Grausam: 29-Jähriger soll Geschäftsmann erwürgt haben, während anderer Mann zusah

Rottweil - Im Prozess um einen Mord an einem 57-Jährigen in Horb am Neckar (Kreis Freudenstadt) wird am Mittwoch (16 Uhr) das Urteil vor dem Landgericht Rottweil erwartet.

Der 29-Jährige soll den Mann getötet haben, um nicht mit dem Raub in Verbindung gebracht zu werden. (Symbolbild)
Der 29-Jährige soll den Mann getötet haben, um nicht mit dem Raub in Verbindung gebracht zu werden. (Symbolbild)  © Marijan Murat/dpa

Zwei Angeklagten wird gemeinschaftliche räuberische Erpressung mit Todesfolge vorgeworfen, bei einem der Angeklagten in Tateinheit mit Mord, bei dem anderen mit Totschlag durch Unterlassen.

Die 29 und 33 Jahre alten Angeklagten sollen im November 2018 in die Wohnung des Opfers eingedrungen sein und Geld erpresst haben. Dann soll der Geschäftsmann von dem jüngeren Angeklagten erwürgt worden sein.

Der ältere Angeklagte kam den Ermittlungen zufolge durch eine nicht abgeschlossene Tür in die Wohnung des Mannes und forderte Geld. Der 57-Jährige erklärte sich demnach nach kurzer Gegenwehr bereit, ihm Bargeld zu geben.

Der jüngere Angeklagte - ein Syrer und Bekannter des Opfers - soll, weil er nicht erkannt werden wollte, nicht sofort mit in die Wohnung gegangen sein, sondern sei später nachgekommen. Der Geschäftsmann soll den Männern 3000 Euro gegeben haben.

Den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft zufolge erwürgte der 29-Jährige den Mann, um nicht mit dem Raub in Verbindung gebracht zu werden. Der zweite Angeklagte - ein staatenloser Palästinenser - soll dabei zugesehen haben.

Update 19.30 Uhr: Im Prozess um den gewaltsamen Tod eines 57-jährigen Geschäftsmanns in Horb am Neckar (Kreis Freudenstadt) hat das Landgericht Rottweil die beiden Angeklagten zu sechs beziehungsweise viereinhalb Jahren Haft verurteilt. Die Kammer sah am Mittwoch nur Raub und Erpressung als erwiesen an. Die Staatsanwaltschaft hatte den beiden zu Prozessbeginn räuberische Erpressung mit Todesfolge vorgeworfen, bei einem der Angeklagten in Tateinheit mit Mord, bei dem anderen mit Totschlag durch Unterlassen.

Nach Überzeugung von Richter Karlheinz Münzer hatten die beiden Männer – ein 29-jähriger Syrer und ein 33-jähriger staatenloser Palästinenser – im November 2018 3000 Euro von dem wohlhabenden Immobilienunternehmer erpresst. Anschließend muss einer der beiden das lungenkranke Opfer erwürgt haben. Doch wer, konnte das Gericht laut Münzer nicht mit hinreichender Sicherheit feststellen. Deshalb sei im Zweifel zugunsten der beiden Angeklagten entschieden worden.

Die Männer müssen sich vor dem Landgericht Rottweil verantworten. (Archiv)
Die Männer müssen sich vor dem Landgericht Rottweil verantworten. (Archiv)  © Sebastian Gollnow/dpa

Titelfoto: Marijan Murat/dpa

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