HSV hofft auf Millionen-Betrag durch den DFB-Pokal

Hamburg - Der HSV hat die große Chance, erstmals seit der Saison 2008/09 wieder in ein DFB-Pokal-Halbfinale einzuziehen und eine Millionen-Gage zu erspielen.

HSV-Trainer Hannes Wolf steht unter Erfolgsdruck, da die Rückrunden-Bilanz zu schlecht ist.
HSV-Trainer Hannes Wolf steht unter Erfolgsdruck, da die Rückrunden-Bilanz zu schlecht ist.  © dpa/Daniel Bockwoldt
Berkay Özcan hat die Pokal-Träume beim Hamburger SV genährt und die Lust auf mehr geweckt. "Ganz Deutschland schaut zu. Das ist natürlich etwas Geiles.

Wir werden alles geben, um zu gewinnen", versprach der Türke vor dem Viertelfinal-Duell am Dienstagabend beim Zweitliga-Rivalen SC Paderborn.

Mit seinem "goldenen Tor" zum 1:0 über den 1. FC Nürnberg hat der Winter-Zugang Anfang Februar auch große finanzielle Hoffnungen beim Traditionsclub ausgelöst - immerhin würde das erstmalige Erreichen des Pokal-Halbfinales seit 2009 satte 2,656 Millionen Euro in die Kasse spülen.

Zudem soll ein Pokalerfolg dem Zweitliga-Zweiten Rückenwind für den Schlussspurt im Kampf um die Rückkehr in die Fußball-Bundesliga geben.

"Es ist ein geiles Spiel für beide Vereine. Keiner hätte vor der Saison erwartet, dass der HSV oder Paderborn das Halbfinale erreichen würde. Diese besondere Chance wollen wir unbedingt nutzen", sagte Abwehrchef Rick van Drongelen.

Sportvorstand warnt vor offensiven Paderbornern

In der Hinrunde der 2. Bundesliga siegte der HSV 1:0 gegen Paderborn. Das Tor schoss Khaled Narey (rechts).
In der Hinrunde der 2. Bundesliga siegte der HSV 1:0 gegen Paderborn. Das Tor schoss Khaled Narey (rechts).  © dpa/Daniel Bockwoldt

Wenn dieses Vorhaben gelingen soll, muss der HSV jedoch ein anderes Gesicht zeigen als zuletzt bei der frustrierenden Nullnummer beim VfL Bochum. "Wir können es packen", meint Sportvorstand Ralf Becker, der nach dem Bochum-Spiel Kritik am Team geübt hatte.

Daher schränkte er auch ein: "Dann müssen wir uns allerdings ganz anders präsentieren."

Trainer Hannes Wolf will die Lage "nicht dramatisieren" und mahnt deshalb zur Besonnenheit.

"Wir haben ein paar Themen, an denen wir arbeiten müssen, aber wir konzentrieren uns jetzt auf den nächsten Schritt", betonte der 37-Jährige.

Um Reisestrapazen zu umgehen, bereitet sich der HSV im Sporthotel Klosterpforte in Harsewinkel auf den Cup-Hit vor.

"Wir haben das vor allem für die Regeneration getan. Es ist kein Trainingslager, um sich einzuschwören", meinte Becker, obwohl er mentale Probleme bei einigen unerfahrenen Kickern ausgemacht hatte.

Der Ex-Profi warnte seine Akteure inständig vor der Offensivabteilung des SC Paderborn, die mit 61 Treffern im bisherigen Saisonverlauf wesentlich mehr Tordrang bewiesen hat als die der Hanseaten (38).

Lasogga trägt die Hauptlast im Angriff

Pierre-Michel Lasogga soll auch gegen Paderborn wieder die Hauptlast im Angriff tragen.
Pierre-Michel Lasogga soll auch gegen Paderborn wieder die Hauptlast im Angriff tragen.  © dpa/Axel Heimken

Bei den Hausherren sind alle fit, auch Stürmer Sven Michel (10 Saisontreffer), der im Union-Spiel eine Fußprellung erlitten hatte.

Lediglich auf den Torwart wollte sich Trainer Steffen Baumgart noch nicht festlegen.

"Sie spielen immer mit offenem Visier, haben eine sehr intensive Spielweise und sind offensivstark. Da wird viel Wucht auf uns zukommen", warnte Wolf seine Profis und forderte von ihnen "die richtige Haltung".

Beim HSV hat erneut Pierre-Michel Lasogga (13 Saisontore) die Hauptlast im Angriff zu tragen, denn weder Tatsuya Ito (Magen-Darm-Grippe) noch Fiete Arp (aus sportlichen Gründen nicht berücksichtigt) werden nachreisen.

Die schon länger verletzten Leistungsträger Aaron Hunt und Hee-Chan Hwang stehen ohnehin nicht zur Verfügung. Ein Hoffnungsträger ist deshalb U20-Nationalspieler Mats Köhlert, der schon in Bochum bei seinem kurzen Saisondebüt zu gefallen wusste.

"Es ist ein 50:50-Spiel", urteilte Wolf, der selbst auch an einem kritischen Punkt angekommen ist. Denn seine Bilanz aus den ersten zehn Rückrunden-Spielen (14 Punkte) ist deutlich schlechter als die seines Vorgängers Christian Titz (18), der nach zehn Spielen der Vorrunde Ende Oktober nach einem 0:0 im Bochum-Spiel entlassen worden war.

Kein Wunder, dass auch der HSV-Coach auf einen Cup-Coup seiner Schützlinge hofft: "Es wäre ein Traum, in das DFB-Pokal-Halbfinale einzuziehen."

Titelfoto: dpa/Daniel Bockwoldt

Mehr zum Thema HSV:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0