Große Empörung beim HSV nach Jattas Platzverweis

Kiel/Hamburg - Er war der Aufreger des Spiels! Der Platzverweis von HSV-Profi Bakery Jatta sorgte auch nach dem 1:1-Unentschieden bei Holstein Kiel für ordentlich Gesprächsstoff.

Schiedsrichter Christian Dingert zeigt Bakery Jatta die Rote Karte. Der HSV-Profi versteht hingegen die Welt nicht mehr
Schiedsrichter Christian Dingert zeigt Bakery Jatta die Rote Karte. Der HSV-Profi versteht hingegen die Welt nicht mehr  © Frank Molter/dpa

Der Gambier senste in der 26. Minute Gegenspieler Salih Özcan an der Seitenlinie um - direkt vor der Kieler Bank, die sofort aufsprang und vehement eine Karte forderte.

Eine überaus harte Entscheidung, da es zum einen das erste richtige Foul der Partie war, zum anderen weil Özcan bewusst seinen Körper in den Zweikampf stellte.

HSV-Trainer Dieter Hecking brachte vor allem das Verhalten der Kieler auf die Palme. Wild gestikulierend beschwerte er sich bei Schiedsrichter Christian Dingert und dem Vierten Offiziellen. Das es brachte nichts, Jatta flog vom Platz.

Nach dem Spiel versuchte er gar nicht, seinen Ärger zu verbergen. "Ich weiss, dass die Frage kommen wird, deswegen gebe ich die Antwort gleich. Für mich war es keine Rote Karte. Baka kommt in den Zweikampf mit einer Dynamik, die vielleicht überflüssig ist. Aber er will den Ball, der Gegenspieler will blocken", erklärte der 55-Jährige.

Hecking hätte sich gewünscht, dass sich der Schiedsrichter die Zeit genommen hätte, um die Situation mit Abstand bewerten zu können. Doch so ließ sich Referee Dingert in seinen Augen von der Hektik anstecken und zückte Rot.

"Wenn man vielleicht einfach mal durchatmet, dann ist es mit einer dunkelgelben Karte vielleicht auch getan, weil der gegnerische Spieler sofort wieder aufgestanden ist", klagte auch Sport-Vorstand Jonas Boldt im Anschluss an das Remis.

Videobeweis bestätigt Rote Karte

Der Stein des Anstoßes: Bakery Jatta grätscht an der Außenlinie Salih Özcan um.
Der Stein des Anstoßes: Bakery Jatta grätscht an der Außenlinie Salih Özcan um.  © Frank Molter/dpa

Der 37-Jährige zog sogar einen ähnlichen Zweikampf zum Vergleich: "Es war ein Zweikampf mit hoher Intensität, der meiner Meinung nach später auch an der Eckfahne an Tim Leibold geführt wurde – nur da hatte man Zeit zum Durchatmen und es gab nur eine Gelbe Karte. Für mich ist es kein Unterschied in diesen beiden Fouls. Die muss man gleich bewerten, das ist dann ärgerlich."

So musste der HSV mehr als 60 Minuten in Unterzahl spielen. "Das beeinflusst natürlich das ganze Spiel", sagte Kapitän Rick van Drongelen. "Dann wird es einfach härter für uns, die Laufwege werden länger. Sie haben immer einen Mann übrig auf dem Platz."

Doch der junge Niederländer erklärte auch, dass Schiedsrichter Dingert seine Meinung nicht revidiert hätte. "Er sagte, dass der Videobeweis bestätigt hat, dass es eine Rote Karte war."

Immerhin wurde der HSV für seine kämpferische Leistung am Ende noch mit dem 1:1 durch Joker Timo Letschert belohnt. Nach der Länderspielpause müssen die Rothosen mindestens im Heimspiel gegen Dynamo Dresden auf Jatta verzichten. Unter Umständen kommt sogar noch die Partie beim VfL Osnabrück dazu.

HSV-Teamarzt sieht Verwarnung

Nach dem Spiel sorgte aber noch eine andere Szene für Gesprächsstoff. HSV-Teamarzt Götz Welsch sah während einer Behandlung von Tim Leibold die Gelbe Karte.

"Er sagte zum Schiedsrichter: 'Schauen Sie es sich an, es ist offen'. Dieser hat aber wahrscheinlich so etwas verstanden wie Schauen Sie es sich auf Video an' – und in der Hektik gab es für den Kommentar wahrscheinlich dann Gelb", erklärte Boldt.

Der Teamarzt sorgte damit für ein Novum. Es war die erste Verwarnung eines HSV-Offiziellen seit der Einführung.

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