Rot-Grün plant HVV-Ermäßigung: Azubis fahren in Zukunft vielleicht günstiger!

Hamburg - Wie die Regierungsfraktionen von SPD und Grüne kürzlich bekannt gaben, soll für Auszubildende eine HVV-Karte eingeführt werfen, die sich preislich am günstigen Semesterticket orientiert.

Dorothee Martin (SPD, links) ist seit März 2011 Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft.
Dorothee Martin (SPD, links) ist seit März 2011 Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft.  © DPA

Der Beitrag für das Semesterticket für Studierende beträgt derzeit 179,20 Euro pro Semester. Dieser günstige Preis sei möglich, da die Studierendenschaften Verträge mit dem HVV für alle ihre Mitglieder abschließen können, heißt es in der Bekanntgabe.

In der nächsten Bürgerschaftssitzung wollen Grüne und SPD nun vorschlagen, dass die Kammern dies auch für die Auszubildenden so handhaben. In der Anfrage heißt es:

"Der Senat wird ersucht, zu prüfen, auf welche Weise Auszubildende in den Genuss einer preislich dem Semesterticket für Studierende vergleichbaren HVV-Karte kommen können."

Darüber hinaus soll ebenfalls geprüft werden, wie auch Auszubildende, die nicht in Kammern organisiert sind solch ein vergünstigtes Ticket erhalten könnten. Dies würde beispielsweise für Gesundheits- und Pflegeberufe gelten, aber auch für Erzieherinnen und Erzieher.

Dazu Dorothee Martin, verkehrspolitische Sprecherin der SPD-Bürgerschaftsfraktion: "Wenn wir den Anteil des Bahn- und Busverkehrs in der Stadt nachhaltig erhöhen wollen, müssen wir gerade junge Menschen mit guten Angeboten überzeugen."

Martin Bill (Grüne, rechts) ist Mitglied der Hamburger Bürgerschaft und posierte hier 2014 mit zwei Parteikollegen in einem öffentlichen Park neben frisch gepflanzten Brombeersträuchern.
Martin Bill (Grüne, rechts) ist Mitglied der Hamburger Bürgerschaft und posierte hier 2014 mit zwei Parteikollegen in einem öffentlichen Park neben frisch gepflanzten Brombeersträuchern.  © DPA

Weiter sagt Martin, dass während Studierende mit dem Semesterticket den öffentlichen Personennahverkehr seit langem außerordentlich günstig nutzen könnten, es für Auszubildende kein vergleichbares Angebot gäbe - obwohl die finanzielle Lage der Auszubildenden mit der von Studierenden vergleichbar sei.

"Dieses Ungleichgewicht wollen wir mit unserem Antrag angehen und ausgleichen."

Martin Bill, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen Bürgerschaftsfraktion erklärt, ihm sei es wichtig, dass der HVV für die Menschen dieser Stadt erschwinglich und attraktiv ist.

Je besser der öffentliche Nahverkehr funktioniere und je mehr auch junge Menschen vom HVV überzeugt werden könnten, desto eher würde auch die Verkehrswende gelingen.

Vor allem für Menschen mit nicht so hohem Einkommen sei die Preisgestaltung im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) eine zentrale Entscheidungsgrundlage. "Wir arbeiten mit großer Zielstrebigkeit daran, den ÖPNV Stück für Stück noch attraktiver zu machen", schließt Martin.

In Dresden gibt es so ein Azubi-Ticket seit Februar 2019. Der Weg von der Idee bis hin zur Umsetzung war allerdings ein langer (TAG24 berichtete).

Eine Broschüre des Hamburger Verkehrsverbunds, kurz HVV.
Eine Broschüre des Hamburger Verkehrsverbunds, kurz HVV.  © DPA

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