Eiskalter HSV findet in Spitzenspiel immer die richtige Antwort

Hamburg - Was für ein rauschendes Fußballfest! Das Zweitliga-Spitzenspiel zwischen dem HSV und dem VfB Stuttgart hielt alles, was es im Vorfeld versprach. Am Ende des Tages stand ein 6:2 für die Norddeutschen auf der Anzeigetafel.

Sonny Kittel köpft den Ball zum zwischenzeitlichen 3:1 an VfB-Verteidiger Pascal Stenzel ins Tor.
Sonny Kittel köpft den Ball zum zwischenzeitlichen 3:1 an VfB-Verteidiger Pascal Stenzel ins Tor.  © Frank Molter/dpa

Der HSV hat mit dem Dreier nicht nur eindrucksvoll die Tabellenführung verteidigt, sondern auch einen direkten Konkurrenten im Kampf um den Aufstieg distanziert.

"Es war ein verdienter Sieg, der vielleicht ein oder zwei Tore zu hoch ausgefallen ist", gab Linksverteidiger Tim Leibold zu, der aber auch sagte: "Wenn man aber die ganzen Chancen auch schon in der ersten Halbzeit anguckt, dann hätte es es aber auch 12:5 ausgehen können."

Schon das 6:2 klingt nach einem deutlichen Ergebnis, was es vom Spielverlauf und den nackten Zahlen außer den erzielten Toren eigentlich nicht war.

Die Gäste aus Stuttgart hatten deutlich mehr Ballbesitz (64 zu 36 Prozent), spielten fast doppelt so viele Pässe (602 zu 331) und gewannen mehr Zweikämpfe (51 zu 49 Prozent).

Doch der HSV hatte vor allem einen entscheidenden Aspekt entgegen zu setzen: die Effektivität!

Immer wenn der VfB dachte, er würde wieder zurück ins Spiel finden, schlug der HSV eiskalt zu. "Das Spiel hätte kippen können, aber wir haben immer die richtige Antwort gefunden", erklärte ein sichtlich zufriedener Trainer Dieter Hecking.

Kurz nach dem 2:1-Anschlusstreffer durch Nicolas Gonzalez schlug der HSV in Person von Sonny Kittel zu, nach dem 4:2 durch Silas Wamangituka antwortete zehn Minuten später Martin Harnik. Spätestens da hatten die Hamburger den Gästen den Stecker gezogen.

Mittelfeld-Motor Fein mit Premieren-Tor

Nach der Partie ließ sich die HSV-Mannschaft von den Fans feiern.
Nach der Partie ließ sich die HSV-Mannschaft von den Fans feiern.  © Frank Molter/dpa

Auch wenn genau in dieser Phase das Spiel auf Messers Schneide stand. Die Stuttgarter erzielten durch Philipp Förster das vermeintliche 4:3, das Schiedsrichter Deniz Aytekin aber zurecht wegen Handspiels aberkannte.

"In der Phase waren wir nicht auf der Höhe. Wenn der Treffer gezählt hätte, hätte das Spiel kippen können", erklärte Adrian Fein, der in seinem 32. Zweitliga-Spiel endlich sein erstes Tor erzielte. "Endlich hat es mal geklappt", sagte er mit einem Lächeln auf den Lippen.

Mit seinem Schuss ins Glück setzte er den Schlusspunkt unter eine imposante Offensiv-Leistung der Hamburger. "Wir haben viel mehr Chancen und schießen mehr Tore und die Abwehr steht gut", fand Kapitän Rick van Drongelen einen Schlüssel zum Sieg.

"Letztes Jahr haben wir oft zu Null gespielt und dafür weniger Tore geschossen. Dieses Jahr kannst du immer mal ein Tor kassieren und wir machen dann wie heute selbst sechs super Tore. Wir haben eine gute Balance und ich hoffe, dass es so weitergeht", zog der Niederländer einen Vergleich zur Vorsaison.

HSV-Trainer Hecking verzichtet auf das Haar in der Suppe

Mit 28:10 Toren hat der HSV nicht nur die beste Offensive, sondern auch die zweitbeste Defensive. "Wir haben sehr konzentriert verteidigt", urteilte Trainer Hecking, der aufgrund einer "herausragenden Leistung" kein Haar in der Suppe suchen wollte.

Wenn es eines gab, dann war das bereits fünfte Gegentor in dieser Saison nach einer Standardsituation. Aber davon hätte der 55-Jährige an diesem Tag auch nichts wissen wollen.

Vielmehr wird sich er sich direkt nach der Partie schon wieder mit dem nächsten Duell gegen den VfB Stuttgart am Dienstag in der zweiten Runde des DFB-Pokals auseinandergesetzt haben.

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