Frau aufgeschmissen! Busfahrer weigert sich, Blindenhund mitzunehmen

Melbourne (Australien) - Eine Frau sollte mitsamt ihrem Blindenführhund einen Bus im australischen Bundesstaat Victoria verlassen.

Ein Blindenhund führt jemanden über eine Straße (Symbolbild).
Ein Blindenhund führt jemanden über eine Straße (Symbolbild).  © 123RF/lightfieldstudios

Wie 7 News berichtet, war die 50-jährige Louise Pearson am heutigen Dienstagmorgen in ihrem Stadtteil Greensborough unterwegs. Als sie ein paar Stationen mit dem Bus der Linie 513 zu ihrer Arbeitsstelle fahren wollte, stellte sie sich an eine Haltestelle.

So schildert Pearson den Vorfall dem australischen Nachrichtensender: "Der Bus hielt vor mir, die Türen öffneten sich und der Busfahrer sagte zu mir: 'Keine Hunde in diesem Bus'."

Die blinde Frau erklärt weiter: "Ich sagte, dies sei ein Blindenhund, stieg in den Bus ein und setzte mich hin." Doch der Fahrer blieb stur und glaubte der Frau nicht. Fast eine ganze Stunde soll er an der Haltestelle gestanden haben.

Sogar andere Fahrgäste redeten auf den Bus-Chauffeur ein, dass sie die Frau kennen würden und es nie Probleme auf dieser Bus-Strecke gebe, berichtete der Radiosender 3AW 693 News Talk.

Schließlich musste die Polizei anrücken und zwischen beiden Parteien vermitteln.

Pearson zeigte den Beamten ihren Behindertenausweis, der bestätigt, dass die Frau auf einen Blindenführhund angewiesen sei.

Die Polizisten boten der Frau an, sie zur Arbeit zu fahren, weil sich der Fahrer nach wie vor weigerte.

Polizisten reden auf Busfahrer ein

Ein Bus steht an einer Haltestelle in Melbourne (Symbolbild).
Ein Bus steht an einer Haltestelle in Melbourne (Symbolbild).  © 123RF/tktktk

Doch sie lehnte das Angebot ab: "So gewinnt man keinen Kampf", sagte sie dem australischen Radiosender.

Die Beamten sahen sich deshalb gezwungen, den Busfahrer zu überzeugen, seien Arbeit wieder aufzunehmen.

Über eine Stunde stand er zu diesem Zeitpunkt bereits an der Haltestelle im nördlichen Teil Melbournes.

Schließlich gab der Fahrer dem Druck der Polizisten nach und fuhr los.

"Ich kann nicht glauben, dass wir heutzutage noch so einen Unsinn haben", sagte Pearson zu diesem schlimmen Fauxpas. "Ich bin total blind und versuche nur zur Arbeit zu gehen."

Laut dem Gesetz des Bundesstaats Victoria müssen Blindenhunde mit allen öffentlichen Nahverkehrsmitteln transportiert werden.

Der Betreiber der Buslinie ermittelt nun selbst in der Angelegenheit: "Während wir den Vorfall weiter untersuchen, scheint es, dass er durch ein Missverständnis des Fahrers verursacht wurde. Wir entschuldigen uns vorbehaltlos für etwaige Unannehmlichkeiten, die dem Passagier und anderen im Bus entstanden sind", teilte das Unternehmen Dysons dem Radiosender mit.

Und weiter: "Dysons setzt sich dafür ein, dass Menschen mit Behinderungen frei und bequem mit seinen Diensten reisen können. Sehbehinderte Kunden gehören zu einer Reihe von Gruppen, in denen wir unsere Fahrer schulen."

Ebenfalls am Dienstag fuhr ein Hund in Iserlohn (Nordrhein-Westfalen) mit einem Bus schwarz. Auch da musste die Polizei anrücken.

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