HSV-Trainer Hecking beweist erneut sein goldenes Händchen

Hamburg - Der HSV lief an und an und an. Nicht viele hatten am Samstag gegen Dynamo Dresden noch mit einem Sieg der Rothosen gerechnet - bis David Kinsombi kam.

David Kinsombi drückt den Ball aus kurzer Distanz über die Linie.
David Kinsombi drückt den Ball aus kurzer Distanz über die Linie.  © Christian Charisius/dpa

Der Mittelfeldspieler wurde in der 84. Minute für Jeremy Dudziak eingewechselt, keine zehn Zeigerumdrehungen später war der 23-Jährige der viel umjubelte Held.

Aus kurzer Distanz drückte Kinsombi den Ball per Kopf zum 2:1 über die Linie und sorgte für eine Explosion im Volksparkstadion.

"Es war ein schöner Moment, um zu treffen", sagte der Siegtorschütze nach der Partie. "Wir haben uns für den Kampf und die Arbeit belohnt."

Nach einer der schlechtesten Halbzeiten seit dem Amtsantritt von Trainer Dieter Hecking brauchte der HSV einen frühen Gegentreffer zu Beginn der zweiten 45 Minuten als Wachmacher.

"Das muss man erst einmal verdauen. Wir haben danach aber Wut und eine Welle nach der anderen aufgebaut", erklärte Hecking.

Wie schon in der Vorwoche beim 1:1-Unentschieden bei Holstein Kiel wechselte der 55-Jährige einen Last-Minute-Torschützen ein. Gegen die Kieler war es Timo Letschert, der seine Mannschaft vor einer Niederlage bewahrte, gegen Dresden war es Kinsombi.

Kapitän Hunt übt Kritik am Video-Schiedsrichter

Dieter Hecking treibt seine Mannschaft immer wieder nach vorne.
Dieter Hecking treibt seine Mannschaft immer wieder nach vorne.  © Christian Charisius/dpa

"Die Einwechselspieler haben Schwung gebracht. Der Sieg war am Ende auch nicht unverdient", schob er nach.

Aber nicht nur bei Torschütze Kinsombo bewies Hecking ein goldenes Händchen. Nach einer Stunde brachte er Aaron Hunt und Jairo Sampeiro. Vor allem der Kapitän brachte neuen Elan in die Partie.

Am Ende lag es zum einen am HSV selbst, dass sich die Mannschaft erst so spät belohnte, zum anderen aber auch am Video-Schiedsrichter. Die Hamburger erzielten am Samstag vier Tore, aber nur zwei zählten. Treffer von Martin Harnik und Hunt nahm Schiedsrichter Marco Fritz nach Hinweis aus dem Kölner Keller zurück.

Während Trainer Hecking das wenig störte, wurden die Spieler deutlicher. "Der VAR ist ein Stimmungskiller, ich bin kein Fan davon", bezog Kapitän Hunt klar Stellung. "Er nimmt die Emotionen aus dem Spiel. Man kann sich gar nicht über ein Tor freuen, weil man sich nie sicher sein kann."

Hecking fordert Siege statt Schönspielerei

David Kinsombi jubelt nach seinem Siegtreffer ausgelassen.
David Kinsombi jubelt nach seinem Siegtreffer ausgelassen.  © Christian Charisius/dpa

Zum Glück kam am Ende aber noch Kinsombi, der dem HSV einen Big Point und die Tabellenführung bescherte. "Es geht nicht ums Schönspielen, es gilt im Herbst und Winter darum die Punkte einzufahren. Die Spiele zu gewinnen, ist wichtig", sagte Hecking.

Da Konkurrent Arminia Bielefeld gegen den SV Sandhausen nicht über ein 1:1-Unentschieden hinaus kam, grüßt der HSV nun wieder von der Tabellenspitze.

"Ein netter Nebeneffekt", erklärte Kinsombi, dem der Zeitpunkt seines späten Treffers egal war. "Mir ist wurscht, wann ich treffe. Ich lauer einfach auf Abpraller und zweite Bälle."

Und das hat er am Samstag wieder hervorragend gemacht. Mit seinem dritten Saisontreffer machte er wieder auf sich aufmerksam. Nur zehn Minuten zu spielen, ist nicht sein Anspruch. Am Freitag bei Aufsteiger VfL Osnabrück will er wieder länger auf dem Platz stehen.

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