Ifo-Institut: So geht's den Ostdeutschen 30 Jahre nach der Wende

Dresden - 30 Jahre nach dem Mauerfall ist die verbreitete Unzufriedenheit mit dem "Aufbau Ost" durch die Fakten nicht gedeckt, so die These von Joachim Ragnitz (58), Vize-Chef des ifo-Instituts in Dresden. Offenbar fühlten sich viele Menschen benachteiligt, weil sie sich ein falsches Bild vom Wohlstand im Westen machten.

In fast allen Bereichen sei die Situation besser geworden, so Joachim Ragnitz (58), Vize-Chef des Dresdner ifo-Instituts.
In fast allen Bereichen sei die Situation besser geworden, so Joachim Ragnitz (58), Vize-Chef des Dresdner ifo-Instituts.  © dpa/Arno Burgi

"Die realen verfügbaren Einkommen in Ostdeutschland liegen bei rund 92 Prozent des westdeutschen Niveaus (Sachsen: 92,8).

Und in vielen Regionen wird ein höheres Wohlstandsniveau erreicht als in weiten Teilen Nordrhein-Westfalens oder Niedersachsens", so Ragnitz.

Die Wirtschaftskraft sei zwar im Osten um einiges niedriger als im Westen, dies habe aber strukturelle Ursachen, die sich nicht so schnell abbauen ließen.

Er warnte die Politik, unerfüllbare Erwartungen zu wecken. Immerhin habe die Wirtschaft nach der Wende von Grund auf neu aufgebaut werden müssen.

Unter diesem Blickwinkel seien die Fortschritte "enorm": Demnach ist die Wirtschaftskraft um 127 Prozent und die realen verfügbaren Einkommen um 62 Prozent gestiegen.

Sein Tipp an die Politik: Zur Verbesserung der Wachstumsperspektiven für Ostdeutschland sollen Forschung und Innovation gestärkt und die Bedingungen für die Zuwanderung von Arbeitskräften verbessert werden.

Vor 30 Jahren fiel die Berliner Mauer.
Vor 30 Jahren fiel die Berliner Mauer.  © Wolfgang Kumm/dpa

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