Kinsombi köpft den HSV zum Last-Minute-Sieg gegen Dynamo Dresden

Hamburg - Wie spannend war das denn?! Der Hamburger SV hat in letzter Minute 2:1 (0:0) gegen Dynamo Dresden gewonnen. Vor 51.586 Zuschauern im Volksparkstadion brachte Niklas Kreuzer die Gäste in Führung, Sonny Kittel und Joker David Kinsombi drehten die Partie für den HSV.

Christop Moritz geht gegen Jannik Müller in den Luftzweikampf.
Christop Moritz geht gegen Jannik Müller in den Luftzweikampf.  © Christian Charisius/dpa

HSV-Trainer Dieter Hecking veränderte seine Startelf im Vergleich zum Last-Minute-Unentschieden bei Holstein Kiel auf vier Positionen.

Für Gideon Jung, David Kinsombi (beide Bank), Bakery Jatta (Rotsperre) und Lukas Hinterseer (Oberschenkelverletzung) rückten Kiel-Torschütze Timo Letschert, Christoph Moritz, Martin Harnik und Bobby Wood, der erstmals in dieser Saison von Beginn an ran durfte, in die Startformation.

Und zwei von den Neuen waren gleich nach 30 Sekunden an der ersten dicken Chance des HSV beteiligt. Wood tankte sich im Strafraum gegen zwei Gegenspieler durch, mit Glück kam der Ball zu Moritz, doch sein Schuss ging knapp am Dynamo-Gehäuse vorbei.

Nach der erfolglosen Anfangsoffensive waren die Hamburger auch defensiv gefordert. Nach elf Minuten klärte HSV-Keeper Daniel Heuer Fernandes einen Schuss von Max Kulke zur Ecke. Es war das erste Lebenszeichen der Gäste aus Sachsen, die von da an besser ins Spiel kamen.

Dadurch entwickelte sich in der Folge eine ausgeglichene Partie ohne Torchancen.

HSV-Schock direkt nach der Pause

Tim Leibold und Baris Atik kämpfen um den Ball.
Tim Leibold und Baris Atik kämpfen um den Ball.  © Christian Charisius/dpa

Nach einer halben Stunde bangte Trainer Hecking um seinen Keeper. Nach einem harten Zweikampf blieben Heuer Fernandes und Baris Atik liegen. Während es für den HSV-Schlussmann weiterging, musste der Dresdner verletzt vom Platz. Für ihn kam René Klingenburg.

Kurz vor der Pause zogen die Rothosen noch einmal das Tempo an und kamen zu Torchancen. Erst vergab Harnik per Kopf, anschließend klärte Dynamo-Keeper Kevin Broll gegen eine Volley-Abnahme von Jeremy Dudziak zur Ecke.

Damit ging es mit einem 0:0 in die Kabinen. Es war eine der schlechteren Halbzeiten des HSV in dieser Saison im heimischen Volksparkstadion.

Und die zweite Hälfte begann gleich mit einem Schock für den HSV. Niklas Kreuzer erzielte mit einem Schlenzer von der Strafraumkante ins lange Eck die Führung für Dresden. Schlechter hätte der Start für die Hecking-Elf in die zweiten 45 Minuten nicht laufen können.

Nach einer Stunde hatte Hecking genug und wechselte doppelt. Der 55-Jährige brachte Aaron Hunt für Moritz und Jairo Samperio für den glücklosen Wood.

Joker bringt den Sieg

David Kinsombi jubelt über seinen Siegtreffer.
David Kinsombi jubelt über seinen Siegtreffer.  © Christian Charisius/dpa

Das zuvor oft ideenlos wirkende Spiel des HSV nahm damit endlich an Fahrt auf.

Folgerichtig fiel in der 67. Minute auch der Ausgleich. Nach einem feinen Leibold-Pass in den Strafraum nahm der bis dahin unauffällige Sonny Kittel den Ball direkt und versenkte in mit Hilfe des Pfostens im Tor.

Der HSV schien den Gegentreffer gut verdaut zu haben und legte sofort nach.

Nur vier Minuten landete der Ball erneut im Dresdner Tor. Harnik drückte den Ball nach einem missglückten Jairo-Abschluss über die Linie.

Doch nach dem ausgelassenem Jubel meldete sich der Video-Schiedsrichter aus Köln, überprüfte auf Abseits, sodass Referee Marco Fritz den Treffer des Österreichers zurücknahm. Es war eine Millimeter-Entscheidung zu Ungunsten des HSV.

Das Spiel stand nun auf Messers Schneide, weil auch Dresden den Weg nach vorne suchte und auf den Führungstreffer drängte.

In der 83. Minute brannte erneut Jubel auf. Hunt hatte per Kopf das 2:1 erzielt, doch Flankengeber Leibold stand zuvor im Abseits. Immerhin dauerte die Entscheidung wie zuvor bei Harniks Treffer nicht minutenlang.

In der Nachspielzeit fiel dann irgendwie doch noch der Treffer für den HSV. Dresden igelte sich hinten ein, doch einen Abpraller köpfte der zuvor eingewechselte David Kinsombi zum viel umjubelten Sieg ein. Der Volkspark stand Kopf!

Kurz darauf war Schluss. Dank einer klaren Leistungssteigerung nach 60 Minuten gewannen die Hamburger am Ende verdient gegen wacker kämpfende Gäste aus Sachsen.

Für den HSV geht es bereits am kommenden Freitag mit dem Auswärtsspiel beim Aufsteiger VfL Osnabrück weiter.

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