Zug attackiert: Vermummte Hooligans begehen schweren Landfriedensbruch

Magdeburg - Am Samstagabend gegen 18.40 Uhr attackierten vermummte Hooligans an der Haltestelle Barleber See eine S-Bahn.

Am 11. August 2018 überfielen Fussballfans, wahrscheinlich des 1. FC Magdeburg, eine S-Bahn. (Symbolbild)
Am 11. August 2018 überfielen Fussballfans, wahrscheinlich des 1. FC Magdeburg, eine S-Bahn. (Symbolbild)  © DPA

Zeugen berichten von einer Gruppe von etwa zehn bis zwölf Personen, die die S39057 auf der Bahnstrecke Wittenberg - Magdeburg - Stendal aus einem Gebüsch heraus stürmten und sofort die Notbremse betätigten. Eine Weiterfahrt war nicht möglich, weil außerdem Gegenstände auf die Gleise gelegt wurden.

Drei Personen, darunter zwei Mitarbeiter der Deutschen Bahn, wurden mit einer orangefarbenen Flüssigkeit, vermutlich Reizgas, attackiert. Die Hooligans verschlossen die Türen der S-Bahn von außen, sodass kein Reisender den Zug verlassen konnte. Die Täter sprühten anschließend großflächig die Graffitis "FCM" und "APK" auf die Bahn.

Zeugen informierten die Polizei. Bundes- und Landespolizei suchten mit einem Polizeihubschrauber nach den Vermummten und griffen diese in einem nahegelegenen Waldstück auf. Vier Männer (22, 32, 34, 37) wurden vorläufig festgenommen. Die Polizei fand Beweismittel, die die Männer als die Verursacher der Graffitis identifizierten.

Nach Abschluss der Maßnahmen wurden die Tatverdächtigen in Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft entlassen. Sie erhielten Anzeigen wegen gefährlicher Körperverletzung, Sachbeschädigung und Missbrauch von Nothilfeeinrichtungen.

Videoaufzeichnungen eines Zeugen sowie Bilder aus den Überwachungskameras in der S-Bahn wurden gesichert.

Zwei Zuginsassen wurden wegen Bindehautreizungen im Krankenhaus behandelt. Die restlichen 40 Passagiere blieben unverletzt und konnten gegen 22 Uhr weiterfahren, so die Polizei am Sonntag.

Die Bahnstrecke wurde für knapp drei Stunden gesperrt. Die Ermittlungen dauern an.


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