Doppelpack Hinterseer! HSV nach Geduldssieg wieder Spitzenreiter

Hamburg - Spitzenreiter, Spitzenreiter, hey, hey! Der Hamburger SV ist nach einem 2:0-Heimsieg gegen den Karlsruher SC vorübergehend an die Tabellenspitze geklettert. Vor 49.581 Zuschauern erzielte Stürmer Lukas Hinterseer beide Treffer.

Tim Leibold wird im Zweikampf von Burak Camoglu angegangen.
Tim Leibold wird im Zweikampf von Burak Camoglu angegangen.  © Daniel Bockwoldt/dpa

Nach dem erstmaligen kontrollierten Abbrennen von Pyro-Technik in einem deutschen Fußball-Stadion konnte das Spiel beginnen.

HSV-Trainer Dieter Hecking hatte nach dem 3:1-Sieg beim VfL Bochum keinen Grund seine Startelf zu verändern und handelte nach dem Motto "Never change a winning team".

Nach einer kurzen Phase des Abtastens übernahmen die Rothosen das Kommando und erspielten sich in der Anfangsviertelstunde mehrere Chancen.

Trainingsstart beim HSV! Hier sind die wichtigsten Fakten
HSV Trainingsstart beim HSV! Hier sind die wichtigsten Fakten

Während Bakery Jatta noch zu ungenau zielte (9. Minute), scheiterte Louis Schaub mit einem Schuss aus 16 Metern an der Latte (10.). Mit seinem zweiten Versuch nur wenige Sekunden später hatte der Österreicher ebenso wenig Glück. KSC-Keeper Benjamin Uphoff klärte seinen Schuss zur Ecke.

Der HSV dominierte die Partie, doch plötzlich hatten die Gäste die Riesenchance zur Führung. Nach Pass von Philipp Hofmann tauchte Marc Lorenz völlig frei vor HSV-Torwart Daniel Heuer-Fernandes auf, der im Eins-gegen-Eins Sieger blieb.

Die Hecking-Elf zeigte sich nicht geschockt und erspielte sich bis zur Halbzeit weitere Chancen heraus. Doch Lukas Hinterseer und Jordan Beyer per Kopf (22.) sowie Adrian Fein mit einem Schlenzer (26.) zielten zu ungenau.

HSV-Führung will nicht fallen

Adrian Fein muss nach einem Zusammenstoß auf dem Platz behandelt werden.
Adrian Fein muss nach einem Zusammenstoß auf dem Platz behandelt werden.  © Daniel Bockwoldt/dpa

Die Führung lag in der Luft, wollte gegen wacker kämpfende Karlsruher aber nicht fallen.

Auf der Gegenseite bewahrte Hamburgs Torwart Heuer Fernandes sein Team nach einem Lorenz-Kopfball (37.) vor dem Rückstand.

Weil Sonny Kittel nach 41 Minuten aus wenigen Metern auch noch freistehend am KSC-Fänger scheiterte, ging es mit einem torlosen Remis in die Kabinen. Zu diesem Zeitpunkt hätte der HSV gut und gerne schon zwei, drei Treffer erzielen können.

Vertragsauflösung! HSV und Gideon Jung gehen ab sofort getrennte Wege
HSV Vertragsauflösung! HSV und Gideon Jung gehen ab sofort getrennte Wege

HSV-Trainer Hecking verzichtete in der Pause auf Wechsel, schickte seine Bank aber gleich zum Aufwärmen.

Nach 53 Minuten musste der 55-Jährige jedoch wechseln. Für Fein, der sich in der ersten Halbzeit am Kopf verletzte, kam Gideon Jung in die Partie.

In der zweiten Halbzeit hatte der HSV zwar weiterhin die Kontrolle über das Spiel, erspielte aber kaum noch zwingende Torchancen. Viel zu häufig wurde noch einmal auf den Ball getreten und erneut hinten rum gespielt.

Lediglich Hinterseer (54.) und Letschert (54.) sorgten mit ihren Abschlüssen für Torgefahr.

Hinterseer: Erst Dosenöffner, dann Entscheider

Lukas Hinterseer jubelt über seinen ersten Treffer.
Lukas Hinterseer jubelt über seinen ersten Treffer.  © Daniel Bockwoldt/dpa

Dem HSV fiel ansonsten gegen das Abwehrbollwerk der Badener nicht mehr viel ein. Während es auf den Rängen allmählich unruhiger wurde, ärgerte sich auch Trainer Hecking immer mehr über die Aktionen seiner Mannschaft und fauchte wie wild an der Seitenlinie vor sich her.

Und dann erklang wie aus dem Nichts auf einmal der Torsong des HSV. Nach einer Leibold-Flanke versuchte KSC-Spieler Lorenz den Ball zu klären, doch sein Versuch entwickelte sich zu einem Querschläger im eigenen Strafraum. Am zweiten Pfosten stand Hinterseer genau richtig und köpfte zur verdienten Führung der Rothosen ein. Was für eine Erlösung!

Die Hamburger drängten nun auf die Entscheidung. Schaub scheiterte mit einem Knaller aus 20 Metern aber erneut an der Latte (72.).

Kurz darauf reagierte Hecking ein zweites Mal und brachte Aaron Hunt für Dudziak.

In der Folge plätscherte das Spiel vor sich hin, bis sich Jatta ein Herz fasste und das Tempo anzog. Im Strafraum setzte er sich gegen KSC-Verteidiger Pisot durch und legte quer auf Hinterseer. Der Österreicher musste zu seinem Doppelpack nur noch einschieben. Das Spiel war damit entschieden.

Von den Gästen kam in der zweiten Halbzeit hingegen wenig bis gar nichts mehr. Das Spiel zeigte, warum der HSV nach dem Sieg Tabellenführer ist und der KSC Vorletzter.

Die Hecking-Elf spielte locker zu Ende und gewann am Ende ungefährdet mit 2:0. In der kommenden Woche trifft der HSV auf den anderen HSV. Am Samstag heißt der Gegner auswärts Hannover 96.

Mehr zum Thema HSV: