HSV-Trainer Hecking schießt gegen Jung-Kritiker: "Sitzen mit 50 Kilo Übergewicht vorm Computer"

Hamburg - Seit fünf Jahren schnürt Gideon Jung mittlerweile die Schuhe für den Hamburger SV. Dabei hat der 25-Jährige schon vieles erlebt.

HSV-Trainer Dieter Hecking teilt gegen die Fans aus.
HSV-Trainer Dieter Hecking teilt gegen die Fans aus.  © Daniel Bockwoldt/dpa

Negative Höhepunkte dürften der Abstieg aus der Bundesliga sowie der verpasste Wiederaufstieg in der vergangenen Saison gewesen sein.

Obwohl Jung als dienstältester HSV-Profi ein gewisses Standing im Verein haben müsste, wurde in den vergangenen Wochen immer wieder Zielscheibe von gezielten, heftigen Attacken in den sozialen Medien. Er gilt ein wenig als Sinnbild des jahrelangen Niederganges des einstigen Bundesliga-Dinos.

Als sich vor dem Spiel beim SV Sandhausen, das 1:1 endete, andeutete, dass der 25-Jährige auflaufen würde, gingen die Attacken los. "#Jung auf der 6. Überlege gerade, ob ich nicht lieber Mittagsschlaf machen sollte, aber ich könnte ja das erste Tor von Dennis #Diekmeier verpassen. 😜" oder "Scheint ein Gesetz zu sein, dass jeder #HSV Trainer es einmal mit #Jung im Mittelfeld probiert - und nicht auf das Wissen vertraut, dass alle vor ihm einen Reinfall erlebt haben.", schrieben die User auf Twitter

Auf ungewohnter Position im defensiven Mittelfeld überzeugte der gelernte Innenverteidiger allerdings und strafte so seinen Kritikern Lügen. "Das, was wir vorhatten, nämlich mit Gideon defensiv stabiler zu stehen, ist im Großen und Ganzen aufgegangen", erklärte HSV-Trainer Dieter Hecking.

Fall Jung erinnert an vergangene Tage

Gideon Jung kämpft mit Sandhausens Besar Halimi um den Ball.
Gideon Jung kämpft mit Sandhausens Besar Halimi um den Ball.  © Uwe Anspach/dpa

Nach der Partie nahm sich der 55-Jährige die Jung-Hater vor. "Was in sozialen Medien geschrieben wird, interessiert mich null", sagte er der Mopo. "Die können schreiben, was sie wollen. Ich denke, dass Gidi das genauso so sieht."

Und dann platzte ihm der Kragen: "Ich finde es sehr anmaßend, was sich einige Leute rausnehmen, die wahrscheinlich 50 Kilogramm Übergewicht haben und vorm Computer sitzen. Die sollen einfach mal an sich runtergucken." Wumms, das hat gesessen!

Die Pöbeleien im Netz gegen HSV-Spieler sind allerdings nicht neu. Sie erinnern an regelrechte Hetz-Kampagnen gegen ehemalige Profis wie Heiko Westermann oder Gutoku Sakai.

Der Japaner galt als einer der Hauptschuldigen am Abstieg des HSV aus der ersten Liga und, ähnlich wie Jung, dem verpassten Wiederaufstieg.

So wurde Sakai von den eigenen Fans bei jedem Ballkontakt am Ende der Vorsaison ausgepfiffen. Die Konsequenz: Er flüchtete im Sommer in die Heimat zu Vissel Kobe.

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