Überdosis gespritzt, während Baby auf Rücksitz saß: So geht es Drogenmutter Erika heute

Hope (USA) - Erika Hurt ist 28 Jahre alt. Die junge Mutter aus Hope im US-Bundesstaat Indiana wäre vor drei Jahren beinahe an einer Überdosis Heroin gestorben, die sie sich im Beisein ihres Babys spritzte. Einem Polizisten ist es zu verdanken, dass sie noch am Leben ist. Denn er fotografierte die ohnmächtige Frau, bevor er sie ins Leben zurückholte.

So wurde Erika Hurt 2016 gefunden: Ohnmächtig und mit einer Spritze in der Hand, nachdem sie sich eine Überdosis Heroin verabreicht hatte.
So wurde Erika Hurt 2016 gefunden: Ohnmächtig und mit einer Spritze in der Hand, nachdem sie sich eine Überdosis Heroin verabreicht hatte.  © Town of Hope Police Department

2016 habe sie ihren absoluten Tiefpunkt erreicht, erzählt Erika Hurt heute. Durch zahlreiche US-amerikanische Medien ging ein Foto von ihr, das sie ohnmächtig auf dem Fahrersitz ihres Autos zeigt.

In ihrer linken Hand hält sie an einem Samstagnachmittag eine Spritze zwischen den Fingern, auf der Rückbank weint ihr zehn Monate alter Sohn Parker bitterlich. Das berichtete Stadtmarschall Matthew Tallent damals.

Polizisten fanden die hilflose Frau, die sich mit Heroin eine Überdosis geschossen hatte. Bevor die Sheriffs Erika zu Hilfe kamen, fotografierten sie die junge Frau. Dieses traurige Andenken sollte ihr später über die Drogensucht hinweg helfen.

Mit zwei Dosen Narcan, einem Nasenspray, das wie eine Art Gegengift bei einer Überdosis Drogen wirkt, wurde Erika Hurt wiederbelebt.

Zu diesem Zeitpunkt soll sich die damals 25-Jährige laut "Good Morning America" auf Bewährung befunden haben. Anschließend wurde sie zu einem sechsmonatigen Entzug in einer geschlossenen Anstalt verurteilt.

"Ich habe das Foto definitiv in meinem Kopf eingeprägt"

Heute geht es der 28-Jährigen und ihrem Sohn Parker prächtig, sie geht in ihrer Mutterrolle voll auf.
Heute geht es der 28-Jährigen und ihrem Sohn Parker prächtig, sie geht in ihrer Mutterrolle voll auf.  © Facebook/Erika Hurt

Im Interview erzählt Hurt, dass sie hofft, mit ihrer Geschichte und dem Bild anderen Drogenabhängigen die Augen öffnen zu können.

Es sei für sie "erniedrigend" gewesen, sich als das Aushängeschild der Sucht landesweit zu sehen.

Doch eben diese Aufnahme sei es gewesen, der es Hurt zu verdanken hat, ihren Entzug durchzuhalten und seit nunmehr drei Jahren nicht wieder rückfällig geworden zu sein.

"Ich habe das Foto definitiv in meinem Kopf eingeprägt", sagt sie. "Ich benutze es, um mich daran zu erinnern, dass mich meine Sucht wieder dorthin führen wird, wenn ich einen Rückfall bekomme."

Zudem sei es eine große Motivation, sich daran zu erinnern, während des Entzuges ihren Sohn Parker nur zweimal wöchentlich zu sehen und nicht viel mit ihm machen zu können.

"Wir hatten keine Bindung, das war wirklich traurig", sagt Hurt, die während ihrer Schwangerschaft alkohol- und drogenfrei war, zwei Monate nach der Geburt aber wieder begann, illegale Substanzen zu nehmen. "Ich war physisch für meinen Sohn da, aber mental nicht. Ich habe alle seine ersten Meilensteine ​​verpasst", muss sich die in Vollzeit arbeitende 28-Jährige eingestehen. Doch jetzt sei das Duo unzertrennlich.

Auf Fotos ist sie heute mit einem Schild mit der Aufschrift "Narcan hat mein Leben gerettet" zu sehen. Sie wolle den Menschen zeigen, wie sich ein Leben nach einer Überdosis doch noch zum Positiven entwickeln kann.


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