Schutz im Winter: Muss mein Hund bei Kälte einen Mantel tragen?

Burglengenfeld - Der Winter stellt Hundehalter vor einige Probleme: Muss ein Hund bei Kälte geschützt werden? Schadet Streusalz den Hunden? Dürfen Hund Schnee fressen? Hundetrainerin Stephanie Salostowitz weiß Rat.

Gegen die kühlen Temperaturen ist es sinnvoll von Natur aus kurzhaarigen Hunden, wie Pinschern, einen Mantel anzuziehen.
Gegen die kühlen Temperaturen ist es sinnvoll von Natur aus kurzhaarigen Hunden, wie Pinschern, einen Mantel anzuziehen.  © Frank Rumpenhorst/dpa

Während sich mancher Halter bei winterlichen Temperaturen warm einmummelt, fragt er sich vielleicht, ob nicht auch sein vierbeiniger Freund einen Mantel tragen sollte. Vor allem für kleine und kurzhaarige Rassen können die niedrigen Temperaturen zum Problem werde.

"Der Kurzhaar-Chihuahua möchte einen Winter lieber in Mexiko verbringen", sagt Stephanie Salostowitz. Größere und langhaarige Rassen, zum Beispiel Labradore, haben bei den Temperaturen aber keine Probleme.

Trotzdem kann es sinnvoll sein, sein Tier gegen Kälte zu schützen, findet Stephanie: "Wie, wenn man einem Pferd eine Decke überwirft". Vor allem, wenn Hunde, nachdem sie draußen rumgerannt sind, noch in der Kälte warten müssen, empfiehlt die Expertin einen Schutz. Beim Spielen und Laufen brauchen größere Tiere keinen Mantel, "bei kleinen Rassen muss man sich aber nicht blöd vorkommen", räumt Salostowitz ein.

Über das jeweilige Modell lässt sich dann natürlich streiten: "Es muss ja nicht was mit Leoparden-Muster sein", scherzt Stephanie, aber Geschmäcker sind da eben verschieden. Nicht nur der Rücken, auch der Bauch des Tiers sollten geschützt sein. Falls Modelle von der Stange nicht passen, kann man seinem Hund auch einen Mantel anfertigen lassen.

Gerade steigen die Temperaturen zwar wieder, doch es ist bestimmt noch nicht der letzte Schnee gefallen. Hunde haben im Schnee so viel Spaß wie Kinder. Trotzdem sollte man darauf achten, dass die Tiere nicht zu Lange in der Kälte sind.

Das solltest Du beachten, wenn Du mit Deinem Hund in den Schnee gehst

Beim winterlichen Spaziergang mit dem Hund sollten Halter darauf achten, dass das Tier immer in Bewegung bleibt, sonst droht eine Unterkühlung.
Beim winterlichen Spaziergang mit dem Hund sollten Halter darauf achten, dass das Tier immer in Bewegung bleibt, sonst droht eine Unterkühlung.  © Benjamin Nolte/dpa-tmn

Für einen kleinen Dackel ist ein zweistündiger Schneespaziergang wahrscheinlich keine Freude, wenn er mit seinen kurzen Beinchen durchs Eis pflügen muss.

Bei langhaarigen Rassen sollte man beachten, dass Schnee im Fell zu Eisklumpen gefrieren kann. Es ergibt daher Sinn, die Pfoten des Hundes an den Ballen haarfrei zu halten. Eisklumpen am Fell zwischen den Zehen können für die Tiere schmerzhaft sein.

Wie auch beim Menschen kann die Haut bei ältere Hunde kleine Rissen bekommen. Solche kleinen Verletzungen an den Ballen werden zum Problem, wenn der Hund über gestreute Wege läuft. Stephanie empfiehlt spezielle Salben, die man im Fachhandel kaufen kann. So kann das Streusalz nicht eindringen. Am besten läuft man mit den Tieren nicht über gestreute Wege, sondern lässt sie, wenn möglich, über den Randstreifen ausweichen.

Stephanie nutzt den Schnee aber auch zu ihrem Vorteil, wenn sie im Wald unterwegs ist. Rehe wecken bei vielen Hunde den Jagdinstinkt und sind ohne Leine kaum einzufangen. Wenn es geschneit hat, kann man die Spuren der Rehe genau sehen. Sie nehmen beim Wildwechsel immer die gleichen Routen. Merkt man sich die im Schnee entdeckten Pfade, kann man, wenn es trocken ist, den Hund an den Stellen schon vorsorglich an die Leine nehmen. Unangenehme Begegnungen werden dadurch später vermieden.

Stephanie Salostowitz leitet ein Hundezentrum in der Nähe von Burglengenfeld in der Oberpfalz. Sie bildet Jagdhunde aus und beschäftigt sich mit aufgeregten Hunden. Ihr Spezialgebiet sind ängstliche Hunde, die sie zu stabilen Begleitern ausbildet. Salostowitz ist außerdem für ihre YouTube-Videos bekannt, in denen sie Hundebesitzern ausführliche Ratschläge gibt.

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