Frau klaut Gebäck: 19 Jahre später soll ihr deshalb der Hund weggenommen werden!

Wien (Österreich) - Eine Frau aus Österreich klaute vor 19 Jahren Waren im Wert von umgerechnet 25 Euro. Nun soll ihr deshalb der Hund weggenommen werden.

Solch ein American Staffordshire Terrier soll Alexandra G. weggenommen werden (Symbolbild).
Solch ein American Staffordshire Terrier soll Alexandra G. weggenommen werden (Symbolbild).  © 123RF/nehru

Die 52-jährige Alexandra G. aus Wien adoptierte sich Anfang 2019 einen American Staffordshire Terrier mit dem Namen Bella aus einem Tierheim.

Zuvor lebte das Tier fünf Monate bei ihrer Tochter, die war jedoch mit der Erziehung überfordert und gab ihn deshalb im Heim ab. Doch der Welpe war der 52-Jährigen so sehr ans Herz gewachsen, dass sie ihn einfach wieder zurückholen musste.

Die Bedingungen des Tierheims: eine Niederschrift unterzeichnen, dass der Hund übernommen wird, Bella ummelden, auf Alexandra G. registrieren lassen und sich zum Hundeführschein anmelden.

Bis auf den letzten Punkt ist alles erledigt. Den Hundeführerschein kann Alexandra G. aufgrund ihrer Vorstrafen nicht zu Ende machen, laut Rechtssprechung sei sie nicht verlässlich genug - und das, obwohl sie alle Trainingsstunden absolvierte.

Die Teilnahme an der Prüfung wurde ihr nämlich verboten! Der zuständige Magistrat begründet es so: "Nichtvorliegen der nötigen Verlässlichkeit."

Viel Stress wegen zwei Blätterteigtaschen

Zu dieser Einschätzung kam der Magistrat, weil Alexandra G. (52) vor 19 Jahren zwei Marillentaschen (Blätterteiggebäck mit Aprikosenfüllung) und eine Maske zum Aufhängen im Wert von 345 österreichischen Schilling (umgerechnet rund 25 Euro) klaute.

Die Strafe für den Diebstahl hat die 52-Jährige bereits verbüßt. Weil sie aber zu der Zeit drogenabhängig war und sich noch einige andere Fehltritte leistete, werden diese Vergehen noch in einem Vorstrafenregister aufgeführt.

Aufgrund der mehrfachen Straftaten ist Alexandra G. nun nicht mit der in Österreich üblichen zehnjährigen Verjährungsfrist konfrontiert, sondern einer vielfach längeren! "Da ich mehrere Vorstrafen habe, verlängert sich die Frist jeweils um ein weiteres Jahr und ich dürfte erst 2024, wenn die Marillentaschen getilgt sind, zum Hundeführschein antreten", erzählt die Vorbestrafte gegenüber der österreichischen Tageszeitung Heute.

Und deshalb soll ihr der Hund nun weggenommen werden!

Promi-Anwältin Wagner: "Hund soll bei Alexandra G. bleiben"

Rechtsanwältin Astrid Wagner setzt sich nun für die mehrfach vorbestrafte Frau ein.
Rechtsanwältin Astrid Wagner setzt sich nun für die mehrfach vorbestrafte Frau ein.  © RA Astrid Wagner PR/Sabine Hertel

Rechtsanwältin Astrid Wagner (56) erlebte schon allerhand Fälle, in denen es nicht mit rechten Dingen zuging. In dieser Angelegenheit sieht sie den größten Fehler jedoch in der aktuellen Rechtssprechung und nicht bei der Vorbestraften!

"Ich bin fassungslos, dass man meiner Klientin wegen Taten, die lange zurückliegen, ihre geliebte Hündin wegnehmen möchte", erklärt Wagner gegenüber Heute.

Nun kämpft sie in der Angelegenheit für die 52-Jährige.

Für den Hund wäre ein neues Herrchen oder Frauchen vermutlich eine einschneidende Erfahrung, die zu einer schlimmen Entwicklung beitragen würde.

"Frau G. zeigt seit 2002, sprich knapp 18 Jahren, absolutes Wohlverhalten. Sollte Hündin 'Bella' jetzt zum dritten Mal das Frauchen wechseln müssen, würde sie wahrscheinlich in Richtung eines Problemhundes kippen, von dem man dann in den Medien liest", erklärt Promi-Anwältin Astrid Wagner.

"Das werde ich nicht zulassen und mit aller Kraft für meine Mandantin kämpfen." Ausgang ungewiss.

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