Hubschrauber, Raketenwerfer & Co.: So rüstet die Bundeswehr auf

Berlin - Die unter Ausrüstungsmängeln leidende Bundeswehr soll neue Waffen für einen hohen dreistelligen Millionenbetrag erhalten. Damit will Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (59, CDU) die größten Löcher bei der Truppe stopfen.

Sechs "Hercules"-Transportflugzeuge sollen für die Bundeswehr angeschafft werden.
Sechs "Hercules"-Transportflugzeuge sollen für die Bundeswehr angeschafft werden.  © dpa/Jens Büttner (Symbolbild)

Eine Liste des Verteidigungsministeriums beinhaltet 18 Posten mit einem jeweiligen Bestellwert von über 25 Millionen Euro, wie Handelsblatt und Bild-Zeitung berichteten.

Unter anderem auf dem Wunschzettel:

  • 18 neue Raketenwerfer (MARS II),
  • 7 Rettungshubschrauber
  • 6 "Hercules"-Transportflugzeuge
  • 32 Sattelzugmaschinen für den Transport von Waffensystemen
  • Gefechtsstände
  • Fernmeldetechnik für Fregatten
  • Schutzwesten

Die Bestellliste enthält den Berichten zufolge auch einen Leasingvertrag für israelische HeronTP-Drohnen.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (59, CDU) will die dringendsten Mängel bei der Bundeswehr beseitigen.
Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (59, CDU) will die dringendsten Mängel bei der Bundeswehr beseitigen.  © DPA

Darauf hatten sich Union und SPD in ihrer Koalitionsvereinbarung verständigt. Der Leasingvertrag kostet demnach für drei Jahre insgesamt gut eine Milliarde Euro.

Den Auftrag für den Einsatz ukrainischer Antonow-Transportflugzeuge wolle das Ministerium für den Zeitraum 2019 bis 2021 verlängern, um Lufttransporte nicht nur vom pannenanfälligen Transporter A400M abhängig zu machen. Hinzu kommen Verbesserungsvorhaben für den Schützenpanzer Puma und einen Instandhaltungsvertrag für den Hubschrauber NH90.

Laut Handelsblatt bezeichnen die Beamten des Verteidigungsministeriums ihre Liste als "vorläufig". Es werde "ganz wesentlich davon abhängen, wann und mit welcher Finanzausstattung das Haushaltsgesetz verkündet wird", schreiben sie.

Der ursprüngliche Haushaltsplan des früheren Finanzministers Wolfgang Schäuble (75, CDU) sah vor, dass der Verteidigungsetat von 37 Milliarden Euro 2017 auf 42,4 Milliarden Euro 2021 steigen soll. Im Koalitionsvertrag vereinbart wurden 250 Millionen Euro extra pro Jahr für die Truppe.

Finanzminister Olaf Scholz (59, SPD) will bis Ende April einen Entwurf für den diesjährigen Bundeshaushalt aufstellen. Er soll bis Anfang Juli vom Bundestag beschlossen werden.

Von der Leyen hatte bereits am Wochenende betont, die zusätzlichen Mittel seien "zwingend für europäische Zukunftsprojekte mit Frankreich, Norwegen, den Niederländern oder die persönliche Ausrüstung unserer Soldaten".

"Es geht um die Zukunftsfähigkeit unserer Bundeswehr und die Verlässlichkeit Deutschlands gegenüber unseren engen Partnern", hatte die Verteidigungsministerin in der Bild am Sonntag klargestellt.

Titelfoto: DPA


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