Das passiert wirklich mit Klamotten, die ihr bei H&M gespendet habt

Laut einem Bericht werden nur ungefähr fünf Prozent der abgegebenen Klamotten tatsächlich recycelt.
Laut einem Bericht werden nur ungefähr fünf Prozent der abgegebenen Klamotten tatsächlich recycelt.  © DPA

Netz - Es wird einfach nicht ruhiger um die Modekette H&M!

Laut eines Berichts der Huffington Post landen die gespendeten Klamotten nicht dort, wo viele sie wohl gerne hätten.

Nach dem Skandal um den Jungen, der einen grünen Kapuzenpullover mit der Aufschrift "Coolest Monkey in the Jungle" trug, wäre das der nächste heftige Nackenschlag für H&M.

Doch von vorne: Seit 2013 stellt die Modekette neben seinen Kassen Kisten auf, in welche Kunden ihre alten Klamotten werfen können, um den Anziehsachen laut eigenen Angaben neues Leben zu schenken. Ziel sei es, dass die getragene Kleidung wiederverwertet wird.

Dem Bericht zufolge, landen die Klamotten in Wolfen in Sachsen-Anhalt beim Unternehmen "I:collect". Nach etwa 350 Kriterien sollen die Utensilien dort sortiert werden. Danach wird entschieden, was genau damit passiert.

Und das ist laut dem Portal ziemlich ernüchternd. “Ich schätze, dass unter fünf Prozent der Kleidung, die abgegeben wird, tatsächlich recycelt werden kann”, sagte Modeexpertin Madeleine Alizadeh der Huffington Post. Das würde besonders daran liegen, da viele Klamotten Mischfasern hätten und der Resourcenaufwand riesig wäre, diese voneinander zu trennen.

Nur unter fünf Prozent der abgegebenen Kleidung sollen tatsächlich recycelt werden...

Der Skandal um den Jungen mit dem grünen Kapuzenpullover fügte dem Unternehmen großen Schaden zu.
Der Skandal um den Jungen mit dem grünen Kapuzenpullover fügte dem Unternehmen großen Schaden zu.  © DPA

Und der Rest? Ein weiterer Teil würde als Second-Hand-Ware in der ganzen Welt weiterverkauft. Ein anderer Teil würde zu Putzlappen oder ähnlichem verarbeitet.

Der Rest der übrig bleibt, würde laut dem Portal einfach verbrannt werden. Laut H&M würde dieser Teil allerdings nur einen Prozent ausmachen.

Eine Mengenangabe, wie viel tatsächlich aber recycelt würde, gab die Modekette nicht an. In einem Statement heißt es: “Die jeweiligen Verwendungszwecke sind stets von den aktuell abgegebenen Textilien abhängig, und sind daher temporär unterschiedlich.”

Als Hauptproblem für diesen Umstand sieht das Portal allerdings die komplette Industrie. Nicht nur H&M wechselt im Wochenrhythmus die Kollektion, durch die Verbraucher mehr und mehr dazu angetrieben werden, neue Sachen zu kaufen und alte beispielsweise in den Kisten zu entsorgen.

Die Versuchung wäre oftmals aber auch einfach zu groß. Modeketten bieten teilweise sogar Gutscheine an, wenn eine bestimmte Menge an alten Klamotten gespendet wird.

Modeexpertin Madeleine Alizadeh: "Jeder Mensch auf der Welt hat Kleidung, wir brauchen keine neue. Viele denken, wenn sie alte Sachen abgeben, dann können sie guten Gewissens neue kaufen.”