Krasses Sci-Fi-Drama "I Am Mother": Düstere Vision (fast) ohne Menschen!

Dresden - Düstere Zukunftsvision! Das Science-Fiction-Drama "I Am Mother" von Regisseur Grant Sputore (TV-Serie "Castaway") startet am 22. August auch in den deutschen Kinos.

Was geht in "Mutter" vor?
Was geht in "Mutter" vor?  © PR/Concorde Filmverleih GmbH

Das beginnt mit einem ehemaligen Kraftwerk, aus dem eine Einrichtung zur Neuausrichtung entstanden ist.

Nach einem schrecklichen Weltkrieg ist die Erde komplett kontaminiert worden, menschliches Leben bis auf 63.000 Embryonen in diesem gut geschützten Gebäude ausgestorben.

Ein Android namens "Mutter" sorgt mit Hilfe von Maschinen dafür, dass ein Baby geboren wird. Sie zieht sie als ihre "Tochter" (Clara Rugaard) auf und will sie zu einem besseren Menschen voll Moral, Ethik, Intelligenz und Mitgefühl heranwachsen lassen.

Das gelingt auch. Doch als die Tochter in die Pubertät kommt, wird sie risikoreicher und öffnet das Haupttor bei Nacht, wo Mutter schläft, um sich aufzuladen.

Ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt hört sie eine Frau (Hilary Swank), die angeschossen wurde und um Hilfe bittet, die die Tochter ihr nach kurzem Zögern gewährt.

Sie versteckt die Frau, weil sie nicht weiß, was Mutter von dem Eindringling halten wird. Als die beiden dann doch aufeinandertreffen, eskaliert die Situation...

"I Am Mother" beginnt richtig stark

Besonders Clara Rugaard (l.) als Tochter überzeugt mit einer erstklassigen Leistung, während Hilary Swank erneut die toughe Frau gibt.
Besonders Clara Rugaard (l.) als Tochter überzeugt mit einer erstklassigen Leistung, während Hilary Swank erneut die toughe Frau gibt.  © PR/Concorde Filmverleih GmbH

Diese Geschichte hat Sputore in der ersten Hälfte des Films fantastisch umgesetzt. Seine Vision fesselt von Beginn an, weil sie sich die Zeit nimmt, existenzielle Themen in den Mittelpunkt zu stellen und ausführlich zu behandeln.

Was ist Menschlichkeit? Wann ist man einsam, wann nur alleine? Diese und viele weitere wichtige Fragen werden aufgeworfen und regen zum Nachdenken an.

Dadurch verstärkt sich das Interesse und die emotionale Bindung zu "I Am Mother" und seinen Protagonisten, die allesamt Tiefgang haben. Ihre Handlungen und Motive werden nachvollziehbar dargestellt.

Auch das Set-Design fügt sich hervorragend in die angemessen geruhsam erzählte Storyline mit intellektuellem Touch ein.

Es gibt dank der dynamischen Kameraführung und der schön gestalteten Locations visuelle Schauwerte in Hülle und Fülle, durch die schnell klar wird: Das hier ist ein Film für die große Leinwand!

Dazu überzeugt auch die Figurendynamik zwischen Mutter und Tochter, weshalb das beklemmende Drama stellenweise sogar begeistert und die Zeit verfliegt.

Qualitätsabfall bei "I Am Mother" in der zweiten Filmhälfte

Die Frau (r., Hilary Swank) hat eine ganz eigene Meinung zu Androiden wie "Mutter" (l.). (Bildmontage)
Die Frau (r., Hilary Swank) hat eine ganz eigene Meinung zu Androiden wie "Mutter" (l.). (Bildmontage)  © PR/Concorde Filmverleih GmbH

Umso auffälliger ist der Leistungsabbau in der zweiten Hälfte, die deshalb enttäuscht und das Publikum unzufrieden zurücklässt.

Schon das Auftauchen der Frau erscheint wenig glaubwürdig, worüber man zu diesem Zeitpunkt des 114 Minuten langen Filmes aber noch hinwegsehen kann.

Das Erscheinen eines Eindringlings aus der Außenwelt ist nämlich erst einmal spannend und faszinierend, weil sich die Kräfteverhältnisse nun verändern.

Allerdings muss Sputore dann anfangen, seine Vision zu erklären und die Hintergründe offenzulegen. Da versagt er leider auf ganzer Linie und enttäuscht mit dürftigen Antworten auf die vielen Fragen. Als wäre das noch nicht genug, verrennt er sich auch noch in Genre-Standard und Klischees, weshalb man sich bemühen muss, nicht aus dem nun arg zugespitzten Drama auszusteigen.

Näher kann darauf an dieser Stelle leider nicht eingegangen werden, weil sonst zu viel vom Finale verraten werden müsste. Nur so viel noch: Auch optisch leistet sich "I Am Mother" in den letzten Zügen mehrere Aussetzer durch billige Spezialeffekte, die Atmosphäre kosten, anstatt sie zu generieren.

Selten war so klar ersichtlich, wie begrenzt das Budget gewesen sein muss, was bedauerlich ist, weil diese Sequenzen selbst in der heutigen, hochwertigen Serien-Landschaft deutlich abfallen. Deshalb ist "I Am Mother" ein äußerst zwiespältiges Sci-Fi-Drama geworden, bei dem das negative Ende überwiegt und den starken ersten Abschnitt im Nachgang mit herunterzieht.

Titelfoto: PR/Concorde Filmverleih GmbH

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