HVV rudert bei höheren Preisen für Busse und Bahnen etwas zurück

Hamburg - Bus- und Bahnfahren in Hamburg wird im kommenden Jahr teurer.

Zwei Frauen kaufen Tickets am HVV-Fahrkartenautomat. (Archivbild)
Zwei Frauen kaufen Tickets am HVV-Fahrkartenautomat. (Archivbild)  © dpa/Georg Wendt

Der Hamburger Verkehrsverbund HVV will seine Preise nicht - wie zunächst angekündigt - für 2020 um durchschnittlich 2,2 Prozent erhöhen. Er werde für 2020 eine "maßvolle Tarifanpassung" beantragen, kündigte der HVV am Dienstag an.

Die Fahrkartenpreise sollen danach insgesamt nicht stärker steigen als die Inflationsrate mit 1,8 Prozent.

Beschlossen werden die Tarife von der Hamburger Bürgerschaft und den Umlandgemeinden, in denen ebenfalls der HVV-Tarif gilt.

Einige Fahrkarten seien von der Anhebung gänzlich ausgenommen, darunter beispielsweise die Kurzstrecke (1,70 Euro) und das Nahbereichs-Ticket (2,30 Euro). Auch die Senioren-Karten, die Schüler-Karten sowie die Karten für Auszubildende/Studierende seien von der Tarifanhebung ausgenommen. Desweiteren entfällt die morgendliche Sperrzeit für die Senioren-Karten.

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) begrüßte den neuen HVV-Vorschlag. "Erstmalig soll der 2009 eingeführte Strukturzuschlag nicht erhoben und der Anstieg der Tarife auf einen Ausgleich der Inflationsrate begrenzt werden", teilte Tschentscher mit. "Unsere Strategie zur Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs soll durch eine moderate Preispolitik unterstützt werden."

Der SPD-Politiker verwies erneut auf die Angebotsoffensive des Senats, die zu einer deutlichen Ausweitung und Qualitätsverbesserung des Bus- und Bahn-Angebots führen soll.

Viel Kritik an Preiserhöhung

Ein Mann geht am HVV-Netzplan vorbei.
Ein Mann geht am HVV-Netzplan vorbei.  © dpa/Regina Wank

Die erste angekündigte Erhöhung war von der politischen Opposition heftig kritisiert worden. Jedoch stößt auch die Reduzierung auf keine Gegenliebe.

"Eine Verkehrs- und Klimawende kann es nicht geben, wenn einer der teuersten Verkehrsverbünde Deutschlands gleichbleibend teuer bleibt", kritisierte Heike Sudmann von der Linken-Fraktion. Die Preise für Bus und Bahn müssten deutlich runter.

Für Dennis Thering von der CDU-Fraktion haben SPD und Grüne die Chance verpasst, "ein klares Signal für einen preiswerteren und attraktiveren HVV zu senden".

Die CDU werde an ihrem Antrag für die nächste Bürgerschaftssitzung festhalten, die Ticketpreise 2020 nicht zu erhöhen. Beide Fraktionen fordern zudem ein 365-Euro-Jahresticket.

Grünen-Fraktionschef Anjes Tjarks machte deutlich, dass ein guter öffentlicher Nahverkehr Geld koste. Die Grünen forderten deswegen, dass die Stadt mehr Steuergeld für den ÖPNV in die Hand nimmt. Das sei mit der Angebotsoffensive geschehen. Es sei nun wichtig, dass die Orientierung an der Inflationsrate dauerhaft der Fall ist.

Teurer soll der Preis der Einzelkarte Hamburg AB werden, der um 10 Cent auf 3,40 Euro steigt. Er sei im Vorjahr nicht angehoben worden, sodass sich seit 2017 eine jährliche Steigerung von 1,5 Prozent ergebe, teilte der HVV mit.

Die 9-Uhr-Tageskarte für Erwachsene verteuert sich ebenfalls um zehn Cent auf 6,60 Euro. Die Vollzeitkarten im Abonnement werden mehrheitlich um 1,8 Prozent teurer.

Erst Anfang zum 1. Januar dieses Jahres gab es eine Preiserhöhung um im Schnitt 2,1 Prozent.

Titelfoto: dpa/Georg Wendt

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