HSV: So verarbeitete Trainer Hecking die Derby-Niederlage

Hamburg - Die Enttäuschung über die zweite Derby-Niederlage der Saison stand HSV-Trainer Dieter Hecking (56) noch immer ins Gesicht geschrieben. Gegen den Frust griff der 56-Jährige zu besonderen Mitteln.

HSV-Trainer Dieter Hecking fasste sich nach der Niederlage an die eigene Nase.
HSV-Trainer Dieter Hecking fasste sich nach der Niederlage an die eigene Nase.  © Daniel Bockwoldt/dpa

"Meine Frustbewältigung war riesig: Chips, Cola, Schokolade, Weingummis – und das alles in einer Dreiviertelstunde", sagte Hecking und sorgte damit für zahlreiche Lacher.

Gemeinsam mit seinen Co-Trainern Dirk Bremser und Tobias Schweinsteiger hatte er sich zuvor die entscheidenden Spielszenen des Derbys noch einmal angeschaut.

Sein Team wolle er hingegen in Ruhe lassen. "Da gestehe ich der Mannschaft ein bis zwei Tage zu", sagte Hecking.

Die Kritik, die er direkt im Anschluss an die Niederlage äußerte, unterstrich er erneut. In Zukunft will er taktische Umstellungen klarer mit seiner Mannschaft kommunizieren. "Ich will nicht einfach nur einen Zettel überreichen", erklärte der 56-Jährige.

Während der HSV-Trainer in dieser Saison bereits mehrfach sein glückliches Händchen bewies, zündeten seine Ideen und Wechsel gegen den FC St. Pauli überhaupt nicht. "Wir lagen mit unseren Wechseln daneben", gab er offen zu.

Weder Martin Harnik noch David Kinsombi oder Lukas Hinterseer sorgten offensiv für Gefahr. In der zweiten Hälfte erspielte sich der HSV keine wirkliche Torchance. "Wir haben genauso weitergespielt und das war nicht der Sinn des Ganzen", urteilte er.

HSV rutscht auf Rang drei ab

Timo Letschert zieht Dimitrios Diamantakos am Trikot.
Timo Letschert zieht Dimitrios Diamantakos am Trikot.  © Axel Heimken/dpa

Dabei fing alles so gut an. Bis zur 20. Minute hatte seine Mannschaft mehrere Großchancen zur Führung, sie wollte lediglich nur nicht fallen. Und wie es so kommen musste, fiel dann der Gegentreffer. "Das war ein Wirkungstreffer. Die Mannschaft hat dann nicht mehr frei gespielt und keine Lösungen gefunden, die aber trotzdem da waren."

Daher nahm der 56-Jährige die Niederlage auf seine Kappe und sprach die Spieler von jeglicher Schuld frei. "Vielleicht haben wir im Trainerstab oder ich als Cheftrainer auch nicht den besten Job gemacht. Wir gewinnen gemeinsam und wir verlieren gemeinsam."

Und genau diese Einstellung wird in den kommenden Spielen wichtig sein, wenn der HSV sein großes Ziel, den Aufstieg, nicht aus den Augen verlieren will. Denn durch die Siege der Konkurrenz wird der Kampf um die Aufstiegsränge nicht leichter. Ganz im Gegenteil, der HSV rutschte auf Rang drei ab.

"Der Aufstiegskampf wird hart. Wir sind jetzt in der Rolle des Verfolgers, werden deshalb aber nicht alles über den Haufen werfen", erklärte Hecking.

So ganz kommt der Trainer dann aber doch nicht darum herum. Wie der Verein bekannt gab, hat sich Stürmer Joel Pohjanpalo kurz vor Spielende eine schwere Beckenkammprellung zugezogen. Ein Einsatz im kommenden Spiel bei Erzgebirge Aue ist fraglich.

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