Stacheliges Hobby: Rentnerin (81) beherbergt Dutzende Igel-Babys

Halstenbek - Ingeborg Bauermeister hat alle Hände voll zu tun. Die 81-Jährige aus Halstenbek im Kreis Pinneberg päppelt gleich 79 Igel gleichzeitig auf.

Ingeborg Bauermeister päppelt in ihrem Wohnzimmer den Igel-Nachwuchs auf.
Ingeborg Bauermeister päppelt in ihrem Wohnzimmer den Igel-Nachwuchs auf.  © Daniel Bockwoldt/dpa

In ihrem Wohnzimmer stehen dicht gedrängt Kartons mit den jungen Tieren. "Wichtig ist nur, dass der Tisch, die Couch, und meine beiden Sessel frei sind", sagte sie lachend.

Diese Situation wiederholt sich jeden Herbst. Denn "ich bin die Baby-Station". Die Igel bekommt die gelernte Krankenschwester nicht nur aus Schleswig-Holstein, "auch aus Hamburg und Cuxhaven".

Seit 20 Jahren kümmert sich die Schleswig-Holsteinerin um Igel. Doch so voll wie jetzt sei es bei ihr noch nie gewesen.

Die Igel "wurden dieses Jahr auch sehr spät geboren. Ich hab jetzt noch zwei mit der Flasche zu füttern. Die sind so klein, die haben noch keine Zähne. Das hab ich noch nie erlebt im Oktober", sagte Bauermeister.

Das Aufpäppeln der kleinen Igel bedeutet viel Arbeit. "Ich fange morgens um 7 Uhr mit Saubermachen an, und bin um halb eins fertig. Punkt drei fange ich an zu Füttern, dann bin ich halb sieben mit allem fertig", sagte sie. "Außerdem muss ich noch alle vier Stunden die Säuglinge füttern."

Bis Dezember muss sie sich ihr Wohnzimmer noch mit den Stachelhäutern teilen. Wer bis dahin mindestens 350 Gramm auf die Waage bringe, werde in naturnahen Gärten ausgewildert. "In diesem Jahr habe ich bestimmt schon 30 Igel ausgewildert." Die anderen ziehen um in den kühlen Keller zum Überwintern.

Mit der Flasche füttert die Rentnerin eines der Igel-Babys.
Mit der Flasche füttert die Rentnerin eines der Igel-Babys.  © Daniel Bockwoldt/dpa

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