Wird die Anmeldepflicht für Huren die Szene verändern?

Am 1. Juli ist das Prostituiertenschutzgesetz in Kraft getreten. (Symbolbild)
Am 1. Juli ist das Prostituiertenschutzgesetz in Kraft getreten. (Symbolbild)  © 123RF

Bielefeld - Rund 2539 Einwohner kommen in Bielefeld auf eine Prostituierte. Seit dem Prostituiertenschutzgesetz, das am 1. Juli 2017 bundesweit in Kraft getreten ist, gehen auch die ersten der 130 in Bielefeld tätigen Huren den Weg der Legalität.

Nicht nur die Stadt hat inzwischen reagiert und eine Beratungsstelle im Gesundheitsamt eingerichtet, sondern auch ein Bordellbetreiber hat sich zur Anmeldung seines Gewerbes durchgerungen.

Fraglich ist derzeit noch, wie die neue Erlaubnis- und Anmeldepflicht die Szene verändern wird. Frauen, die ihr Geld mit Prostitution verdienen, sind durch das neue Gesetz dazu verpflichtet, sich regelmäßig von dem Gesundheitsamt zu Sozial- und Gesundheitsthemen beraten zu lassen.

Auch für die Bordellbesitzer hat sich einiges verändert. Sie müssen seit dem 1. Juli eine Gewerbeerlaubnis beantragen und sich mit allen steuerrechtlichen Konsequenzen rumschlagen. In Bielefeld ist unter anderem das stadtbekannte Eros-Center betroffen.

Gegenüber der Neuen Westfälischen erklärte Polizeipressesprecherin Sonja Rehmert: "Die Mehrzahl der Frauen geht in Bielefeld in Bordellen der Prostitution nach und nicht etwa auf der Straße."

In der Regel befinden sich die Bordelle der Region in Heepen, Dornberg und Jöllenbeck, da diese Stadtteile vom Sperrbezirk ausgenommen sind. In den restlichen Stadtteilen darf keine Prostitution stattfinden.

An der Situation der Huren und derer die aus Armut in dem Business arbeiten, wird sich laut der zuständigen Gesundheitsdezernentin Anja Ritschel hingegen nichts ändern.

Bestenfalls bringe es mehr Kontrolle, mehr Kontakt und belastbare Zahlen zur Szene erklärte sie.

Titelfoto: 123RF


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