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Horror-Haus: Wurde das erste Opfer zerstückelt und verbrannt?

Am vierten Prozesstag geht es um den ersten Mord von Wilfried W. und Angelika W.. Wurde die Frau zerstückelt und verbrannt? Das will das Gericht nun aufdecken.
Strafverteidiger Peter Wüller mit der Angeklagten Angelika W.. Sie gibt weitere Einblicke in ihr Leben.
Strafverteidiger Peter Wüller mit der Angeklagten Angelika W.. Sie gibt weitere Einblicke in ihr Leben.

Paderborn/Höxter - Der Prozess um die tödlichen Misshandlungen im Horror-Haus aus Höxter-Bosseborn geht am Dienstag weiter. Schon am dritten Prozesstag sorgte Angeklagte Angelika W. mit ihrer Aussage für grausame Einblicke (TAG24 berichtete).

Nachdem es in den ersten Prozesstagen vor allem um die Beziehung zwischen Wilfried W. und Angelika W. ging, wird nun der erste Mord aufgearbeitet. Das erste Opfer stammte aus Uslar. 

Laut Neue Westfälische soll die Frau im August 2014 ermordet worden sein. Die Angeklagten sollen die Leichen erst in einer Kühltruhe gelagert und später dann zerstückelt und in einem Ofen verbrannt haben. 

TAG24 berichtet im Live-Ticker vom vierten Prozesstag.

Die Besucher der Gerichtsverhandlung, heute wesentlich weniger als in der vergangenen Woche, hören den bizarren, kaum zu glaubenden Schilderungen der Angeklagten mit offenem Mund und verstört zu. Selbst erfahrene Strafverteidiger, in dem Fall die Vertreter der Nebenklage, sind konsterniert und können die Aussagen von Angelika. W. kaum fassen.

Hier der Live-Ticker:

15.30 Uhr: Der Angeklagte Wilfried W. sitzt während der gesamten Verhandlung völlig teilnahmslos zwischen seinen beiden Verteidigern. Nach wie vor will er sich zu den ihm vorgeworfenen Taten nicht äußern. Selbst, wenn Angelika W. ihn auf das Schwerste belastet, zuckt er nicht einmal zusammen oder zeigt Reaktionen.

Die heutige Verhandlung wird keine weiteren großen Erkenntnisse mehr bringen. Am nächsten Verhandlungstag, 13. Dezember, soll es um den Tod des zweiten Opfers, Susanne F. gehen.

15.15 Uhr: Angelika W. bedauert, dass sie so ausführlich erzählt, aber sie habe noch wesentlich mehr zu Annika zu sagen. Detlev Binder, Verteidiger von Wilfried W. fragt Angelika , ob es konkrete Anweisungen von Wilfried gab, Annika so so zu quälen, wie es passierte. 

Angelika: "Konkret hat er mir die körperlichen Misshandlungen, die ich an Annika vornahm, nicht vorgeschrieben. Ich habe es so gemacht, weil mich Wilfried ständig wieder anhielt, die Frau zu erziehen. Die Methoden der Erziehung habe ich mir ausgedacht. Ich musste mir ständig das Genörgel von Wilfried über seine Annika anhören, er hat nie locker gelassen und hat von mir erwartet, dass ich Annika erziehe und bestrafe."

15 Uhr: Der Vorsitzende Richter, Bernd Emminghaus bemerkt, wie akribisch Angelika W. bei der Entsorgung der Leiche vorgegangen ist. Angelika: "Ich habe viel Fernsehen geschaut, Autopsie-Sendungen, um zu lernen, wie man mit Leichen umgeht. Es war meine Idee, die Asche zu verstreuen. Ich musste mit meinem Handeln aber immer Wilfried ruhigstellen. 

Wilfried hatte vor dem Tod von Annika immer geplant, die Frau nach Holland zu bringen. Wir waren sogar auf dem Einwohnermeldeamt, wo sich Annika aus Bosseborn abgemeldet hat nach Holland. Dazu ist es aber nicht mehr gekommen. 

Der Mutter vor Annika haben wir vorgespielt, dass ihre Tochter mit unbekannter Adresse in den Niederlanden wohne. Die Idee 'Holland' kam von Wilfried, ich musste das Ganze ausführen."

14.40 Uhr: "Insgesamt habe ich vier Sägeblätter gebraucht. Auch der Schornsteinfeger ist mal an der Truhe vorbeigegangen und der Stromabzähler. Sie haben beide nichts gemerkt. Ich habe die Leichenteile in Zeitungspapier gewickelt und dann abends in den Ofen gesteckt und angezündet. Es brannte sehr gut. Die ganze Maloche der Entsorgung hatte ich. Wilfried hat nie geholfen.

Dann begann die Diskussion, wohin mit der Asche, die erst in einem Metalleimer gesammelt wurde. Wilfried nervte nur und drängte, dass ich endlich fertig werde. Das letzte Verbrennen dauerte bis morgens um Halbsieben. Die Asche habe ich dann immer noch durchsucht nach Knochenrückständen. Wilfried kam auf die Idee, die Asche sofort draußen zu verstreuen. Da wollte ich nicht, das war viel zu gefährlich.

Irgendwann sind wir dann losgefahren, außerhalb Bosseborn haben wir dann aus dem offenen Autofenster die Asche in alle Winde verstreut. Ich habe später der Polizei die Strecken gezeigt, wo wir gestreut haben. Ich habe später den Bulli sauber gemacht, die Eimer penibel gereinigt. Ich musste dann noch die Säge, die Handschellen, den Ofen und die Kühltruhe entsorgen. Alles musste ich machen, Wilfried hat nicht mit angefasst."

14.20 Uhr: Angelika W. schildert jetzt, wie es mit der Entsorgung der Leiche von Annika weiterging. Angelika: "Sie war erst mal von den Füßen weg, nachdem sie in der Tiefkühltruhe lag. Sämtliche Anziehsachen von Annika kamen in die Altkleidersammlung. Alle Papiere von Annika kamen in den Ofen, außer ihrer Sparkassenkarte.

Der Wunsch von Wilfried nach neuen Frauen kam wenige Wochen nach dem Tod von Annika wieder hoch. Ich wurde ab und zu gequält. Ich musste Wilfried garantieren, dass die Entsorgung von Annika auch planmäßig verläuft. Wilfried wollte immer gerne, dass ich einen Ehering trug. Anderen Frauen, neuen Bekanntschaften, erzählte er, dass ich, Angelika, einen festen Freund hätte."

Richter Emminghaus fragt, ob Wilfried Sorgen wegen der Toten im Keller gehabt hätte. Angelika W.: "Er hatte große Sorgen, dass irgendwann mal die Mutter von Annika vor der Tür steht und Annika sehen will. Ich habe mich weiter damit beschäftigt, wie wir Annika loswerden. Ich hatte eine Bügelsäge gekauft mit Eisenblatt, eine Maler-Abdeckplane hatte ich, damit keine Spuren auf dem Boden übrigbleiben. Ich habe dann das Tiefkühlgut aus der Truhe geräumt, Wilfried kam mal um die Ecke zum Gucken. Und dann habe ich unter dem linken Knie angefangen zu sägen. Ich musste aufpassen, dass dabei die Innenhaut der Kühltruhe nicht kaputtgeht."

Angelika W. beschreibt jetzt detailreich und kaum zu ertragen, wie sie die Leiche zersägt. Im Kaminofen hat sie vorher ein Schweineschnitzel verbrannt, um die Rauchentwicklung zu prüfen, ob sie bei den Nachbarn eventuell verdächtig wirkt.

13.10 Uhr: Nachdem Annika die Chance hatte abzuhauen, wurde sie von Angelika und Wilfried wieder in die Badewanne gelegt. Der Ort an dem ihr Leben ein Ende nahm. 

Am Morgen sei Wilfried auf sie zugekommen und sagte, dass "Annika würde uns abnippeln". Kurze Zeit später war sie tot. "Und dann begannen die Diskussionen. Was machen wir mit der Toten?", war die Frage für das Folterpaar. 

"Wir haben verschiedene Sachen durchgespielt. Wir hätten sie in die Jauchegrube werfen können. Wir haben an Zerstückeln gedacht. Wir haben daran gedacht, die Leichenteile an die Schweine zu verfüttern. Wir haben überlegt, die Leichenteile im Ofen zu verbrennen. Dass das Ganze so enden würde, damit haben wir nicht gerechnet. 

Wir saßen im Wohnzimmer, haben diskutiert und Annika lag tot in der Badewanne. Ich habe mir dann einen Fuchsschwanz genommen, und wollte mit dem Zersägen anfangen. Doch ich konnte es nicht, habe die kleine Säge in die Ecke geworfen, habe geheult. Das konnte ich einfach nicht", beschrieb die 47-Jährige das schreckliche Szenario. 

"Ich bin runtergegangen, habe der toten Annika die Augen zugedrückt und dann sah ich die Tiefkühltruhe. Wir haben Annika in ein weißen Laken gehüllt und dann haben wir den Leichnam in die Tiefkühltruhe gestopft. Darüber haben wir Gemüse und Pizza gelegt", ergänzt Angelika. So soll das Opfer vor der Zerstückelung gelagert worden sein.

13.00 Uhr: Angelika beschreibt den immer schlechter werden Gesundheitszustand von Annika W.: "Es dauerte immer länger bis sie die Stufen hochkam ins Obergeschoss. Ihre Gelenke waren inzwischen stark geschwollen. Sie baute körperlich immer mehr ab." Sie habe nichtmal mehr selbst Duschen können, so Angelika.

Zudem stellt die Angeklagte den Todestag richtig! In ihrer Aussage bei der Polizei sagte sie aus, dass das Opfer am 01. August 2014 verstorben ist. Das ist jedoch nicht korrekt. "Es war der 3. August 2014. Das weiß ich ganz genau. Ich habe damals bei meiner Vernehmung das falsche Datum im Kopf gehabt. Es war der 3. August, ein Sonntag", klärt die 47-Jährige auf. 

Bis heute gibt es keine Spuren von dem Opfer. Hätte W. nicht ausgesagt, dann wäre der Mord bis jetzt nicht aufgefallen. 

Eigentlich sollte das Opfer aus dem Horror-Haus ausziehen. Sogar Wohnungen hatte Angelika für sie gesucht, doch es kam nie dazu. Es bot sich sogar einmal die Chance, dass Annika hätte flüchten können

Wilfried und Angelika fanden das Opfer nackt vor der Waschmaschine. Beide haben gesagt, dass sie abhauen solle - der Weg wäre frei! Doch sie schaffte es nur bis kurz vor die Tür, denn zu mehr habe die Kraft nicht gereicht.

12.15 Uhr: Nach einer kurzen Pause geht es weiter mit der Aussage von Angelika W.. Sie beschrieb kurz, wie sie die zwei mitgebrachten Hunde von Annika losgeworden ist. Denn einen habe sie mit einem Strohband erdrosselt und hinter einer Leitplanke entsorgt. Den Schäferhund haben sie bei einem Ausflug in Holland einfach ausgesetzt. 

Richter Emminghaus geht wieder auf das Opfer ein. Daraufhin beschrieb Angelika, dass sie die gefolterte Frau geknebelt in der Badewanne abgelegt habe. "Dann bin ich zu Wilfried gegangen und habe ihm gesagt, dass Annika jetzt ertrinkt."

Irgendwann ist der Angeklagte hoch zur Wanne gegangen und habe die bewusstlose Frau erlöst. Er habe sie geküsst und plötzlich gingen die Augen des Opfers wieder auf. "Wäre Wilfried nicht zu Annika gegangen, wäre sie vermutlich gestorben", sagte die 47-Jährige. 

11.15 Uhr: Die Mutter des Opfers sitzt vollkommen versteinert im Gerichtssaal. Angelika W. schildert völlig emotionslos, wie Annika immer mehr gequält wurde. 

Die Angeklagte beschrieb, dass die Frau immer mehr und tiefere Wunden an den Händen und Füßen gehabt habe. "Ich habe sie teilweise verbunden. Wenn sie schlau gewesen wäre, hätte sie durch diverse Türen, die nicht verschlossen waren, flüchten können. Das hat sie aber nicht gemacht", sagte Angelika W.. 

11 Uhr: Die beiden Angeklagten wurden im gewalttätiger gegenüber dem Opfer. Angelika wollte Annika aber nie quälen! "Sie sollte so bleiben, wie sie zum Anfang der Beziehung mit Wilfried war. Beim Würgen hatte sie schon Luftnot, wenn ich den Gürtel um ihren Hals fester zog", sagte die 47-jährige Angeklagte. 

Es ging sogar so weit, dass die beiden Folterer Elektroschocker eingesetzt haben. Das habe ihr aber wenig ausgemacht, so Angelika. "Sie hatte eine sehr hohe Schmerzgrenze."

"Irgendwann kamen die Handschellen ins Spiel. Wir haben Annika in ein Nebenzimmer ausquartiert", beschrieb sie weiter. Sie habe Wilfried beim Schlafen gestört, weil sie zur falschen Zeit auf das Klo gehen wollte. "Sie hat es akzeptiert, weil sie wohl auch hoffte, damit Wilfried nachts nicht mehr zu stören". 

Weil sie sich immer eingenässt habe, hatte das Folterpaar nach Lösungen gesucht. Zudem stank es mehr und mehr in dem Nebenzimmer nach Urin. Deshalb wurde sie nach oben ins Haus verfrachtet. Dort wurde sie dann an einen Heizkörper gefesselt. Später wurden dann auch ihre Füße mit Handschellen gefesselt. 

10.20 Uhr: Angelika W. schildert weitere Erlebnisse mit Wilfried W. und Annika W. So zum Beispiel von der ersten Ohrfeige von Wilfried W. und Schläge mit dem Gürtel.

Auch Angelika W. berichtet, wie sie das erste Mal handgreiflich gegenüber Annika W. wurde: "Zwei Wochen vor Weihnachten 2013 habe ich Annika zum ersten Mal an den Haaren gezogen und sie in die Ecke geschubst. Ich habe ihr Ohrfeigen gegeben."

10 Uhr: Detailliert berichtet die Angeklagte Angelika W. über das Zusammenleben: "Ich habe versucht, Annika anzulernen, wie sie sich am besten im Haus im Bosseborn bewegt. Nach ein paar Wochen gab es zwishen den beiden kaum noch Sex. Ab und zu nahm Wilfried sie noch in den Arm. Ich habe bitter geweint, weil ich befürchtete, dass Wilfried mich, Angelika W., aus dem Haus in Bosseborn schmeißt."

09.55 Uhr: Sie hätten dann am 18. Oktober 2013 standesamtlich in Höxter geheiratet, alles ging ganz schnell. Zum ersten Mal gab es Stress zwischen den beiden, als Annika sich krank fühlte, aber trotzdem arbeiten gehen wollte. Bis dahin sei Annika nie in Bosseborn gewesen und habe das Haus nur von Fotos gekannt.

09.50 Uhr: Auf den Wunsch von Wildfried W. hätte er zusammen mit Angelika W. dann einen Verlobungsring in Höxter besorgt. Die Eile erklärt Angelika W. mit den Worten: "Damit ihm die Frauen auch sicher waren." Im Auto hätten sich die beiden dann verlobt und vergnügt. Die Angeklagte habe immer im Auto gewartet, wenn Wilfried seine Hausbesuche bei Annika machte. Sie glaubte, dass Angelika W. die ältere Schwester von Wilfried sei. 

09.45 Uhr: Vor Ort habe Angelika dann im Wagen gewartet, während Wilfried W. mit Annika im Haus war. Zum Abschied hätten sich die beiden geküsst. Angelika habe das aber nicht groß gestört: "Das war früher ja auch schon so, dass Wilfried andere Frauen küsste, oder mit ihnen Geschlechtsverkehr hat. Wenn er jemanden hatte, dann war er beschäftigt und ich hatte meine Ruhe".

09.40 Uhr: Auf die Frage des Richters, wann Annika W. nach Bosseborn gekommen sei, antwortet Angelika W.: "2013 sind Wilfried und ich in der Stadt in Höxter gewesen, um eine Bekanntschafts-Anzeige aufzugeben, damit Wilfried neue Frauen kennenlernt. Wenn das funktioniert, dann habe ich wieder Ruhe, habe ich gedacht." 

Laut Angelika W. seien sie und Wilfried W. dann gemeinsam zu Annika W. nach Uslar gefahren, die sich auf die Anzeige per SMS gemeldet hatte. 

09.30 Uhr: Als Nebenklägerin ist auch die Mutter des ersten Opfers Annika W. im Gerichtssaal. Es wird erwartet, dass Angelika W. eine ausführliche Aussage zum Tod des ersten Opfers macht. 

Nachdem die misshandelte Frau an ihren Verletzungen starb, schickten die Angeklagten der Mutter noch weiter SMS. Deshalb dachte die Mutter noch bis April 2016, dass ihre Tochter leben würde. Da war sie aber schon monatelang tot. 

09.20 Uhr: Die Sitzung ist eröffnet! Am letzten Prozesstag beantragte Detlev Binder (Strafverteidiger von Wilfried W.), ein neues psychiatrisches Gutachten für den Angeklagten zu fertigen. Das lehnte der Richter Bernd Emminghaus ab. 

Dadurch hat das aktuelle Gutachten weiterhin Bestand. Zudem sagte der Richter, dass der Angeklagte voll schuldfähig ist und eine Gefahr für die Allgemeinheit darstellen würden.



Die Angeklagte Angelika W. am vierten Prozesstag mit ihrem Strafverteidiger Peter Wüller. 
Die Angeklagte Angelika W. am vierten Prozesstag mit ihrem Strafverteidiger Peter Wüller. 
Hier sitzt der mutmaßliche Folterer Wilfried W.. Sein Strafverteidiger Detlev Binder steht ihm zur Seite.
Hier sitzt der mutmaßliche Folterer Wilfried W.. Sein Strafverteidiger Detlev Binder steht ihm zur Seite.

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