Erst Top, dann Flop! HSV verliert Pokal-Krimi gegen Stuttgart

Hamburg - Weniger Gala, dafür mehr Spannung! Der Hamburger SV ist vor 45.503 Zuschauern nach einem 1:2 (1:1) nach Verlängerung gegen den VfB Stuttgart aus dem DFB-Pokal geflogen. Den Führungstreffer von Nicolas Gonzalez (2.) glich HSV-Kapitän Aaron Hunt per Elfmeter aus (16.). Den Siegtreffer erzielte Hamadi Al Ghaddioui in der 113. Minute.

Aaron Hunt klatscht nach seinem Elfmeter-Tor mit Lukas Hinterseer ab.
Aaron Hunt klatscht nach seinem Elfmeter-Tor mit Lukas Hinterseer ab.  © Christian Charisius/dpa

Vier Tage nach der 6:2-Gala veränderte HSV-Trainer Dieter Hecking seine Startelf gegen die Schwaben auf drei Positionen.

Christoph Moritz, Jeremy Dudziak und Sonny Kittel nahmen auf der Bank Platz, dafür rückten David Kinsombi, Kapitän Aaron Hunt und Jairo Samperio in die Mannschaft.

Zudem musste Hecking kurzfristig einen Ausfall verkraften. Martin Harnik musste nach dem Warmmachen verletzungsbedingt passen, für ihn begann Lukas Hinterseer im Sturm.

Das Spiel begann für den HSV mit einem weiteren Schock. Nach 36 Sekunden zeigte Schiedsrichter Bastian Dankert auf den Elfmeterpunkt.

Gideon Jung stellte sich nach einem langen Badstuber-Ball ungeschickt an und brachte Philipp Förster zu Fall. Den fälligen Strafstoß verwandelte Nicolas Gonzalez eiskalt gegen Daniel Heuer Fernandes. Viel schlechter hätte das Spiel für den HSV nicht beginnen können.

Doch die Hamburger schüttelten sich kurz und bekamen nach einer Viertelstunde ebenfalls einen Elfmeter zugesprochen. Kinsombi fädelte im Zweikampf mit VfB-Mann Santiago Ascaibar geschickt an.

Kapitän Hunt ließ sich die Chance nicht nehmen und verwandelte cool zum Ausgleich.

Stuttgart mit Vorteilen in die Halbzeitpause

Bakery Jatta wird von Stuttgarts Gonzalo Castro abgegrätscht.
Bakery Jatta wird von Stuttgarts Gonzalo Castro abgegrätscht.  © Christian Charisius/dpa

In der Folge bemühten sich beide Mannschaften um Spielkontrolle. Die größeren Torchancen besaßen allerdings die Gäste. Gonzalo Castro zog einen Freistoß direkt auf HSV-Keeper Heuer Fernandes (27.), Gonzalez setzte einen Kopfball knapp neben das Gehäuse.

Bis zur Pause passierte vor beiden Toren nicht mehr viel und so ging es mit dem 1:1 in die Kabinen.

Beide Mannschaften lieferten sich eine ausgeglichene Partie, gegen Ende der ersten 45 Minuten mit leichten Vorteilen für die Stuttgarter.

Direkt nach der Wiederanpfiff hatten die Gäste die große Chance zur Führung. Nach einer Ecke stieg Badstuber zum Kopfball hoch, der Ball strich jedoch am zweiten Pfosten vorbei.

Der HSV hatte mit dem Spiel der Schwaben in der zweiten Halbzeit große Probleme und konnte kaum offensive Akzente setzen. Die Stuttgarter hatten das Spiel im Griff und durch einen Schuss von Ascaibar eine weitere gute Möglichkeit.

Daher reagierte HSV-Trainer Hecking und brachte nach 68 Minuten Khaled Narey und Jeremy Dudziak für Torschütze Hunt und Jairo.

Entscheidung fällt in der Verlängerung

Tim Leibold wird im Zweikampf von Philipp Förster zu Fall gebracht.
Tim Leibold wird im Zweikampf von Philipp Förster zu Fall gebracht.  © Christian Charisius/dpa

Das Spiel der Rothosen wurde dadurch allerdings nicht besser. Zum Glück für den Zweitliga-Tabellenführer ließen auch die Gäste nach. Das Spiel wurde immer zerfahrener. Ballverlust reihte sich an Ballverlust - schön sah das nicht aus!

Der HSV brachte sich hingegen immer wieder selbst in Schwierigkeit. Jung vertändelte zehn Minuten vor dem Ende gegen den eingewechselten Silas den Ball, doch der Schuss des jungen Franzosen war für Heuer Fernandes kein Problem.

Fast im Gegenzug kamen die Hamburger zu ihrer ersten Torchance in Hälfte in zwei. Ein abgefälschter Jatta-Schuss ging knapp am VfB-Gehäuse vorbei.

Und somit hieß es nach mehr als 90 Minuten: Verlängerung!

Dort musste Trainer Hecking verletzungsbedingt wechseln. Für Josha Vagnoman brachte der 55-Jährige Sonny Kittel. Kurz darauf folgte Moritz auf Kinsombi.

In der Verlängerung hatten die Stuttgarter durch einen Klement-Freistoß (100.) und Karazor (101.) die besten Möglichkeiten. Vom HSV kam offensiv nur noch sehr wenig. Daher verwunderte es nicht, dass der VfB den Lucky Punch setzte. Nach tollem Solo setzte Silas einen Schuss gegen den Pfosten, im Anschluss kam der kurz zuvor eingewechselte Hamadi Al Ghaddioui an den Ball und schloss aus der Drehung zur verdienten Stuttgarter Führung ins Tor.

Das Aufbäumen der Hamburger kam zu spät. Angetrieben vom Publikum warf der HSV in den Schlussminuten alles nach vorne.. Doch die Schwaben verteidigten ihr Tor mit Mann und Maus und hielten dem Druck stand.

Die Hamburger schieden hingegen nach einer schwachen Leistung verdient aus dem Pokal aus.

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