Nach mehreren Ausfällen: Nutzt HSV-Kapitän Hunt seine Chance für einen neuen Vertrag?

Hamburg - Schlägt jetzt die Stunde von Aaron Hunt? Nach den Ausfällen von Adrian Fein (Jochbeinbruch) und Jeremy Dudziak (Anriss des Innenbandes) beim Hamburger SV könnte der eigentliche Kapitän der große Nutznießer werden.

Jeremy Dudziak musste gestützt von Betreuern den Platz verlassen.
Jeremy Dudziak musste gestützt von Betreuern den Platz verlassen.  © Peter Steffen/dpa

Damit hat der aktuelle Tabellen-Zweite binnen zwei Wochen zwei wichtige Stammspieler verloren.

"Wir haben einen breit aufgestellten Kader. Jetzt müssen andere ran", sagte Trainer Dieter Hecking trotzig.

Während die vergangene Partie bei Hannover 96 bereits darüber Aufschluss gab, wen der 55-Jährige als Fein-Ersatz bevorzugt, bleibt die Position für Dudziak offen.

Im Nord-Derby gegen die Roten rückte Gideon Jung für Fein in die Startelf. "Ich denke, dass Gideon Jung ihn sehr gut vertreten hat, er hat eine gute Körperlichkeit in unser Spiel gebracht und hat es auch insgesamt sehr, sehr ordentlich gemacht", sagte Hecking auf der HSV-Homepage.

Vor dem anstehenden Derby gegen den FC St. Pauli am Samstag (13.30 Uhr) steht nun die Frage im Raum, wer Dudziak ersetzt. "In Hannover waren einige enttäuscht, dass sie nicht gespielt haben, vielleicht bekommen sie jetzt die Chance", erklärte der Trainer.

In erster Linie dürfte der Name Aaron Hunt fallen. Der etatmäßige HSV-Kapitän scharrt mit den Hufen. Nach der Winterpause stand der 33-Jährige erst 17 Minuten auf dem Feld. Gegen den 1.FC Nürnberg und Hannover 96 schmorte er das ganze Spiel über auf der Bank, gegen den VfL Bochum fehlte er krankheitsbedingt.

Mit seiner Erfahrung tut er der ansonsten jungen Hamburger Mannschaft mit Sicherheit gut. Doch Hunt fehlt in dieser Saison die Spielpraxis. Der kreative Mittelfeldspieler fiel zu häufig aus. Alleine in der Saison verpasste er bereits acht Spiele.

Derby-Einsatz als logischer Schritt

HSV-Kapitän Aaron Hunt jubelt über einen Treffer.
HSV-Kapitän Aaron Hunt jubelt über einen Treffer.  © Axel Heimken/dpa

Dabei wären Einsätze für den 33-Jährigen von großer Bedeutung. Im Sommer läuft sein Vertrag beim HSV aus. Laut "SportBild" verlängert er sich automatisch, wenn Hunt mindestens 20 Spiele absolviert hat. Eine Partie als Einwechselspieler zählt hingegen nur als halber Einsatz.

Sollte diese Klausel greifen, müsste Hunt fast jedes Spiel von Beginn an oder spätestens ab der Halbzeit auf dem Platz stehen. Angesichts der großen Konkurrenz ist das fast ausgeschlossen. Daher muss der 33-Jährige die kommenden Spiele für einen neuen Kontrakt nutzen und sich empfehlen.

Fit ist er zumindest einmal. In den vergangenen Wochen spulte er das komplette Trainingspensum mit der Mannschaft ab. Ein Startelf-Einsatz im Derby wäre der nächste Schritt.

Doch Trainer Hecking hat durchaus mehr Alternativen als nur Hunt. In Hannover brachte er David Kinsombi - mit mäßigem Erfolg. Der Rekord-Transfer des Sommers konnte bislang noch nicht im Dress der Hamburger überzeugen und findet sich daher öfter als ihm lieb ist auf der Bank wieder.

Eine weitere, deutlich defensivere Variante zu Hunt, wäre Christopher Moritz. Hecking überraschte bereits öfter mit dem 30-Jährigen und ließ ihn bereits dreimal in dieser Saison von Beginn an auflaufen.

Eines ist sicher: Der erfahrene Trainer hat mit Sicherheit bereits einen Plan im Kopf. Nun gilt es für die Spieler, sich in der Trainingswoche entsprechend zu zeigen, damit der 55-Jährige im Derby auf sie setzt.

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