alten Traditionen verhaftet zu sein. Imageprägend dafür waren besonders Auftritte des Pfarrers Carsten Rentzing (48).

Als Würdenträger aus dem Vogtland schob er die Initiative „Zeit zum Aufstehen“ an und führte engagiert das Wort für die sächsische Bekenntnis-Initiative. Seine Position: Homosexualität entspricht nicht dem Willen Gottes.

Christoph Maier arbeitet als Pfarrer in Leipzig. Sein Seelsorgebezirk ist die Bethlehemgemeinde.
Christoph Maier arbeitet als Pfarrer in Leipzig. Sein Seelsorgebezirk ist die Bethlehemgemeinde.

Carsten Rentzing profilierte sich bei dieser Arbeit und wurde einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Trotz oder gerade wegen seiner Ansichten konnte er 2015 knapp die Wahl zum Landesbischof für sich entscheiden.

Seit seiner Amtseinführung hüllt er sich jedoch zu diesem Thema in Schweigen. Auch diese Fragen der Morgenpost am Sonntag mochte er nicht beantworten:

Bedauern Sie den Fortgang der Pfarrer Stephan Rost und Ciprian Matefy? Würden Sie einem gleichgeschlechtlichen Paar in einem sächsischen Pfarramt ihren Segen geben? Spaltet die Diskussion um das Thema Sexualethik die Gläubigen und die Gemeinden im Land? Stehen Sie zum Beschluss der Landessynode?

„Der Landesbischof Dr. Rentzing wird sich nicht zu Ihren Fragen äußern. Ich bitte um Ihr Verständnis“, teilt dazu seine Persönliche Referentin Elisabeth Veronika Förster-Blume mit.

Diese Reaktion überrascht weltoffene Glaubensbrüder nicht. „Ein Jammer“, kommentieren sie kopfschüttelnd die Sprachlosigkeit ihres Oberhirten. „Als Bischof muss er diplomatisch handeln“, erklärt der Leipziger Pfarrer Christoph Maier (41). Er setzte im Spätsommer 2015 einen Kontrapunkt zum Bekenntnis von Bischof Rentzing und startete die Online-Petition „JA-zur-Amtseinführung-ABER“.

1722 Unterstützer fand sein Plädoyer für eine Kirche, in der alle Menschen unabhängig von ihrer Herkunft, ihrem Geschlecht oder ihrer sexuellen Orientierung mit ihrer gelebten Prägung Verantwortung übernehmen können. Maier: „Wir stehen für eine Kirche, die den barmherzigen Gott in der Mitte der Heiligen Schrift erkennt und diese nicht als ‚Richterin‘ und ‚Norm‘ zu einem Regelwerk erstarren lässt.“

Der Pfarrer der Bethlehemgemeinde sieht dringenden Handlungsbedarf: „Wir müssen die Stellschrauben der Offenbarungstheorie neu justieren.“

Der Theologe setzt sich dafür ein, dass andere Prinzipien der Bibelinterpretation angewendet werden. Maiers Sicht auf den Homo-Streit ist bemerkenswert. „Da wird auf dem Rücken einer Minderheit gekämpft.

Tatsächlich geht es um mehr als religiöse Richtigkeit. Die Menschen suchen ihre Identität. Glauben ist wieder relevant.

Und wir müssen uns fragen, wie wir angesichts des wissenschaftlichen Fortschritts und der Herausforderungen des 21. Jahrhunderts mit der Bibel arbeiten.“

Katholiken halten gar nichts von Partnern

Krysztof Charamsa (44) arbeitete im Vatikan. Man feuerte ihn, weil er sich zu seinem Freund bekannte. Er beklagte: „Ich habe paranoiden Hass meiner Mitbrüder am eigenen Leib erfahren.“
Krysztof Charamsa (44) arbeitete im Vatikan. Man feuerte ihn, weil er sich zu seinem Freund bekannte. Er beklagte: „Ich habe paranoiden Hass meiner Mitbrüder am eigenen Leib erfahren.“

Die römisch-katholische Kirche, auch die orthodoxe und anglikanische Kirche verpflichten ihre geistlichen Würdenträger zum Zölibat (von lateinisch caelebs‚ „allein, unvermählt lebend“).

Neigungen und Vorlieben der frommen Brüder und Schwestern spielen dabei keine Rolle. Zumindest theoretisch, denn das Thema wird auch dort hinter den Mauern von Kirchen und Klöstern heftig diskutiert.

Der Fall von Kryzstof Charamsa (44) zeigt das: Der hochrangige Geistliche aus dem Vatikan bekannte sich im Oktober 2015 zu seiner Männerliebe. Die päpstliche Verwaltung reagierte prompt, feuerte den Polen.

Charamsa beklagte danach in der Kirche ein Klima der Homophobie.

Am Ende entscheidet der Kirchenvorstand

Ciprian Matefy (33) und Stephan Rost (38) lernten sich beim Studium in Leipzig kennen und lieben. Im Sommer 2014 gaben sie sich das Ja-Wort.
Ciprian Matefy (33) und Stephan Rost (38) lernten sich beim Studium in Leipzig kennen und lieben. Im Sommer 2014 gaben sie sich das Ja-Wort.

Die verheirateten Pfarrer Stephan Rost (38) und Ciprian Matefy (33) beginnen am 1. April ihren Dienst im toleranten Sandesneben, das zwischen Hamburg und Lübeck liegt.

Kirchenvorstand Ralf Reinsperger (60, Johannes-Kirchgemeinde Dresden) zum Weggang von Pfarrer Matefy: „Die sexuelle Orientierung eines Pfarrers spielt für uns keine Rolle.

Mit seiner offenen Art ist es Herrn Matefy sehr schnell gelungen, die Gemeindemitglieder positiv zu beeindrucken. In unserer Gemeinde herrscht eine tolerante und offene Atmosphäre, und ich wünsche mir, dass das so bleibt.“

Wer bestimmt, wer als Pfarrer in die Gemeinde kommt?

„Diese Wahl trifft in jedem Fall der Kirchenvorstand, der in der Regel aus drei vorgeschlagenen Kandidaten wählen kann. Hier gilt auch für homosexuelle Pfarrer das Prinzip der Mehrheitsentscheidung. Nur in der Frage des gemeinsamen Wohnens eines gleichgeschlechtlichen Paares im Pfarrhaus bedarf es eines einmütigen Beschlusses des Kirchenvorstandes sowie der Zustimmung von Superintendent und Landesbischof“, sagt Tabea Köbsch vom Evangelisch-Lutherischen Landeskirchenamt Sachsens.

Fotos: Colourbox (2), Matthias Rietschel (1), imago/ZUMA Press (1), imago/Westend61 (1), Wolfgang Zeyen (1)

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