HSV-Bosse rechnen nach Osnabrück-Pleite mit Spielern ab!

Osnabrück/Hamburg - Ein akutes Auswärtsproblem bringt den Hamburger SV ins Straucheln. Seit sechs Spielen hat der Fußball-Zweitligist nicht mehr in der Fremde gewonnen.

HSV-Trainer Dieter Hecking war nach der Pleite angefressen.
HSV-Trainer Dieter Hecking war nach der Pleite angefressen.  © Friso Gentsch/dpa

Am Freitagabend ging die Partie beim Aufsteiger VfL Osnabrück mit 1:2 verloren - und das verdient.

Positiv: Der HSV bleibt zumindest bis Sonntag an der Tabellenspitze. Negativ: Der letzte Auswärtssieg datiert vom 25. August. In sieben Spielen daheim holte die Mannschaft von Trainer Dieter Hecking 19 Punkte, das sind 2,71 Zähler pro Partie, in acht Auswärtspartien reichte es dagegen lediglich zu 1,25 Punkten. Was ist los mit dem Aufstiegskandidaten?

"Das ist kein Auswärtsproblem", behauptete Innenverteidiger Rick van Drongelen standhaft, räumte aber zugleich ein, dass auf fremden Plätzen die Faktoren Fokus und Wucht, Zweikampfhärte und Absicherung nach hinten nicht wie in Heimspielen vorhanden sind. Also doch ein Auswärtsschwächeln?

Trainer Hecking erzürnte, dass seine Mannschaft in Osnabrück Primaballerina spielen wollte, wie er es nannte.

"Wir müssen lernen, dreckig zu werden. Wir müssen viel, viel mehr in die Zweikämpfe investieren, als wir das zuletzt in Auswärtsspielen gemacht haben", befand der Coach und forderte seine Profis auf, das körperbetonte Spiel des Rivalen mitzugehen.

Dass sie das zuletzt nicht getan hätten, sei der Grund, "warum wir im Moment auswärts nicht gewinnen". Indes vor heimischer Kulisse, meinte Hecking, "spielen wir konzentriert, da sind wir griffig".

HSV-Trainer Hecking droht mit Konsequenzen

Adrian Fein wird von Osnabrücks Niklas Uwe Schmidt zu Fall gebracht.
Adrian Fein wird von Osnabrücks Niklas Uwe Schmidt zu Fall gebracht.  © Friso Gentsch/dpa

Sportvorstand Jonas Boldt war nach der zweiten Saisonniederlage niedergeschlagen. "Heute waren alle, die auf dem Platz standen, nicht zweitligareif", gestand der 37-Jährige mit entwaffnender Ehrlichkeit. "Heute ist es einfach beschissen."

Auch er grübelt über die Ursachen, warum die Mannschaft in fremden Gefilden Zweikämpfe und Körperkontakt weitgehend meidet. "Es geht so nicht", grollte Boldt.

Als Konsequenz zieht Hecking personelle Veränderungen in Erwägung. Seine Spieler müssten schnellstmöglich lernen. "Wenn sie es nicht lernen, dann müssen wir halt personell verändern. Wir haben genügend Spieler im Kader", betonte er.

Allerdings standen in Osnabrück bei weitem nicht alle zur Verfügung. Kapitän Aaron Hunt, Mittelstürmer Lukas Hinterseer, die Außenbahn-Sprinter Bakery Jatta und Xavier Amaechi sowie die Außenverteidiger Josha Vagnoman und Jan Gyamerah fehlten verletzt oder gesperrt. Der Ersatz ist nicht immer gleichwertig, anders als oftmals behauptet.

Osnabrücks Stadionsprecher verhöhnt HSV-Fans

Insbesondere auf der Mittelstürmerposition wurde das in Osnabrück wieder deutlich.

Bobby Wood, der fatalerweise auch einen Fehlpass zum 0:1 durch Niklas Schmidt (37. Minute) gab, rennt seiner einstigen starken Form weiterhin hinterher. Hecking: "Wir sind noch nicht so gut, wie uns alle schon sehen."

Neben der Niederlage gab es für den HSV auch noch Hohn und Spott vom Osnabrücker Stadionsprecher.

Beim Stand von 1:2 aus Hamburger Sicht griff VfL-Mann Carsten Thye in der 67. Minute zum Mikro und richtete einige Worte die mitgereisten Anhänger: "An die HSV-Fans, die jetzt schon los wollen: Die Shuttle-Busse zum Hauptbahnhof stehen bereit."

Zu seinem Glück blieb das Ergebnis bis zum Spielende so, sonst hätte er den Spott über sich ergehen lassen.

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