"Identitäre Bewegung" marschiert: Gegendemos und Blockaden geplant

Anhänger der rechten "Identitären Bewegung" demonstrierten am 19.05. in Berlin vor dem Bundesjustizministerium.
Anhänger der rechten "Identitären Bewegung" demonstrierten am 19.05. in Berlin vor dem Bundesjustizministerium.  © DPA

Berlin - Am Samstag geht der Aufmarsch der "Identitären Bewegung" in eine neue Runde. Dann will die rechtsradikale Bewegung mit 1000 Teilnehmern vom Bahnhof Gesundbrunnen bis zum Hauptbahnhof marschieren - doch sie müssen mit Widerstand rechnen.

Seit April bewirbt die rechtsgesinnte Gruppierung ihr Handeln als "Identitäre Bewegung" in den sozialen Netzwerken. Unter dem Motto "Zukunft Europa - bewegen und verändern" wird nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen europäischen Ländern um neue Anhänger geworben.

Die "Identitäre Bewegung", die vom Verfassungsschutz beobachtet wird, hatte mehrfach mit medienwirksamen Aktionen für Aufsehen gesorgt. Am 19. Mai versuchten rund 50 Anhänger, sich Zutritt zum Bundesjustizministerium zu verschaffen. Einige benutzten Leitern.

Die Bewegung wendet sich gegen eine angebliche "Überfremdung" durch Einwanderer. Im vergangen August besetzte die Gruppe kurzzeitig das Brandenburger Tor.

Über das Internet akquiriert die Bewegung neue Anhänger.
Über das Internet akquiriert die Bewegung neue Anhänger.  © DPA

Und sie findet immer stärkeren Zuspruch, nicht zuletzt auch wegen der europaweiten Mobilmachung.

Die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin (MBR) geht auch davon aus, dass die Veranstaltung am Samstag in Berlin den Rahmen von 2016 übertreffen wird. Waren es im vergangenen Jahr noch 130 "Identitäre", haben sich 2017 rund 1000 Teilnehmer angemeldet.

Unterstützung erhalten die Rechtsradikalen von freien neonazistischen Kameradschaften, AfD- und NPD-Anhängern. Auch Rechtsextreme aus Schweden und der Schweiz haben über Facebook ihre Beteiligung angekündigt.

Doch ein reibungsloser Durchmarsch darf die "Identitäre Bewegung" nicht erwarten. Mehrere Gegendemonstrationen und Blockaden werden ebenfalls stattfinden.

Der griechische Buchstabe "Lambda" ziert die Fahnen der "Identitären Bewegung".
Der griechische Buchstabe "Lambda" ziert die Fahnen der "Identitären Bewegung".  © DPA

So wird es beispielsweise um 12.00 Uhr am Leopoldplatz in Wedding eine Protestaktion geben, zu dem das "Berliner Bündnis gegen Rechts" aufgerufen hat.

Laut Polizei werden auch vom Bersarinplatz (Friedrichshain) zum Alexanderplatz, vom Wittenbergplatz (City West) zum S-Bahnhof Tiergarten und vom Bahnhof Friedrichstraße zum Brandenburger Tor linke Gegendemonstrationen stattfinden. Zu diesen werden mehr als 2000 Teilnehmer erwartet.

Aktuell kann die Polizei noch keine Angaben machen, mit vielen Beamten sie die Demonstrationen begleiten werden. "Das steht erst am Sonnabend wirklich fest, da es auch davon abhängt, wie viele zusätzliche Einsätze wir dann in Berlin noch haben", sagt Polizeisprecher Michael Gassen zum Kurier.


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