In letzter Minute! Letschert rettet HSV einen Punkt

Kiel/Hamburg - Der Fluch hält an! Der Hamburger SV kann gegen Holstein Kiel nicht gewinnen. Am Samstag trennte sich der HSV nach starker kämpferischer Leistung von den Störchen mit 1:1 (1:0). Janni Serra brachte Kiel in Führung, der eingewechselte Timo Letschert erzielte in der 90. Minute den Ausgleich. Zudem sah HSV-Profi Bakery Jatta in der ersten Hälfte die Rote Karte.

Die Fans vom Hamburger SV zündeten zu Spielbeginn Pyrotechnik.
Die Fans vom Hamburger SV zündeten zu Spielbeginn Pyrotechnik.  © Frank Molter/dpa

Trotz des mageren 1:1-Unentschieden beim SV Wehen Wiesbaden verzichtete HSV-Trainer Dieter Hecking auf Veränderungen in der Startelf.

Bedeutete auch, dass David Kinsombi gegen seinen alten Verein von Beginn ran durfte.

Die Fans bekamen von dem aber recht wenig mit. Zahlreiche Chaoten zündeten Pyro-Technik und vernebelten den HSV-Block.

Und sie verpassten gleich zum Start zwei gefährliche Aktionen ihrer Mannschaft. Erst scheiterte Sonny Kittel mit einer Volley-Abnahme (2. Minute) an Kiels Keeper Ioannis Gelios, kurz darauf traf Lukas Hinterseer zwar das Tor, doch ausgerechnet Passgeber Kittel stand zuvor im Abseits.

Nach dem druckvollen Beginn wurde die Partie allerdings offener, auch weil sich Kiel besser auf das Spiel der Hamburger einstellte.

Nach einer Viertelstunde konnten sich die Rothosen bei ihrem Torwart Daniel Heuer Fernandes bedanken, dass sie nicht in Rückstand gerieten. Nach einer unglücklichen Abwehraktion von Tim Leibold stand Emmanuel Iyoha plötzlich zehn Meter vor dem HSV-Gehäuse völlig frei, doch Heuer Fernandes bewahrte sein Team mit einer überragenden Parade vor dem Gegentreffer.

HSV-Trainer Hecking kocht nach Jatta-Rot vor Wut

Glatt Rot! Bakery Jatta senst an der Außenlinie Salih Özcan um.
Glatt Rot! Bakery Jatta senst an der Außenlinie Salih Özcan um.  © Frank Molter/dpa

Nach einigen ungefährlichen Torabschlüssen auf beiden Seiten wurde es plötzlich wild. Bakery Jatta grätschte an der Außenlinie Kiels Salih Özcan in vollem Tempo und sah für die rüde Attacke nach 26 Minuten die Rote Karte - es war der erste Platzverweis für die Hamburger in dieser Saison.

HSV-Trainer Hecking war außer sich, weil die komplette Kieler Ersatzbank nach der Grätsche aufsprang und eine Karte forderte. Erst nach kurzer Zeit konnte sich der 55-Jährige wieder beruhigen.

Die Hamburger versuchten trotz der Unterzahl weiter nach vorne zu spielen.

In der 37. Minute konnten sie sich allerdings beim Kieler Özcan bedanken, dass es nicht 1:0 für den Gastgeber stand.

Nach einem Konter lupfte Jae-sung Lee den Ball über Heuer Fernandes, aber Özcan, der im Abseits stand, drückte den Ball noch über die Linie, und verhinderte so die Führung seiner Mannschaft. Die Pille wäre auch so ins Tor gegangen. Glück für den HSV, Pech für die Störche!

In der 43. Minute war es dann aber so weit. Nach einem katastrophalen Fehlpass von Rick van Drongelen kam Sanni Serra am Strafraum an den Ball und netzte ihm mit Hilfe des rechten Innenpfosten ein. Bitter für den HSV: Gideon Jung, der eigentlich vor Serra an den Ball kam musste, rutschte weg.

Mit diesem Schock ging es für die Hamburger nach 45 turbolenten und unterhaltsamen Minuten in die Kabine. Das Hecking-Team war zwar besser, Kiel aber gefährlicher.

Zweite Hälfte ohne große Chancen

Khaled Narey legt sich den Ball an Salih Özcan vorbei.
Khaled Narey legt sich den Ball an Salih Özcan vorbei.  © Frank Molter/dpa

Der HSV startete offensiv in die zweite Hälfte, konnte sich aber keine zwingenden Tor-Aktionen erarbeiten.

Gegen die dicht gestaffelte Kieler Defensive fand der Tabellenführer kein Mittel. Mit der Führung im Rücken vertrauten die Störche auf ihre Konter-Gefährlichkeit.

Hamburgs Trainer Hecking zog nach und nach seine Joker. Erst brachte er Bobby Wood für Kittel (65.), später Timo Letschert und Christopher Moritz für Rick van Drongelen und Timo Letschert (73.).

Unterdessen versuchte Khaled Narey sein Glück mit zwei Schüssen aus der Distanz, zielte aber zu ungenau (70. und 71.).

Trotz optischer Überlegenheit fiel den Hamburgern gegen die Kieler mit fortlaufender Spieldauer nichts ein. Die Gastgeber verwalteten ihre Führung ohne selbst offensiv aktiv zu werden.

Kurz vor dem Ende hatte erneut Narey mit zwei Chancen die Möglichkeit zum Ausgleich, doch immer wieder warf sich ein Kieler in die Schussbahn. Das durfte doch nicht wahr sein!

Doch dann belohnte sich der HSV am Ende doch noch. Nach der dritten Ecke in Folge kam der eingewechselte Letschert nach einem Durcheinander im Kieler Strafraum an den Ball und bugsierte die Pille zum Ausgleich über die Linie. Was für eine Moral!

An den Ausgleich hatte kaum noch jemand geglaubt. Gegen clever agierende Kieler fiel dem HSV nichts ein, doch am Ende reichte es zum 1:1.

Trotz des fünften Auswärtsspiels ohne Erfolg und einem erneuten Unentschieden bleibt der HSV vorerst Tabellenführer. Konkurrent VfB Stuttgart konnte den Patzer nicht nutzen, weil er selbst beim VfL Osnabrück verlor.

Für die Hamburger geht es nach der Länderspielpause gegen Dynamo Dresden weiter.

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