Tödlicher Virus! Gefährliche Zecke erstmals in Norddeutschland entdeckt

Kiel - In Schleswig-Holstein wurde zum ersten Mal eine gefährliche Zeckenart gefunden, die eigentlich nur im süden Europas, in Asien und Afrika beheimatet ist.

Die Zecken Gemeiner Holzbock (links) und Hyalomma liegen zum Größenvergleich nebeneinander. (Foto: Lidia Chitimia-Dobler/Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr/dpa)
Die Zecken Gemeiner Holzbock (links) und Hyalomma liegen zum Größenvergleich nebeneinander. (Foto: Lidia Chitimia-Dobler/Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr/dpa)  © Lidia Chitimia-Dobler/Institut für Mikrobiologie d

Eine Pferdebesitzerin aus Bokelholm (Kreis-Rendsburg) sagte dem "Schleswig-Holstein Magazin" des NDR Fernsehens am Dienstag, sie habe Anfang Dezember am Schweif des Pferdes eine vollgesogene Zecke mit gestreiften Beinen entdeckt.

Die Pferdebesitzerin schickte die Zecke ans Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin. Dort stellte sich heraus, dass es sich um eine Hyalomma-Zecke handelte, bestätigte der Zeckenforscher Peter Hagedorn vom RKI am Dienstag.

Hyalomma-Zecken können Träger des für Menschen unter Umständen sogar tödlichen Krim-Kongo-Virus sein.

Seit einigen Jahren wurden einzelne Tiere auch in mehreren Bundesländern nachgewiesen. In Niedersachsen und Hessen registrierten Wissenschaftler im vergangenen Jahr mehrere Exemplare der Gattung Hyalomma (TAG24 berichtete).

"Wir gehen davon aus, dass wir mit immer mehr tropischen Zeckenarten in Deutschland rechnen müssen, die sich durch gute Wetterbedingungen hier ansiedeln können", sagte die Parasitologin Ute Mackenstedt von der Universität Hohenheim in Stuttgart.

Die Experten vermuten, dass die Hyalomma-Zecken über Vögel nach Deutschland gelangen. Sie fühlen sich normalerweise besonders bei trockener Hitze wohl.

Niedersachsen: Ein Warnschild mit dem Piktogramm einer Zecke hängt an einem Baum in einem Wald.
Niedersachsen: Ein Warnschild mit dem Piktogramm einer Zecke hängt an einem Baum in einem Wald.  © DPA

Titelfoto: Lidia Chitimia-Dobler/Institut für Mikrobiologie d

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