Hooligans bekommen Kneipenbesuch statt Knast

Die Polizei konnte die Randalierer nicht einfach laufen lassen, steckte sie deshalb in eine Kneipe (Symbolfoto).
Die Polizei konnte die Randalierer nicht einfach laufen lassen, steckte sie deshalb in eine Kneipe (Symbolfoto).  © DPA

Berlin – Statt Knast gab es Bier in der Kneipe und die Live-Übertragung des Spiels. Nach der Massenschlägerei in Moabit zwischen Hertha- und Frankfurt-Fans nahm die Polizei 96 Hooligans fest. Doch das Spiel verpassten sie deshalb nicht.

Wie der Tagesspiegel berichtet, wurden 60 der festgenommenen Hools in die Kneipe "Preußisches Landwirtshaus" in Westend gebracht.

„Wir bewachen gerade stundenlang 60 Schläger, die in der Kneipe gemütlich ihr Bier trinken und Fußball auf der Leinwand gucken", sagte ein Polizist gegenüber dem Tagesspiegel.

Der Wirt wurde von der Polizei gefragt, ob sie die Täter mit Stadionverbot während des Spiels dort "zwischenparken" können. Er stimmte zu und bekam 60 Frankfurter, die sich zuvor mit Berlinern geprügelt hatten.

Polizisten bewachten die Hooligans aus Hessen (Symbolfoto).
Polizisten bewachten die Hooligans aus Hessen (Symbolfoto).  © DPA

Alle waren stocknüchtern, erklärt der Wirt. Wahrscheinlich weil es sich betrunken nicht so gut kämpft. Auch nach dem Spiel mussten die Frankfurter in der Kneipe bleiben. Die Polizei fürchtete, dass sie wieder auf Berliner losgehen könnten.

Dadurch konnten hunderte Hertha-Fans nicht wie üblich nach Abpfiff noch ein paar Biere in dem beliebten Fantreff trinken. Der Laden blieb auf Hunderten Grillwürsten sitzen und machte beim Bierverkauf ordentlich Minus an dem Tag.

Die Polizei begründete die Maßnahme damit, ein Richter hätte entschieden, eine Anschlussverwahrung der Schläger sei nicht verhältnismäßig. Deshalb konnten sie nicht in die Zelle gesperrt werden.

Da die Gefahr aber auch zu groß war, sie während des Spiels wieder laufen zu lassen, entschied sich die Polizei für die ungewöhnliche Unterbringung in der Kneipe.


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