Heimmacht, HSV! Spieler ärgern sich trotz Sieg

Hamburg - Fünf Spiele, 13:1 Tore und 13 Punkte! Der Hamburger SV ist in dieser Saison eine wahre Heimmacht. Das musste am Samstag auch die SpVgg Greuter Fürth anerkennen.

Nach dem Spiel feierte die Mannschaft mit den Fans den Heimsieg.
Nach dem Spiel feierte die Mannschaft mit den Fans den Heimsieg.  © Daniel Bockwoldt/dpa

Mit einem ungefährdeten 2:0-Sieg schickte der HSV die Gäste auf eine lange Heimfahrt zurück nach Franken.

In den 90 Minuten zuvor ließ der neue Tabellenführer nur wenig anbrennen, machte es aber in einigen Situationen unnötig spannend.

Unmittelbar nach der Pause blockte Rick van Drongelen in allerletzter Sekunde einen Schuss von Branimir Hrgota, fast im Gegenzug fiel die Führung durch Jeremy Dudziak.

Und nach 66 Minuten tauchte plötzlich Tobias Mohr frei vor Daniel Heuer Fernandes auf. "Nach der Führung hat Fürth eine Riesenchance. Da hält Daniel Heuer Fernandes überragend", befand Mitspieler Adrian Fein, der trotz des Sieges deutliche Worte fand.

"Wir dürfen nicht mit dem 0:0 in die Halbzeit gehen. Wir hätten früher in Führung gehen müssen", monierte der Mittelfeldspieler die mangelnde Chancenauswertung seiner Kollegen.

Die größte Möglichkeit ließ in den ersten 45 Minuten Martin Harnik nach rund einer Viertelstunde aus. "Die eine vergebene Chance muss ich mir vorwerfen lassen", gab der Österreicher zu. Ansonsten war der Außenstürmer vorne wie hinten zu finden. "Heute waren auch andere Dinge gefragt."

Kittel verärgert über Bankplatz

Rick van Drongelen setzt sich im Kopfball-Duell gegen Jamie Leweling durch.
Rick van Drongelen setzt sich im Kopfball-Duell gegen Jamie Leweling durch.  © Daniel Bockwoldt/dpa

In erster Linie hieß das geduldig bleiben. "Wir waren sehr griffig und haben die Spannung nicht verloren, sondern weiter unser Spiel gespielt", erklärte Harnik. Am Ende habe sich die Zielstrebigkeit ausgezahlt.

Spätestens mit dem 2:0 durch den eingewechselten Sonny Kittel setzte der HSV den Deckel auf die Partie. "Das 2:0 war das Sahnehäuchen. Da hat man gesehen, welche "Fein-Geister" wir in unserer Truppe haben", sagte Trainer Dieter Hecking nach der Partie.

Damit spielte er auf die erste direkte Tor-Vorlage seines Mittelfeldstrategen an, der Kittel auf die Reise schickte. "Wir haben vor zwei Tagen im Training diese Pässe und den Laufweg geübt", verriet Vorlagengeber Fein.

Torschütze Kittel blieb hingegen trotz seines bereits fünften Saisontores gewohnt cool. "Wir haben 2:0 gewonnen. Es war wichtig, die drei Punkte einzufahren." Die zurückeroberte Tabellenführung sei dabei nur eine Momentaufnahme.

Zur großen Überraschung aller Beteiligten saß der 26-Jährigen zu Spielbeginn nur auf der Bank. "Ich war schon überrascht, dass ich nicht gespielt habe", erklärte Kittel. "Ich habe mich geärgert, aber Dieter Hecking hat es mir erklärt."

Hecking sind Einzelschicksale egal

Auf der Pressekonferenz sprach auch der Trainer über diesen Schachzug. "Er wirkte im Training etwas müde", begründete er seinen Schritt. "Und so eine Reaktion ist immer gut."

Die Breite des Kaders ist bisher ein großer Pluspunkt des HSV. "Wir können keine Rücksicht auf Befindlichkeiten einzelner nehmen", merkte Hecking erneut an. "Wir haben ein gemeinsames Ziel. Wenn es einem sauer aufstößt, ist das okay."

Laut ihm stehen nun die Monate bevor, in denen es sein kann, dass drei bis vier wichtige Spieler ausfallen könnten. "Dann bin ich froh über die Alternativen." Und es gibt durchaus schlechteres, als einen Sonny Kittel von der Bank bringen zu können.

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