HSV: So fällt das Winterpausen-Zeugnis der Spieler aus

Hamburg - Auch wenn der Hamburger SV auf dem zweiten Tabellenplatz steht, liegt hinter dem einstigen Bundesliga-Dino eine wechselhafte Hinrunde. Viele Spieler begannen stark, ließen aber am Ende des Jahres nach. Die Einzelkritik.

Tor

HSV-Keeper Daniel Heuer Fernandes konnte bislang weitesgehend überzeugen.
HSV-Keeper Daniel Heuer Fernandes konnte bislang weitesgehend überzeugen.  © Carmen Jaspersen/dpa

Daniel Heuer Fernandes: 3+

Der 27-jährige Deutsch-Portugiese spielte eine solide Hinrunde. Während er in einigen Partien der große Rückhalt war und seine Mannschaft vor möglichen Niederlagen bewahrte, hatte er allerdings auch einige Spiele, in denen er unglücklich agierte.

Mehrfach ließ Heuer Fernandes Schüsse klatschen, die im zweiten Anlauf schließlich doch noch ihren Weg ins HSV-Tor fanden.

Zudem offenbarte er Schwächen mit dem Ball am Fuß. Oft segelten seine Flugbälle auf die Außenbahnen an den Mitspielern vorbei ins Seitenaus.

Für Tom Mickel und Julian Pollersbeck blieb in den bisherigen Saisonspielen nur der Platz auf der Bank oder der Tribüne.

Abwehr

Tim Leibold bereitete in dieser Saison bereits zwölf Treffer vor.
Tim Leibold bereitete in dieser Saison bereits zwölf Treffer vor.  © Matthias Balk/dpa

Rick van Drongelen: 3-

Der junge Niederländer startete bärenstark in die Saison, doch genauso stark ließ er gegen Ende der Hinrunde auch nach. Der 21-jährige Co-Kapitän agierte mehr und mehr als Unsicherheitsfaktor und fand sich nach 50 Startelf-Einsätzen in Folge für den HSV plötzlich auf der Bank wieder.

Tim Leibold: 2+

Der Linksverteidiger spult sein Pensum Spiel für Spiel wie ein Schweizer Uhrwerk ab. Zuverlässig sichert er seine Seite ab, um dann auch noch offensiv Akzente zu setzen. An 12 HSV-Toren war er direkt beteiligt. Einziges Manko: Ein eigener Treffer fehlt dem 26-Jährigen noch. Dreimal scheiterte er bereits an Pfosten oder Latte. Keiner redet im Volkspark mehr von Vorgänger Douglas Santos.

Josha Vagnoman: 3

Der Youngster fing sich nach anfänglichen Problemen und spielte sich durch solide Auftritte in die deutsche U21-Nationalmannschaft. Doch dann brach sich der 19-Jährige im DFB-Pokalspiel gegen den VfB Stuttgart den Fuß.

Gideon Jung: 3-

Mal darf der 25-Jährige in der Innenverteidigung, mal im defensiven Mittelfeld ran. Er scheint seine Rolle im System von Trainer Dieter Hecking, der fest an ihn glaubt, noch nicht richtig gefunden zu haben. Daher wirkt er oftmals auch unsicher.

Mit seinem Last-Minute-Ausgleichstreffer wurde Timo Letschert in Kiel zum Helden.
Mit seinem Last-Minute-Ausgleichstreffer wurde Timo Letschert in Kiel zum Helden.  © imago images/Eibner

Jan Gyamerah: 3

Der Neuzugang vom VfL Bochum eroberte schnell den Platz rechts hinten in der Abwehr und begann stark. Dann brach sich der 24-Jährige nach fünf Spieltagen im Training allerdings das Wadenbein. Mit einer Rückkehr ist erst Mitte der Rückrunde wieder zu rechnen.

Kyriakos Papadopoulos: 4

Der Grieche gibt auf dem Platz alles, doch das scheint nicht zu reichen. Nach zwei Einsätzen in der ersten Saisonhälfte schob Trainer Hecking ihn in die Regionalliga-Mannschaft ab. Seit Mitte Oktober trainiert der 27-Jährige in der U23, bei der bislang einmal zum Einsatz kam. Von einer Trennung im Winter ist auszugehen.

Ewerton: 4

Der Brasilianer ist der Pechvogel beim HSV. Der Neuzugang aus Nürnberg sollte die Abwehr stabilisieren, verletzte sich aber erst in der Sommerpause und anschließend im Training. Durfte am 17. Spieltag erstmals von Beginn an. Von seiner Topform ist er aber, wie anders nicht zu erwarten, noch weit entfernt.

Timo Letschert: 4+

Der Niederländer verletzte sich früh in der Saison, kämpfte sich allerdings wieder an die Mannschaft heran und hat sich zum Stammspieler entwickelt. Allerdings konnte er bislang noch nicht ganz für die erhoffte Stabilität sorgen.

Mittelfeld

HSV-Mittelfeldmotor Adrian Fein lässt sich oft nur durch Fouls stoppen.
HSV-Mittelfeldmotor Adrian Fein lässt sich oft nur durch Fouls stoppen.  © Friso Gentsch/dpa

Adrian Fein: 2-

Der zentrale Mittelfeldspieler war zu Beginn die positive Überraschung im Spiel der Hamburger. Der Bayer zog geschickt die Fäden und verteilte die Bälle. Am Ende der Hinrunde erzielte der 20-Jährige auch endlich sein erstes Tor im HSV-Dress.

Allerdings stellten sich die Gegner mehr und mehr auf seine Qualitäten ein und ihn auf dem Platz auch zu. War in den letzten Partien nicht mehr der Takt- und Ideengeber, wie noch zum Saisonanfang.

Seine guten Leistungen wurden vom Stammverein FC Bayern München mit einem neuen Vertrag belohnt. Dadurch machen sich die Hamburger große Hoffnungen auf eine erneute Leihe im Sommer.

Sonny Kittel: 2-

Der 26-Jährige ist mit neun Toren der Top-Torjäger des HSV. Vor allem seine Standards sind eine Waffe. Je später das Jahr allerdings wurde, desto ließen auch seine Leistungen nach. Wirkte oftmals unzufrieden mit sich und der eigenen Leistung.

Kapitän Aaron Hunt jubelt über einen seiner drei Saisontreffer.
Kapitän Aaron Hunt jubelt über einen seiner drei Saisontreffer.  © Axel Heimken/dpa

David Kinsombi: 4

Der 24-Jährige konnte bisher nur selten an seine Leistungen aus Kieler Zeiten anknüpfen. Immerhin erzielte er bereits drei Saisontore, darunter den Siegtreffer beim 2:1 über Dynamo Dresden.

Jeremy Dudziak: 3-

Der frisch Verlobte zeigte nach seinem Wechsel vom Erzrivalen FC St. Pauli bislang solide Auftritte. Gehört bei Trainer Hecking zum Stammpersonal. Auch von ihm muss in der Rückrunde aber mehr kommen.

Aaron Hunt: 4

Mal hier eine Verletzung, dann wieder da eine Verletzung. Der Kapitän findet sich häufiger als ihm lieb ist auf der Krankenstation des HSV wieder. Daher reichte es bislang auch erst zu sieben Startelfeinsätzen. Steht er allerdings auf dem Platz, zeigt er seine Klasse und auch, wie wichtig er für die Mannschaft ist.

Christopher Moritz: 4+

Galt im Sommer als Verkaufskandidat, biss sich aber ins Team und fand sich plötzlich in der Startelf wieder. Dort konnte er sogar überzeugen und leistete solide Arbeit.

Sturm

Lukas Hinterseer ist bislang noch nicht zufrieden mit seinem Abschneiden beim HSV.
Lukas Hinterseer ist bislang noch nicht zufrieden mit seinem Abschneiden beim HSV.  © Hasan Bratic/dpa

Bakery Jatta: 3+

Überragend wie der junge Gambier mit der Situation um seine Person und den Vorwürfen der falschen Identität umging. Er ließ den Trubel nicht an sich ran und ließ lieber auf dem Platz Taten sprechen. Seine Schnelligkeit ist eine Waffe, leider sind seine letzten Aktionen oftmals zu unpräzise.

Lukas Hinterseer: 3-

Bislang konnte der Stürmer noch nicht an seine Torquote aus Bochumer Zeiten anknüpfen. Zwischendrin zählte ihn Trainer Dieter Hecking sogar öffentlich an. Zuletzt traf der 28-Jährige aber wieder und führte die Mannschaft sogar als Kapitän aufs Feld.

Khaled Narey: 4

Der 25-Jährige fand sich nach durchwachsenen Auftritten in der Offensive auf einmal rechts hinten wieder. Durch die Verletzungen seiner Mitspieler ist dies nun seine Chance zu zeigen, welche Qualitäten in ihm stecken.

Martin Harnik: 3-

Der 32-jährige Hamburger zeigt ab und an seine ganze Klasse, leider aber viel zu selten. Hat noch viel Luft nach oben.

Bobby Wood: 5

Eigentlich außen vor, bekam aber aufgrund von Personalproblemen plötzlich seine Chance. Konnte sie in den sechs Einsätzen aber nicht nutzen. Kein Wunder, dass sich der HSV im Winter nach einem neuen Stürmer umschaut.

Jairo Samperio: 4

Feierte nach langer Verletzungspause Anfang der Saison sein Comeback. Ist unter Trainer Hecking so etwas wie der Edel-Joker. Wurde bislang elfmal in dieser Saison eingewechselt.

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