Hund schnappte nach Radler, Frauchen vor Gericht...

Hagen Hirche (42) kam von seiner Radtour mit blutender Wade zurück.
Hagen Hirche (42) kam von seiner Radtour mit blutender Wade zurück.

Von Erik Hofmann

Dresden - Kleiner Schnapper, großes Nachspiel: Weil ihr Hund „Shiera“ nach einem Radler schnappte, musste sich Kirsten S. (50) gestern vor dem Dresdner Amtsgericht verantworten.

Kein Einzelfall in der Landeshauptstadt. „Mein Hund lag auf dem Weg am Stausee Nickern, da kam plötzlich ein Radfahrer sehr schnell“, so die Therapeutin. „Da bin ich hingelaufen, aber gebissen hat die Shiera den nicht.“

Ganz anders sah es Radler: Hagen Hirche (42): „Ich war wie immer auf meiner Trainingsrunde und habe kurz bei dem Hund angehalten“, sagt er.

„Als ich angefahren bin hat er mir in die Wade gezwickt, es blieb eine kleine blutende Wunde zurück.“

Kisten S. (50) behauptet, ihr Hund hätte niemanden gebissen.
Kisten S. (50) behauptet, ihr Hund hätte niemanden gebissen.

Eine Zeugin hatte den Biss jedoch ebenfalls nicht gesehen.

Richter Ralf Schamber (53) bietet die Einstellung gegen 100 Euro an: „Ich kann hier heute nicht feststellen, ob es tatsächlich ein Hundebiss oder doch eine andere Verletzung war.“

Kirsten S. entschloss sich zu zahlen.

Die Zahlen von Hundebissen steigen unterdessen immer weiter: Erfasste die Stadt 2013 nur 75 Vorfälle, waren es 2014 schon 110. Im aktuellen Jahr bissen die Vierbeiner schon 61 Mal zu.

Hund „Shiera“ schnappte nach einem Radler.
Hund „Shiera“ schnappte nach einem Radler.

Fotos: Ove Landgraf


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0