Dieses Training kann richtig schädlich für Hunde sein

Porto (Portugal) - Ist Liebe die Antwort? Nein, nicht ganz: Hunde wollen zwar, dass man sie liebevoll behandelt, aber eben nicht nur.

Hundetraining kann mit den falschen Methoden schädlich sein.
Hundetraining kann mit den falschen Methoden schädlich sein.  © Lisa Ducret/dpa

Beim Hundetraining kommt man vor allem dann voran, wenn für die lernenden Vierbeiner die richtigen Anreize geschaffen werden, berichtet aktuell "VOA News".

Vorsicht: Wer mit den Tieren falsch trainiert, kann dauerhaften Schaden anrichten! Das ergab eine Studie in Portugal, die an der Universität Porto durchgeführt wurde.

92 Hunde nahmen an der Studie teil, bei der zwei Trainingsmethoden angewandt wurden. Bei der ersten Gruppe, in der 50 Vierbeiner teilnahmen, wurde mit kleinen Strafen gearbeitet. Die Hunde wurden zum Beispiel angeschrien, gezogen oder mit speziellen Halsbändern Druck auf ihren Hals ausgeübt.

Bei der zweiten Methode, an der die verbliebenen 42 Vierbeiner teilnahmen, arbeiteten die Forscher hingegen mit kleinen Anreizen wie Lob, Futter oder schlicht Aufmerksamkeit. Die Experimente sollten sowohl die Kurzzeit- als auch die Langzeitwirkung der beiden Trainingsmethoden messen.

Während der Trainingseinheiten wurden die Vierbeiner gefilmt, damit die Forscher ihre Reaktionen auf das Training studieren konnten. Vor und nach dem Training sammelten die Wissenschaftler auch die Speichelflüssigkeit der Tiere, um den Spiegel des stressverursachenden Hormons Cortisol zu bestimmen.

Hunde lieben eine bestimmte Belohnung

Ein Leckerli ist bei den Vierbeinern immer gerne gesehen.
Ein Leckerli ist bei den Vierbeinern immer gerne gesehen.  ©  Jens Büttner/dpa-Zentralbild/ZB

Die Ergebnisse fielen eindeutig aus: Das Forscher-Team berichtete, dass bei Hunden aus der Trainingsgruppe mit den kleinen Strafen ein stärker stressbedingtes Verhalten beobachtet wurde als in der belohnungsbasierten Gruppe. Die Hunde zeigten auch erhöhte Cortisolspiegel - ein Zeichen für Stress.

Ein weiterer Teil des Experiments sollte die Langzeitwirkung der beiden verschiedenen Methoden messen und die fiel heftig aus. Denn auch nach einem Monat berichteten die Forscher, dass die Hunde, die ein strafbasiertes Training erhalten hatten, ein "pessimistischeres" Verhalten im Raum zeigten als diejenigen, die mit Belohnungen trainiert wurden.

Viele andere Studien haben bereits gezeigt, dass Futter die beste Belohnung ist, um Hunde dazu zu bringen, das von uns gewünschte Verhalten zu zeigen. Die Wissenschaftler aus Portugal konnten dies erneut bestätigen.

Die Psychologin Zazie Todd, die sich auf Hunde spezialisiert hat, sagte, dass die Menschen eindeutig nicht erwarten sollten, dass ein Hund gehorcht, nur weil sie ihn lieben würden.

"Wenn es nur so wäre", sagte Todd und erklärte: "Wenn Ihr Chef aufhört, sie zu bezahlen, werden sie wahrscheinlich ziemlich schnell aufhören zu arbeiten. Sie müssen Ihren Hund auch motivieren."

Liebe ist eben nicht die ganze Antwort. Die Hunde wollen für ihren Gehorsam auch etwas bekommen: Futter.

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