"Hier ist keiner mehr sicher!" Hoyerswerda in Angst und Schrecken

In der vergangenen Nacht musste die Feuerwehr wieder in die Kleingartenanlage ausrücken.
In der vergangenen Nacht musste die Feuerwehr wieder in die Kleingartenanlage ausrücken.  © Jonny Linke

Hoyerswerda - Wer legt diese Brände? Seit Wochen verbreitet ein oder mehrere Zündler in Hoyerswerda Angst und Schrecken.

Besonders betroffen sind fast immer Laubenbesitzer oder landwirtschaftliche Einrichtungen. Immer ist die Vorgehensweise der Täter gleich. Nachts brennt es an mehreren Stellen, dicht beieinander.

Auch in der vergangenen Nacht erhielt die Feuerwehr in Hoyerswerda eine Alarmierung. In einer Laubenkolonie, nur wenige Meter neben der Kinder & Jugendfarm brannte eine Laube lichterloh.

„Ich bin gerade vom Stadtfest heim und habe mich in meine Laube, rund 100 Meter entfernt der Brandstelle gesetzt. Auf meiner Überwachungskamera, die leider nichts aufzeichnet, habe ich auf einmal helle Scheinwerfer gesehen. Wie Fahrräder. Wenige Minuten später sah ich einen riesen Feuerschein aus dem Garten gegenüber“, sagt Herr N.

Er ist einer der ersten, die den Brand bemerken und hat auch Angst. „Vielleicht trifft es mich als nächstes. Hier ist keiner mehr sicher“, erzählt er.

Laubenpieper Herr N. sah plötzlich einen hellen Feuerschein.
Laubenpieper Herr N. sah plötzlich einen hellen Feuerschein.

Und tatsächlich. Auf dem Weg neben den Lauben, welcher laut Herr N. erst am selben Tag gemäht wurde, sind mehrere Fahrradspuren. Direkt bis zum Eingang des Brandgartens.

„Alle in Frage kommenden Besitzer der Garten auf dem Stück waren entweder mit dem Auto da oder sind im Urlaub. Ich kenne sie sehr gut“, erzählt Herr N. Für die Feuerwehr war der Einsatz nicht einfach.

„Wir sind zu einem Brand alarmiert worden. Auf Anfahrt haben wir eine brennende Laube, direkt an einem Pferdestall vorgefunden. Ein erster Angriffstrupp der Berufsfeuerwehr hat unverzüglich damit begonnen, die Laube zu löschen und den großen Pferdestall zu retten. Das ist uns zum Glück auf Anhieb gelungen“, erzählt Einsatzleiter Oliver Puls von der Berufsfeuerwehr Hoyerswerda.

Im gleichem Atemzug wurde kompletter Stadtalarm ausgelöst. Alle freiwilligen Feuerwehren rasten zum besagten Einsatzort. „Nur 10 Minuten nachdem die erste Laube brannte, quoll Rauch und Feuer aus einer zweiten, rund 50 Meter entfernt. Das kann kein Zufall sein“, erzählt Herr N.

Die Feuerwehren haben sich dann von zwei Seiten aus Zugang zur Gartenkolonie gemacht und die Flammen gelöscht.

Von der ersten Laube ist nichts mehr übrig. An der zweiten sind massive Schäden am Holz entstanden. „Ohne unsere Freiwilligen Kräfte, hätten wir den Schaden nicht so gering halten können.

Das verdient größten Respekt, dass die Mitglieder zum Einsatz gekommen sind. Wir haben gerade Stadtfest und da hätte auch jeder woanders sein können“, bedankt sich Oliver Puls.

Die Polizei, welche umgehend aufgrund des Einsatzes zum Stadtfest vor Ort war, nahm Zeugenaussagen auf. Die Ermittlungen werden nun wieder einmal die Brandursachenermittler durchführen müssen. Sie sind leider in den letzten Wochen etliche Male in Hoyerswerda vor Ort.


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