Frau bekommt ihr Traumhaus nicht, weil sie ein Mann ist

London – Vor zwei Monaten gewann Melissa Ede (57) vier Millionen Pfund (4,4 Mio. Euro) in einer Lotterie. Den unbeschreiblichen Glücksgefühlen folgte schnell Ernüchterung. Denn Neid und Missgunst machten sich in ihrem Umfeld breit.

Melissa ist ein Paradiesvogel, wahrscheinlich zu viel für die Bewohner eines noblen Vororts in London.
Melissa ist ein Paradiesvogel, wahrscheinlich zu viel für die Bewohner eines noblen Vororts in London.  © Facebook/Melissa Ede

Sie hatte im Januar für 10 Pfund ein Rubbellos gekauft und damit den Supergewinn von vier Millionen Pfund abgesahnt.

Jetzt wollte sie sich von einem Teil des Geldes ein Haus kaufen. Für 440.000 Pfund in einem noblen Vorort der englischen Stadt Hull. Dort wollte sie mit ihrer Lebensgefährtin (37) und fünf Kindern einziehen. Nachdem sie sich das Gebäude mit dem Makler angeschaut hatte, wurden die Nachbarn des noblen Anwesens aktiv.

Denn Melissa war nicht immer eine Frau. Sie lebte lange als Mann und hatte sich erst vor wenigen Jahren für eine Geschlechsumwandlung entschieden. Seitdem ist der fünffache Vater eine Mutter. Der ehemalige Taxifahrer ist außerdem bekannt für seine schrillen YouTube-Videos, die sie auch schon vor seinem Lottogewinn veröffentlichte.

Ihr Ziel sei es, anderen Menschen Freude zu bereiten. So tanzt sie in einem Video mit an ihren Brüsten hängenden Plastikschuhen oder Mayonnaiseflaschen. Möglicherweise waren die Geschlechtsumwandlung und derartige Videos ein wenig zu viel für die ehrenwerte Nachbarschaft im noblen Vorort.

Jedenfalls liefen sie Sturm gegen die mögliche Käuferin des Hauses. Sie wollten unter allen Umständen verhindern, in Berührung mit einem derartigen Paradiesvogel zu kommen. Zehn Hausbesitzer taten sich zusammen, um zu verhindern, dass Melissa das Haus kauft.

Der Makler informierte sie über den Protest, sagte aber auch, dass niemand den Kauf verhindern könne. Doch sie fühlte sich diskriminiert und zurückgewiesen, mit derartigen Menschen könne sie nicht in der Nachbarschaft leben, sagte sie dem Mirror. Deshalb verzichtete sie auf den Kauf und schaue sich jetzt nach einem anderen Anwesen um.

"Auch wenn ich große Lust dazu gehabt hätte, heimlich Haus und Grundstück zu kaufen und dann im Vorgarten eine riesige Statue von mir zu errichten, die den Mittelfinger zeigt", sagt sie.

Auch der Makler sieht die ganze Aktion kritisch: "Ich hoffe, dass ich hier einen neuen Käufer finde, der das Haus so liebt und der Nachbarschaft auch noch genehm ist."

Titelfoto: Facebook/Melissa Ede