Frau Integrationsministerin - Ohne Schonfrist an die Front

Petra Köpping (SPD) bei der Vereidigung als Ministerin. Das Amt wurde in der CDU/SPD-Regierung neu geschaffen.
Petra Köpping (SPD) bei der Vereidigung als Ministerin. Das Amt wurde in der CDU/SPD-Regierung neu geschaffen.

Von Juliane Morgenroth

Dresden - Nichts mit Schonfrist: Petra Köpping (56, SPD) ist seit Mitte November Sachsens Ministerin für Gleichstellung und Integration. In der hitzigen Asyldebatte ist die Politikerin dauerpräsent.

Bei der Verkündung der Ministeriumszuschnitte sorgte es für Gesprächsstoff: Die Ministerin hat kein eigenes Haus, sondern ist im Sozialministerium angesiedelt. Bisher gab es den Posten nicht.

Also ein belächeltes Zugeständnis an die SPD und eben kein richtiges Ministerium?

Fakt ist: Angesichts der politischen Großwetterlage ist Petra Köpping derzeit so präsent wie kaum ein anderer Minister.

Bei der Demo für den getöteten Asylbewerber vor dem Albertinum sprach Petra Köpping mit den Flüchtlingen.
Bei der Demo für den getöteten Asylbewerber vor dem Albertinum sprach Petra Köpping mit den Flüchtlingen.

Als Flüchtlinge vor dem Dresdner Albertinum demonstrierten, wo Ministerpräsident Stanislaw Tillich (55, CDU) seinen Neujahrsempfang feierte, ging Petra Köpping zu den Demonstranten raus - im Unterschied zum Ausländerbeauftragten Geert Mackenroth (65, CDU).

Auch mit Mitbewohnern des getöteten Dresdner Asylbewerbers traf sie sich. „Das werde ich auch in Zukunft tun, möglichst oft mit Flüchtlingen sprechen“, so die langjährige Landrätin im Kreis Leipziger Land, die derzeit fast täglich bei Einwohner-Debatten und Flüchtlings-Initiativen vor Ort ist.

Tatsächlich wirkt Petra Köpping wie ein Gegenpol zu Innenminister Markus Ulbig (50, CDU), der durch markige Forderungen und zuletzt durch ein Treffen mit der PEGIDA-Spitze viel Kritik erntete.

Nicht immer einer Meinung: Petra Köpping und Markus Ulbig (50, CDU).
Nicht immer einer Meinung: Petra Köpping und Markus Ulbig (50, CDU).

Auch Köpping klopfte Ulbig bereits auf die Finger: Sein Vorpreschen bei den „Sondereinheiten“ für mehrfach straffällige Asylbewerber nannte sie „unglücklich“.

Vom Ausländerbeauftragten Mackenroth ist bislang deutlich weniger zu hören.

Dabei gebe es eine klare Aufgabenverteilung, so Köpping: „Der Ausländerbeauftragte ist der Anwalt der Asylbewerber und Flüchtlinge. Ich bin zuständig für die Koordination einer gelingenden Integrationspolitik in Sachsen.“

Daher ist sie auch die Vorsitzende des Lenkungsausschusses Asyl.

Integration sei ein klassisches Querschnittsthema: „Das Dickicht an Zuständigkeiten, Maßnahmen und Fördertöpfen ist dementsprechend groß. So sind beispielsweise über 40 verschiedene Stellen für die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse nötig. Das möchte ich vereinfachen.“

Fotos: Sreffen Füssel, Thomas Türpe, Ove Landgraf, dpa


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