Eltern lassen Kind fast im "Harry-Potter-Raum" verhungern

Houston - Die Polizei beschreibt die Tat als einen der schlimmsten Missbrauchsfälle der Geschichte. Und wenn man sich die Bilder anschaut, wird schnell klar, dass das keine Übertreibung ist.

Der damals Fünfjährige wog zum Zeitpunkt seines Funds nur knapp 13 Kilo.
Der damals Fünfjährige wog zum Zeitpunkt seines Funds nur knapp 13 Kilo.  © HARRIS COUNTY PRECINCT 4 CONSTABLES OFFICE

Über den schrecklichen Fall berichtet "thesun.co.uk". Im Jahr 2014 kam die Polizei einem Pärchen auf die Schliche, die offenbar ein Kind quälten. Sie stürmten das Haus der Familie in Houston und machten eine schreckliche Entdeckung.

Ein damals Fünfjähriger war in einem kleinen Raum unter der Treppe eingesperrt, dem "Harry Potter room" wie die Sun schreibt. Das Kind musste auf einer kleinen Matratze schlafen - umgeben von freiliegenden Stromkabeln und Nägeln.

Bei der Untersuchung fand man heraus, dass der Junge nur eine Scheibe Brot am Tag zu essen bekam. Er musste zudem eine Windel tragen.

Die Beamten verhafteten den leiblichen Vater und die Stiefmutter des Kindes. Die damals schwangere Frau konnte in einem nahegelegenen Motel aufgegriffen werden. Offenbar ahnte sie schon, dass ihr die Polizei auf die Schliche gekommen war.

Der Junge wurde in ärztliche Betreuung gegeben.

Die behandelnden Mediziner waren bei der Untersuchung absolut schockiert. Der Junge wog nur noch 13 Kilogramm. Durch die Unterernährung verglichen die Ärzte seinen Zustand mit den Holocaust-Überlebenden.

Bereits 2016 wurde der Vater zu 15 Jahre Haft verurteilt. Erst jetzt bestimmte das Gericht über das Schicksal der Stiefmutter. Dadurch kamen neue grausame Details der Tat ans Licht.

Der Junge musste in einem kleinen Raum unter der Treppe leben.
Der Junge musste in einem kleinen Raum unter der Treppe leben.  © HARRIS COUNTY PRECINCT 4 CONSTABLES OFFICE

So soll der Vater den Sohn immer mit einer Spritze betäubt haben, wenn Besuch ins Haus kam. Somit sollte gewährleistet werden, dass das Kind still ist, damit andere Leute nichts von dem Missbrauch merken.

Zudem wurde das Kind gezwungen am Esstisch zu sitzen, wenn die Familie, inklusive der Kinder der Stiefmutter, eine Mahlzeit zu sich nahmen, während der Junge nichts essen durfte.

Einer der Kinder der Stiefmutter war es auch, der der Polizei den Hinweis auf den Missbrauch brachte. Der 16-Jährige sagte vor Gericht seiner Mutter: "Du hast mir Gefühle der Traurigkeit, Wut, Verwirrung und Leere gebracht".

Nun urteilte das Gericht auch über die Stiefmutter. Ihr wird die Hauptschuld für die Tat zugeschoben. Dafür muss sie nun 28 Jahre hinter Gittern.

Trotz der grausamen Kindheit konnte sich der Junge inzwischen gut entwickeln. Es wächst wohlbehütet bei seiner leiblichen Mutter auf.

Mehr zum Thema Polizeimeldungen:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0