So locken Hunde-Fotos in die Dating-Falle

München - Sind Hunde die besseren Social-Media-Stars? Wahrscheinlich ja. Jetzt sollen sie auch noch den Dating-Markt für uns erobern.

Nicht Dein Hund? Dann sollte er auch nicht als "Frauen-Köder" dienen!
Nicht Dein Hund? Dann sollte er auch nicht als "Frauen-Köder" dienen!  © 123RF/marctran

Jakob ist 32 und arbeitet als Architekt. Rundum sympathisch zeigt er sich auf seinem Tinder-Profil.

Was die meistern seiner "Matches" allerdings von ihm überzeugt, ist ein kleiner Hund, mit dem er auf einem Foto zu sehen ist. Der Dackelblick (des Hundes) bringt die Frauenwelt dazu, nach rechts zu swipen.

Was die potenziellen Partnerinnen da noch nicht wissen: Jakob hat gar keinen Hund und sie sind Opfer der neuesten Dating-Falle geworden: "Dogfishing".

Neben dem guten alten "Ghosting" (Abbruch der Kommunikation und soziales Abtauchen) und "Benching" (Warmhalten möglicher Partner), ist "Dogfishing" die neueste Frechheit am Dating-Markt.

Denn erfahrene Online-Flirter wissen: Hunde apportieren nicht nur Stöckchen, sondern auch Frauen! Wenn sich Männer also auf Tinder, Bumble und Co. mit Hunden zeigen, wollen sie meist einfach nur einen Match.

Statt sich auf gemeinsame Spaziergänge mit Hund zu freuen, denkt der vermeintliche Besitzer nur daran, selbst gestreichelt zu werden. Denn oft entpuppt sich ein Köter in Dating-Portalen nur als Köder - und der Mann als haustierlos.

"Wer einen Hund hält, hat einen entscheidenen Vorteil", erklärt Horst Wenzel, Geschäftsführer der Kölner "Flirt University" gegenüber der Süddeutschen Zeitung.

In seinen Kursen lernen die Liebes-Bedürftigen, dass ein Foto mit einem Haustier meist mehr als tausend Worte sagt.

Schwindler nutzen Hunde-Liebhaber aus: Augen auf beim Online-Dating

Nicht alles, was auf Dating-Profilen zu sehen ist, muss der Wirklichkeit entsprechen. (Symbolbild)
Nicht alles, was auf Dating-Profilen zu sehen ist, muss der Wirklichkeit entsprechen. (Symbolbild)  © Johannes Schmitt-Tegge/dpa

Tiere machen Menschen oft sozial und sympathisch. Wer sich um ein Haustier kümmert, ist fürsorglich und verantwortungsbewusst. Eine im Nature-Magazin veröffentlichte Studie zeigte, dass Menschen, die mit einem Hund zusammen leben, seltener an Herz-Kreislauf-Erkrankungen sterben. Haustiere halten also jung und fit.

Das alles sind Punkte, die man sich beim Traumpartner wünscht.

Außerdem ergibt sich mit einem Hund schnell ein Gesprächsthema, mit dem das Eis des ersten Kennenlernens gebrochen werden kann.

Menschen mit Hunden werden in der Öffentlichkeit häufiger angesprochen, wie Befragungen des Forschungskreises "Heimtiere in der Gesellschaft" zeigten. Ein Vierbeiner ist also ein absoluter Flirt-Faktor.

Im Falle des "Dogfishing" wird das allerdings missbraucht. Wer Frauen mit Kötern online ködern will, kommt damit in der Realität schnell ins Straucheln.

Wer vortäuscht ein Hundebesitzer zu sein und dann den Schwindel beim Date zugeben muss, kann sich wohl auf eine Abfuhr einstellen.

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