Demo gegen Abschiebung eskaliert, dann fliegen Flaschen und Steine

Leipzig - Mehrere Hundert Menschen haben in der Nacht teils gewaltsam gegen die Abschiebung einer Person in Leipzig demonstriert.

Mit Möbeln und Autos wurde die Straße blockiert.
Mit Möbeln und Autos wurde die Straße blockiert.  © Screenshot Twitter/ Jürgen Kasek

Zu dem Protest kam es nach Polizeiangaben am Dienstagabend im Stadtteil Volkmarsdorf, wo sich eine Gruppe von etwa 50 Menschen der Abschiebung einer Person aus Syrien nach Spanien entgegengestellt und den Einsatz blockiert habe.

Später sei eine Spontandemo angemeldet worden, an der sich etwa 500 Menschen beteiligt hätten. Die Person wurde schließlich weggebracht, wie ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur sagte.

Die Versammlung war laut Polizei um 1.30 Uhr offiziell beendet. Danach seien Bierflaschen und Steine geflogen, die Polizisten hätten Pfefferspray eingesetzt. Der Grünen-Politiker Jürgen Kasek, der nach eigenen Angaben selbst vor Ort war, schrieb auf Twitter, dass die Situation völlig eskaliert sei und mehrere Menschen verletzt worden seien.

Die Polizei machte zunächst keine Angaben zu Verletzten. Unklar war auch, ob es Festnahmen gab.

Update, 14.39 Uhr:

Drei Personen wurden während der Demonstration festgenommen. Wie die Polizei in Leipzig bekannt gab, wurden Ermittlungsverfahren wegen schwerem Landfriedensbruch und gefährlicher Körperverletzung sowie ein Verfahren wegen versuchter Gefangenenbefreiung eingeleitet.

Ein Tatverdächtiger wurde nach Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Leipzig nach den polizeilichen Maßnahmen wieder entlassen. Zwei Beschuldige befinden sich weiterhin im Polizeigewahrsam.

Update, 10 Uhr:

Wie Alexander Bertram von der Polizei in Leipzig am Mittwoch berichtet, hat es sich bei der betroffenen Person um einen Mann aus Syrien gehandelt, der nach Spanien abgeschoben werden sollte. Mehrer Personen seitens der Polizei und der Demonstranten wurden leicht verletzt, auch ein Polizeiauto wurde beschädigt.

In und um die Eisenbahnstraße gab es in der Nacht zu Mittwoch ein Großaufgebot der Polizei.
In und um die Eisenbahnstraße gab es in der Nacht zu Mittwoch ein Großaufgebot der Polizei.  © Einsatzfahrten Leipzig

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