Acht-Tore-Wahnsinn! HSV schickt Stuttgart mit Packung nach Hause

Hamburg - Was für ein Wahnsinnsspiel! Der Hamburger SV hat mit einem 6:2-Sieg (3:1) über den VfB Stuttgart die Tabellenführung verteidigt und seinen Haupt-Konkurrenten um den Aufstieg auf Abstand gehalten. Die Treffer vor 57.000 Zuschauern im erstmals in dieser Saison ausverkauften Volksparkstadion erzielten für den HSV Sonny Kittel (2), Bakery Jatta, Martin Harnik und Adrian Fein. Zudem traf Stuttgarts Castro per Eigentor. Für die Schwaben trafen Gonzalez und Silas.

HSV-Spieler Jeremy Dudziak wird von Gegenspieler Maxime Awoudja im Strafraum von den Beinen geholt.
HSV-Spieler Jeremy Dudziak wird von Gegenspieler Maxime Awoudja im Strafraum von den Beinen geholt.  © Frank Molter/dpa

Im Vergleich zum hart erkämpften Punktgewinn bei Arminia Bielefeld am vergangenen Spieltag änderte HSV-Trainer Dieter Hecking seine Startformation auf zwei Positionen.

Für Innenverteidiger Timo Letschert spielte Gideon Jung, für Stürmer Lukas Hinterseer brachte Hecking Mittelfeldmann Christopher Moritz, der zum ersten Mal in dieser Saison in der Startelf stand.

Damit setzte der HSV-Trainer im Sturm auf Martin Harnik im Zentrum und auf den Außen auf Bakery Jatta und Sonny Kittel.

In den ersten Spielminute waren beide Mannschaften um Spielkontrolle bemüht und ließen den Ball in den eigenen Reihen kreisen. Torchancen blieben jedoch Mangelware.

Bis zur 13. Minute. Da ertönte plötzlich die Pfeife von Schiedsrichter Deniz Aytekin. Jeremy Dudziak wurde von VfB-Verteidiger Maxime Awoudja ungeschickt von den Beinen geholt. Klare Entscheidung: Elfmeter für den HSV!

Sonny Kittel nahm sich der Sache an und blieb im Duell mit Stuttgarts Keeper Gregor Kobel der Sieger. Dabei hatte er allerdings Glück, denn der Schlussmann kam zwar mir seiner linken Pranke noch an den Ball, konnte ihn aber nicht mehr entscheidend ablenken. Führung für den HSV, das Volksparkstadion bebte!

HSV schlägt nach Gegentor schnell zurück

HSV-Doppeltorschütze Sonny Kittel jubelt über seine Tore.
HSV-Doppeltorschütze Sonny Kittel jubelt über seine Tore.  © Frank Molter/dpa

Der Treffer zeigte bei den Gästen aus Schwaben deutlich Wirkung und folgerichtig dauerte es nicht lange, bis die Rothosen nachlegten.

Nach starkem Ballgewinn von Bakery Jatta gegen Awoudja lief der Gambier allein auf Kobel zu und ließ ihm im Eins-gegen-Eins keine Chance. So stand es bereits nach 24 Minuten 2:0 für den HSV!

Die Hamburger hatten die Partie gegen indiskutable Stuttgarter komplett im Griff, doch wie aus dem Nichts schlugen die Schwaben zu. Nach einer verlängerten Ecke stand Nicolas Gonzalez völlig blank am Fünfer und verkürzte auf 2:1. Gegentreffer Nummer fünf nach einer Standardsituation!

Doch es dauerte keine drei Minuten ehe der HSV wieder zurückschlug. Jatta bediente bei einem Konter Moritz, der den Ball auf den zweiten Pfosten, wo Kittel lauerte und den Ball nur noch über die Linie drücken musste. Was für ein Spiel!

Mit dieser mehr als verdienten Führung ging es in die Kabinen. Bis hierhin hielt das Spitzenspiel, was es versprach.

Zu Beginn der zweiten Hälfte hatte der HSV Glück, nicht schnell den Anschlusstreffer zu bekommen. Stuttgarts Philipp Klement zielte aus wenigen Metern aber zu ungenau.

Ex-Stuttgarter Harnik sorgt für Vorentscheidung

Beim HSV herrschte nach dem Sieg kollektiver Jubel.
Beim HSV herrschte nach dem Sieg kollektiver Jubel.  © Frank Molter/dpa

Und dann traf plötzlich ein Stuttgarter Spieler das Tor - allerdings ins eigene. Nach einer Ecke fiel der Ball dem in der Halbzeit eingewechselten Gonzalo Castro auf den Kopf. 4:1 für den HSV, damit sollte die Messe doch eigentlich gelesen sein.

Denkste! Nur sechs Minuten später musste Daniel Heuer Fernandes hinter sich greifen. Nach einem abgefälschten Schuss legte Castro auf Silas Wamangituka, der den Ball locker zum 2:4 einschob.

Und das Spiel wurde noch verrückter. In der 68. Minuten zappelte der Ball erneut im HSV-Tor. Doch zum Glück für die Hamburger entschied der Video-Assistent auf Handspiel von Gonzalez - das Tor zählte nicht und das gesamte Stadion stimmte: "Scheiße, scheiße, DFB" an.

Eine Viertelstunde vor Ende sorgte schließlich der Ex-Stuttgarter Martin Harnik für die Vorentscheidung. Nach einem Konter spitzelte er den Ball nach einer Leibold-Flanke vor VfB-Keeper Kobel ins Tor.

Der Wahnsinn im Volksparkstadion ging weiter. Rund zehn Minuten vor dem Ende stimmten die Fans "Oh, wie ist das schön an".

In der Schlussphase verpasste es der HSV bei einigen guten Gelegenheiten das Ergebnis noch deutlicher zu gestalten. In der Nachspielzeit schenkte Adrian Fein dem VfB sogar noch das sechste Gegentor ein.

Damit stand am Ende der rasanten 90 Minuten ein 6:2 auf der Anzeigetafel im Volksparkstadion. Mit dem Sieg vergrößerten die Rothosen ihren Vorsprung auf die Schwaben auf vier Zähler.

Am Dienstag treffen beide Mannschaften in der zweiten DFB-Pokalrunde erneut aufeinander.

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