Lebensgefahr. Warf er Steinblöcke vor Züge?

Marcel B. (22) soll die Steinbrocken auf die Schnellzug-Trasse gelegt haben.
Marcel B. (22) soll die Steinbrocken auf die Schnellzug-Trasse gelegt haben.

Von Eric Hofmann

Dresden - Zweimal verhinderte nur der Zufall eine Katastrophe: Innerhalb weniger Tage lagen in Reick schwere Steinbrocken auf den Bahngleisen.

Glück im Unglück: Beide Male krachten Schnellzüge nur auf sogenannter „Einrückfahrt“ ohne Passagiere mit lediglich 60 Sachen in die Steine.

Normalerweise wird hier voll besetzt mit bis zu 140 Stundenkilometern gefahren. Am Dienstag musste sich Marcel B. (22) dafür vor dem Dresdner Amtsgericht verantworten.

„Ich habe schon viel Mist gebaut“, sagte der derzeit wegen Diebstahls inhaftierte Hilfsarbeiter aus Dresden. „Aber das habe ich nicht verzapft.“ Mehr wollte er zu den Vorwürfen am Dienstag nicht sagen.

Auf dieser Strecke bei Reick verunglückten ein IC und ein ICE
Auf dieser Strecke bei Reick verunglückten ein IC und ein ICE

Die Staatsanwaltschaft warf ihm vor, am 18. November 2013 einen Steinbrocken, am 21. November eine Granitfensterbank auf die Schienen geschmissen zu haben. Ein IC und ein ICE fuhren jeweils im Dunkeln auf.

Dabei entstanden mehr als 100.000 Euro Schaden.

Weniger schweigsam soll der Angeklagte zu seiner Geliebten und einer Freundin gewesen sein. Beide gaben bei der Polizei an, dass Marcel vor ihnen mit den Taten geprahlt haben soll.

Vor Gericht erinnerte sich nur noch Ex- Freundin Maria R. (17) daran. Zu wenig für Richterin Susanne Burbach-Wieth (56): „Wir konnten ihm die Taten nicht mit der erforderlichen Sicherheit nachweisen“, begründete sie ihr Urteil.

„Das ist aber kein Freispruch erster Klasse!“ Der Staatsanwalt kündigte Berufung an.

Fotos: Ove Landgraf


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0