Darum versinkt dieser Flughafen komplett in PET-Flaschen

Kein Ort ist hier mehr sauber! Seit fünf Tagen hat das Personal die Arbeit niedergelegt.
Kein Ort ist hier mehr sauber! Seit fünf Tagen hat das Personal die Arbeit niedergelegt.

Ibiza - Endlich raus aus dem Flieger und rein in die Sonne! Die Vorfreude der Ibiza-Urlauber wird derzeit aber mächtig getrübt, sobald sie durch die Hallen des Flughafens laufen: Denn diese sind komplett vermüllt: Tausende Plastikflaschen liegen herum...

Ärgerlich ist das auf jeden Fall, doch kennt man die Gründe des Müllchaos, wird wohl jeder Verständnis aufbringen können.

Denn das Putzpersonal am Aeroport d'Eivissa Sant Josep hat seit Monaten kein Geld mehr bekommen, wie die spanische Tageszeitung "L'Ultima Hora" berichtet. Deswegen haben jene, die täglich dafür sorgen, dass die Reisenden an einem gepflegten und sauberen Ort ein- und auschecken können, ihre Arbeit niedergelegt.

Es geht bei dem Streik also nicht um bessere Löhne oder Arbeitsbedingungen, sondern um das, was eigentlich selbstverständlich sein sollte: Für seine Arbeit überhaupt bezahlt zu werden.

Doch viele der Passagiere wissen das nicht, machen ihrem Ärger Luft: "Ich war schon an vielen Flughäfen, aber so etwas habe ich noch nie gesehen. Es sieht aus wie in der Dritten Welt", berichtet einer den "Manchester Evening News".

Der Boden ist übersät mit Flaschen. Für die Urlauber eine einzige Katastrophe.
Der Boden ist übersät mit Flaschen. Für die Urlauber eine einzige Katastrophe.

"Das ist eine Apokalypse. Überall tonnenweise Abfall", ekelt sich ein anderer Tourist.

Denn was sich da auf dem Boden des Flughafens anhäuft, ist weit mehr als ein Berg Plastikflaschen. Windeln und vor sich hin schimmelnde Essensreste verpesten die Luft.

Und das seit fünf Tagen! Ein Ende ist nicht in Sicht, bis jetzt hat der offizielle Arbeitgeber, die in der spanischen Hauptstadt Madrid sitzende Aktiengesellschaft Aeropuertos Españoles y Navegación Aérea (Aena), nämlich noch nicht eingelenkt.

Die Putzkolonne informiert die Reisenden mit Transparenten und Schildern über ihre Situation. „Wir streiken so lange, bis wir Geld bekommen. Viele von uns haben Kinder und warten seit drei Monaten auf ihr Gehalt. Kredite laufen weiter – wir müssen Strom bezahlen, Wasser. Das kann hier gerade niemand.“, erklärt Reinigungskraft Rosa Maria dem Sender SWR3.

Auch die Fluggäste, von denen über Himmelfahrt Zehntausende erwartet werden, stellen sich teilweise auf die Seite der Streikenden. „Ich finde es ganz normal, dass man streikt, wenn drei Monate das Gehalt ausbleibt. Das ist eine Schande!“, betont eine Urlauberin aus Barcelona.

Andere tun ihre Solidarität bei Twitter kund. "Wir hoffen die Gesellschaft lenkt endlich ein", schreiben die User. "#IbizaAirport bezahl deine Arbeiter!", heißt es in einem anderen Post.

Mittlerweile fleht sogar das Bürgermeisteramt der Stadt die Firma an. Bleibt zu hoffen, dass die Arbeiter mit der Aktion so bald wie möglich Erfolg haben.


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