HSV: Das sagte Wolf bei seiner Vorstellung als neuer Cheftrainer

Hamburg - Hannes Wolf beerbt Christian Titz als Trainer des Fußball-Zweitligisten Hamburger SV. Viel Zeit hat der neue Coach aber nicht. Am Freitag steht das Auswärtsspiel in Magdeburg an.

Hannes Wolf bei seiner Präsentation am Dienstagnachmittag.
Hannes Wolf bei seiner Präsentation am Dienstagnachmittag.  © DPA

"Vollgas voraus", beschrieb der 37-Jährige bei seiner Präsentation am späten Dienstagnachmittag das Tempo, mit dem er die Mission Wiederaufstieg angehen will. "Wir werden uns in die Gespräche stürzen und die Fähigkeiten der Spieler auf den Platz bringen."

"Das Feuer brennt zu 100 Prozent", sagte Wolf. Über die Schwierigkeit seiner Aufgabe ist er sich bewusst: "Wir werden nicht aufsteigen, wenn wir heute darüber reden, sondern wenn wir intensiv arbeiten und diese Liga und jedes Spiel annehmen."

Zu konkreten Maßnahmen äußerte Wolf sich nicht. Das soll zuerst mit der Mannschaft besprochen werden, die er am Mittwoch das erste Mal um sich versammelt.

Die Verantwortlichen halten auf den 14. Cheftrainer (ohne Interimstrainer) des HSV seit 2008 große Stücke. Er stehe zu "120 Prozent" hinter der Entscheidung für Wolf, sagte Vorstandschef Bernd Hoffmann. Und Becker ergänzte: "Hannes weiß, wie man aufsteigt. Er steht wie kein Zweiter für die Entwicklung junger Spieler, und er ist eines der größten Trainertalente in Deutschland."

Wolfs Mission ist klar. Nur der Wiederaufstieg mit dem teuersten Kader der 2. Liga zählt - und er hat direkt eine Englische Woche vor sich: Am Freitag spielt der HSV in Magdeburg, es folgt der Pokalauftritt bei Wehen Wiesbaden und das Top-Duell gegen Mitabsteiger 1. FC Köln am 5. November.

Sportchef Becker selber wusste, dass die kurze Frist zwischen der Verpflichtung von Wolf und dem ersten Spiel "nicht optimal ist. Aber wir werden das Beste daraus machen."

Vorstandschef Bernd Hoffmann (l), Chefcoach Hannes Wolf (M) und Sportvorstand Ralf Becker (r).
Vorstandschef Bernd Hoffmann (l), Chefcoach Hannes Wolf (M) und Sportvorstand Ralf Becker (r).  © DPA

Der Wiederaufstieg ist nicht nur erklärtes Ziel der Norddeutschen, sondern angesichts der hohen Verbindlichkeiten auch wirtschaftliche Notwendigkeit. In Wolf holen sie nun einen Übungsleiter der jungen Garde. Er war am 28. Januar beim Bundesligisten VfB Stuttgart beurlaubt worden zuvor hatte er die Schwaben in die Bundesliga zurückgeführt.

Trotz der Trennung wurde er vom DFB im März als "Trainer des Jahres" ausgezeichnet. Damit wurde vor allem seine Arbeit im Nachwuchsbereich bei Borussia Dortmund gewürdigt. Zuletzt war Wolf unter anderem beim FC Liverpool und dessen Coach Jürgen Klopp im Trainingslager.

Vor allem in den Heimspielen fehlte dem HSV zuletzt die Durchschlagskraft. In den sechs Saison-Begegnungen vor eigenem Publikum holten die Hanseaten nur acht Punkte. Besonders prekär waren die Auftritte zum Start gegen Holstein Kiel (0:3) und Jahn Regensburg (0:5). In den vergangenen drei Begegnungen erzielten die Hamburger im Volkspark kein Tor.

Wolfs Vorgänger Christian Titz war seit der Saison 2015/16 zunächst als Nachwuchstrainer bei den Hanseaten beschäftigt, am 12. März 2018 stieg er zum Cheftrainer des damaligen Bundesligisten auf. In seiner Amtszeit holte er viele junge Spieler in den Profikader und überraschte in der Schlussphase der vergangenen Saison mit frischem Offensivfußball. Zudem gelange es ihm, die Fans wieder hinter die Mannschaft zu bringen.

Mit dem hohen Torwartspiel und vielen Wechseln in der Aufstellung sorgte Titz aber auch für Verunsicherung - und erntete dafür Kritik.

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