HSV-Vorstand Becker schlägt Alarm: Aufstieg ist in großer Gefahr

Hamburg - Der HSV tut sich in seinen Heimspielen schwer. Auch beim 0:0 gegen Bochum reicht es nicht zum Sieg. Die Fans werden allmählich unruhig. Jetzt geht Sportvorstand Ralf Becker in die Offensive.

HSV-Sportvorstand Ralf Becker sieht ohne Heimsiege keine Chancen auf den Aufstieg. (Archivbild).
HSV-Sportvorstand Ralf Becker sieht ohne Heimsiege keine Chancen auf den Aufstieg. (Archivbild).  © DPA

"Ohne Heimsiege werden wir unsere Ziele nicht erreichen", klagte der HSV-Sportvorstand nach dem mageren Remis gegen den VfL. Nach vier torlosen Auftritten in den bisherigen sechs Heimspielen ist klar: In dieser Verfassung wird der zur Pflicht erklärte sofortige HSV-Wiederaufstieg in die Fußball-Bundesliga nicht zu realisieren sein.

Starken zehn Auswärtspunkten aus vier Partien in der Fremde stehen nur deren acht aus sechs Auftritten im Volksparkstadion gegenüber. Zehn Zähler hat der HSV hier schon liegen gelassen. Und auch wenn der 1. FC Köln als Spitzenreiter bei nur zwei Punkten Vorsprung weiter in Reichweite ist, fordert Becker Maßnahmen für eine rasche Wende:

"Wir müssen uns etwas einfallen lassen, um unsere Heimspiele anders zu gestalten, und mit dem Siegen anfangen, um unsere Fans mitzunehmen. Denn eigentlich müsste dieses Publikum unser Riesen-Vorteil sein."

In der Tat hat der HSV mit im Schnitt mehr als 50 000 Zuschauern den besten Besucherschnitt aller Zweitligisten in Europa. Doch das scheint das stark verjüngte und im Umbruch steckende Team mehr zu verunsichern denn zu motivieren.

Gegen Bochum hatten die Hanseaten mehr als 55 Prozent Ballbesitz, aber die gewohnt großen Schwächen im Aufbau und Abschluss: Bei 18 Torschüssen sprangen nur drei wirklich nennenswerte Chancen heraus.

HSV-Trainer Christian Titz hält an seiner Strategie fest.
HSV-Trainer Christian Titz hält an seiner Strategie fest.

Nach dem 0:5-Heimdebakel gegen Jahn Regensburg ist es dem 47-Jährigen zwar gelungen, die Defensive zu stabilisieren. Nur ein Gegentor in den vier Partien danach belegen dies ebenso wie die in dieser Zeit lediglich zwei erzielten Treffer die Offensivprobleme.

Titz ist von seiner Philosophie überzeugt und will an ihr festhalten. "Ich glaube daran, dass sich unser Spielstil auf lange Sicht durchsetzen wird", sagte der Coach am Montag. Die Schwächen im Aufbauspiel, das bereits mit der Einbeziehung des Torhüters beginnt, will er im Training abstellen. "Wir werden jetzt daran arbeiten, dass wir es in den kommenden Spielen wieder besser machen", betonte er.

Titz & Co. werben um Geduld, doch die Frage ist, wie lange Vorstandschef Bernd Hoffmann und Becker noch die Füße stillhalten. "Wir müssen erst mal in Ruhe dieses Spiel besprechen", sagte der Sportvorstand am Sonntag dazu lediglich. Viel Zeit bleibt jedenfalls nicht. Auf die Gastspiele am Freitag beim 1. FC Magdeburg und am 30. Oktober im DFB-Pokal beim SV Wehen Wiesbaden folgt am 5. November der Liga-Hit gegen Liga-Primus 1. FC Köln.

Spätestens dann darf es im Volksparkstadion nicht die nächste Nullnummer geben.

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