Hostel-Mitarbeiter mit Brotmesser attackiert: Ist der Täter nicht schuldfähig?

Berlin - Ende Januar eskalierte ein Streit an der Rezeption eines Hostels in Berlin-Mitte.

Nach der Attacke hat der Angreifer noch einen anderen Mann angegriffen. (Symbolbild)
Nach der Attacke hat der Angreifer noch einen anderen Mann angegriffen. (Symbolbild)  © 123RF

Ein Gast ging daraufhin auf den Mitarbeiter los, mehrfach soll er auf ihn eingestochen und ihn lebensgefährlich verletzt haben. Auch zu Hilfe eilende Zeugen wurden verletzt (TAG24 berichtete).

Nun muss sich der 48-Jährige vor dem Landgericht verantworten. (9.30 Uhr)

Auslöser war laut Anklage, dass der Hostel-Mitarbeiter den 48-Jährigen wegen seines Verhaltens aus dem Haus gewiesen hatte.

Die Ermittler halten den Mann für nicht schuldfähig. Die Staatsanwaltschaft strebt seine Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus an.

Für den Prozess um gefährliche Körperverletzung sind vier Tage vorgesehen.

Update 14.10 Uhr:

Ein 48-jähriger Mann hat vor dem Berliner Landgericht einen Messerangriff auf einen Hostel-Mitarbeiter in Mitte gestanden. Er sei verärgert gewesen, weil er des Hauses verwiesen worden sei, sagte der Angeklagte zu Prozessbeginn am Montag. Mit einem Brotmesser habe er den Mann "am Kopf ritzen, aber nicht töten wollen".

Der Angestellte und ein zu Hilfe eilender Zeuge waren bei der Tat im Januar 2018 schwer verletzt worden. Der Beschuldigte gilt als psychisch krank. Die Anklage lautet auf gefährliche Körperverletzung und Widerstand gegen die Staatsgewalt.

Neben der Messerattacke werden dem aus China stammenden Beschuldigten zwei weitere Taten zur Last gelegt. Im September 2017 soll er in einem Wohnhaus im Stadtteil Wedding eine Frau im Streit in den Schwitzkasten genommen haben.

Zudem soll er im November 2017 in einem Wohnheim Polizisten getreten haben, als sie ihn wegen eines Hausverbots auf die Straße führen wollten. Die Staatsanwaltschaft strebt die Unterbringung des 48-Jährigen in einem psychiatrischen Krankenhaus an. Der Prozess wird am 21. Juni fortgesetzt.

Titelfoto: 123RF


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